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... im August 2013

Nr. 6: "Lieber George Clooney, bitte heirate meine Mutter" von Susin Nielsen


Dieses Buch habe ich bei Lovelybooks gewonnen, um dort an der stattfindenden Leserunde teilzunehmen, die von der Autorin selbst begleitet wurde. Die Fragen musste man zwar auf Englisch stellen und seine eigenen Kommentare auch, damit Susin alles versteht, aber das war gar nicht so schwer wie es klingt. Und bei dem Buch wollte ich einfach dabei sein, weil George Clooney mitspielt. :-)


Inhaltsangabe:

Da hat Violets Mutter doch tatsächlich schon mal mit George Clooney zusammengearbeitet, zwar nur, um ihm die Haare zu machen - aber immerhin. Doch auf die Idee, dass er der perfekte Stiefvater für Violet und ihre Schwester Rosie sein könnte, kommt sie nicht. Also muss Violet die Sache selbst in die Hand nehmen. Und beschließt den verhassten Besuch bei ihrem Vater und dessen neuer Frau in Hollywood für ein Treffen mit dem Filmstar zu nutzen. Für irgendwas muss es ja gut sein, dass ihr Vater gerade an einer neuen Fernsehserie arbeitet. Und so schwer wird es doch wohl nicht sein, in der berühmtesten Filmstadt der Welt auf einen Filmstar zu treffen.


Autoreninfo:

Susin Nielsen hat u.a. Drehbücher für so erfolgreiche Serien wie "Degrassi Junior High" oder das hoch gelobte "Robson Arms" geschrieben. "Lieber George Clooney, bitte heirate meine Mutter" ist ihr erstes Buch auf Deutsch und ihr erstes im Carlsen Verlag. Susin Nielsen lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Vancouver.


Meine Meinung:

Titel: "Jungs stinken, bewerft sie mit Steinen" (Zitat aus dem Buch)

Die Ich- Erzählerin Violet ist 12 alt und hat es alles andere als leicht im Leben, denn sie steckt nicht nur mitten in der Pubertät, sondern ihre Eltern sind geschieden. Während ihre Mom alles tut, um die Familie über die Runden zu bekommen, lebt der Vater in Saus und Braus mitsamt neuer Frau und neuen Kindern. Wem würde das schon gefallen? Und dann sucht Mama Ingrid auch noch einen neuen Freund und gerät dabei an alles, nur nicht an einem idealen Vaterersatz. Oder etwa doch?

Die Autorin trifft hier den Nerv der Zeit, denn sie schreibt über aktuelle Teenie- Probleme wie Mobbing, Freundschaft, die erste Liebe usw. Das ernste Thema mit der Trennung der Eltern wird auf witzige Weise dem jungen Leser näher gebracht. Das Geschilderte wirkte für mich zu keiner Zeit übertrieben oder unglaubwürdig, alles wirkte sehr stimmig. Auch hatte ich das Gefühl, dass man beim Lesen noch etwas daraus lernt.

Das Buch ließ sich sehr angenehm und flüssig lesen. Mit etwas mehr Lesezeit hätte ich es durchaus an einem Tag verschlingen können, so sehr fesselte es mich.

Fazit: Ein Buch, das jung und alt begeistern kann und für einige Lacher ideal ist. Lesenswert! Und ja George Clooney kommt nicht nur im Titel vor...


Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Nr. 5: "Ein deutscher Sommer" von Peter Henning


Dieses Buch habe ich mir bei meiner örtlichen Bücherei ausgeliehen, um an der Leserunde zum Buch bei Lovelybooks teilnehmen zu können. Der Autor sollte die Leserunde begleiten, nur leider fand in dem Zeitraum, wo ich das Buch gelesen habe, keine Beteiligung seinerseits statt, was ich mehr als schade fand.


Inhaltsangabe:

Im heißen Sommer 1988 hielten zwei Geiselnehmer aus Gladbeck die Republik in Atem. Peter Henning hat einen großen Roman über diese 54 Stunden geschrieben, in denen unser Land ein anderes wurde. Er präsentiert die ungeheuren Fakten jener Tage und legt einen erzählerischen Querschnitt durch die westdeutsche Gesellschaft am Vorabend einer Zeitenwende. Am 16. August 1988 überfallen zwei Kleinkriminelle die Filiale der Deutschen Bank in Gladbeck und lösen damit die wohl spektakulärste Geiselnahme der deutschen Nachkriegsgeschichte aus. Verfolgt von einer Journalistenhorde, fliehen sie brandschatzend durchs Land. Vor laufenden Kameras töten sie, liefern sich Schießereien mit der Polizei und werden in Köln von heute namhaften Journalisten interviewt, während die Geiseln in Lebensgefahr schweben – ein Sündenfall des Journalismus und ein Offenbarungseid der Polizei. Peter Henning erzählt von Männern und Frauen, die hineingezogen werden und binnen 54 Stunden an den Rand ihrer Existenz gebracht werden. Da ist zum Beispiel der junge RTL-Journalist Thomas Bertram, der über den Fall berichten soll, während sein neugeborener Sohn zu sterben droht. Oder die erfolgreiche Romance-Autorin Brigitte Fischer, die durch das Drama begreift, was ihren Mann, der als Kriegsreporter ums Leben kam, umtrieb. Der leitende SEK-Beamte Rolf Kirchner muss mit ansehen, wie die Einsatzleitung den Geiselbus davonfahren lässt, und gerät in eine Sinnkrise. Und der Fotograf Peter Ahrends wird nach der Entführung nie wieder in seinem Beruf arbeiten.

 
Autoreninfo:

Peter Henning, geb. 1959 in Hanau, arbeitet seit über 20 Jahren als Journalist. Er hat Romane und Erzählungen publiziert, die sowohl ausgezeichnet worden sind als auch von der Kritik viel Lob ernteten. 2009 erschien »Die Ängstlichen« (atb 2681-9), »Der Roman zur Zeit«, so Der Spiegel. Jetzt als Taschenbuch: »Tod eines Eisvogels« (atb 2741-0).

 
Meine Meinung:

Titel: Interessantes Thema schlecht umgesetzt...

Nach anfänglicher Begeisterung stellte sich beim Lesen schnell Ernüchterung ein. Wer das Geiseldrama in allen Facetten beschrieben erwartet, der wird arg enttäuscht sein, denn dieses spielt eigentlich nur am Rande eine Rolle.

Der Autor startet spannend mit dem Geiseldrama und man liest gefesselt. Leider hält das nur die ersten 50 Seiten an, denn auf etwas über 600 Seiten wird die Handlung aus drei Wochentagen beschrieben. Der Leser begleitet dabei mehr die Schicksale teilweise willkürlich gewählter Protagonisten und nicht das Leben der Geiselgangster und ihren Geiseln.

Der Autor hat zwar ein wirklich fesselndes Thema ausgewählt, es aber für meine Begriffe nicht gut umgesetzt. Nach gut 150 Seiten verliert er sich voll und ganz in den Nebenhandlungen, bei denen man sich immer wieder fragt, was die eigentlich mit dem Geiseldrama zu tun haben. So manch ein Protagonist hat dann doch irgendwie etwas damit zu tun, aber überzeugen tut dies nicht.

Das Lesen des Buches war für mich wirklich harte Arbeit, denn Peter Henning versucht wirklich jedes Detail zu beschreiben und tut dies durch ellenlange, verschachtelte Sätze, bei denen man so manches Mal den Anfang vergessen hat, wenn man am Ende des Satzes angelangt ist. Das ermüdet auf Dauer einfach nur. Vieles hätte auch kurz durch Adjektive näher beschrieben sein können. Ich hatte als Leser oft das Gefühl er möchte uns das Denken abnehmen.

Einzig prägnant und kurz waren die Zwischendurch geschriebenen Zeitungsartikel, die auch ausschließlich vom Geiseldrama handelten.

Fazit: Leider konnte dieses Buch meine Erwartungen nicht so recht erfüllen. Ich kann das Buch nur bedingt empfehlen, jenen Lesern, die einfach nur ein paar nette Geschichten über vom Leben gebeutelte Charaktere lesen wollen. Ich werde das Buch bestimmt nicht noch einmal lesen und bin froh, dass es nur ein Leihbuch war.


Bewertung: 3/ 5 Sternen

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Nr. 4: "Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war" von Joachim Meyerhoff
 
 
Dieses Buch habe ich in der Bücherei ausgeliehen und es war eine Empfehlung der Bibliotheksleiterin. Das Lesen des Buches habe ich nicht bereut.
 
 
Inhaltsangabe:
 
Ist das normal? Zwischen Hunderten von körperlich und geistig Behinderten als jüngster Sohn des Direktors einer Kinder- und Jugendpsychiatrie aufzuwachsen? Der junge Held in Joachim Meyerhoffs zweitem Roman kennt es nicht anders – und mag es sogar sehr. Sein Vater leitet eine Anstalt mit über 1.200 Patienten, verschwindet zu Hause aber in seinem Lesesessel. Seine Mutter organisiert den Alltag, hadert aber mit ihrer Rolle. Seine Brüder widmen sich hingebungsvoll ihren Hobbys, haben für ihn aber nur Häme übrig. Und er selbst tut sich schwer mit den Buchstaben und wird immer wieder von diesem großen Zorn gepackt. Glücklich ist er, wenn er auf den Schultern eines glockenschwingenden, riesenhaften Insas­sen übers Anstalts­gelände reitet. Joachim Meyerhoff erzählt liebevoll und komisch von einer außergewöhnlichen Familie an einem außergewöhnlichen Ort, die aneinander hängt, aber auseinandergerissen wird. Und von einem Vater, der in der Theorie glänzt, in der Praxis aber stets versagt. Wer schafft es sonst, den Vorsatz zum 40. Geburtstag, sich mehr zu bewegen, gleich mit einer Bänderdehnung zu bezahlen und die teuren Laufschuhe nie wieder anzuziehen? Oder bei Flaute mit dem Segelboot in Seenot zu geraten und vorher noch den Sohn über Bord zu werfen? Am Ende ist es aber wieder der Tod, der den Glutkern dieses Romans bildet, der Verlust, der nicht wieder gutzumachen ist, die Sehnsucht, die bleibt – und die Erin­nerung, die zum Glück unfassbar pralle, lebendige und komische Geschich­ten produziert.
 
 
Autoreninfo:
 
Joachim Meyerhoff, geboren 1967 in Homburg/Saar, aufgewachsen in Schleswig, ist seit 2005 Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters. In seinem sechsteiligen Zyklus »Alle Toten fliegen hoch« trat er als Erzähler auf die Bühne und wurde zum Theatertreffen 2009 eingeladen. 2007 wurde er zum Schauspieler des Jahres gewählt.Für seinen Debütroman wurde er mit dem Franz-Tumler-Literaturpreis 2011 und dem Förderpreis zum Bremer Literaturpreis ausgezeichnet. Weiterer Titel bei Kiepenheuer & Witsch: »Alle Toten fliegen hoch. Amerika«, Roman, 2011, KiWi, 1277, 2013.

 
Meine Meinung:
 
Titel: Zu Hause in der Psychiatrie...

Das Buch trägt zwar den Untertitel "Alle Toten fliegen hoch Teil 2", jedoch muss man für mein Empfinden Teil eins nicht kennen, um das Geschriebene zu verstehen.

Der Autor Joachim Meyerhoff, in der Familie nur Josse genannt, lässt uns an einzelnen Episoden aus seiner Kindheit und Jugend teilhaben. Diese ist etwas ganz Besonderes, denn er ist auf einem Psychiatriegelände groß geworden, da sein Vater dort jahrelang Arzt und Direktor der Klinik war.

Wie ist es als "normaler" Junge zwischen körperlich und geistig behinderten Jugendlichen groß zu werden? Ist das komisch? Und wie verändert das ein Familienleben? Völlig normal? Na klar.

Mit Spannung liest man vom Leben der Familie, die aus einem Hund, drei Brüdern und den Eltern besteht. Beim Lesen erlebt man alle möglichen Emotionen, denn es ist nicht alles nur lustig. Mal schmunzelt oder lacht man, mal wird man aber auch traurig und könnte weinen.

Mir hat besonders das Verhältnis unter den Geschwistern gefallen, die sich auch immer mal gern geärgert haben. Ich fühlte mich dabei an meine eigene Kindheit erinnert, denn Schabernack unter Geschwistern ist doch das Normalste der Welt.

Jedes Kapitel erzählt eine Episode aus dem Leben des Autors, man kann also entweder am Stück lesen oder mal eine Pause machen ohne dass man den Faden verliert.

Fazit: Eine Lebensgeschichte die berührt und dem Leser die Augen öffnet. Absolut empfehlenswert!

P.S.: Besonders gelungen finde ich die Inneneinbandgestaltung, wo die Katze im Querschnitt zu sehen ist. Sehr kreativ...


Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Nr. 3: "Die Verratenen" von Ursula Poznanski
 
 
Das Buch habe ich mir aus der Bücherei ausgeliehen, weil ich die anderen Jugendbücher der Autorin schon äußerst interessant fand, vor allem "Erebos" und nun gern etwas ähnlich Spannendes lesen wollte.

 
Inhaltsangabe:
 
Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich Rias Leben könnte nicht besser sein. Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft. Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Doch sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt. Die Verratenen ist der erste Band einer Trilogie.

 
Autoreninfo:
 
Ursula Poznanski wurde 1968 in Wien geboren und studierte Japanologie, Publizistik, Rechtswissenschaften und Theaterwissenschaften. Sie war Medizinjournalistin, bevor sie 2003 begann, Kinder- und Jugendbücher zu veröffentlichen. Ihren bislang größten Erfolg verzeichnete sie mit dem Jugendbuch "Erebos", das in mehr als fünfzehn Sprachen übersetzt wurde. Ursula Poznanski lebt mit ihrer Familie in Wien.

 
Meine Meinung:

Titel: Wenn du keinem mehr trauen kannst, was dann?

Dass Frau Poznanski in der Lage ist gute Jugendliteratur zu schreiben, hat sie bereits mit "Erebos" bewiesen, drum war ich auf den Start ihrer Dystopie Trilogie gespannt und ich wurde nicht enttäuscht, sondern regelrecht umgehauen.

Die Ich- Erzählerin Ria nimmt uns mit in ihre Welt. Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr. Es gibt nur noch die Sphärenmenschen, wie Ria eine ist und die anderen, die Prims. Diese Menschen leben in der Welt da draußen, ungeschützt vor Kälte und Umwelteinflüssen. Doch Ria und ihren Mitstudenten geht es gut, was soll sie sich um das Leid der primitiven Menschen da draußen sorgen, von denen sie immer mal wieder bedroht werden? Doch das ändert sich bald als sie heimlich ein Gespräch belauscht, in dem von ihrem Tod und dem ihrer Freunde die Rede ist. Was nun? Ist das was sie als Wirklichkeit kennt überhaupt wahr? Wem kann sie jetzt noch trauen? Auf der Flucht erleben sie einige Überraschungen, nur gute sind es keine...

Die Autorin schafft es einen guten ersten Band abzuliefern, der eine erschütternd realistische zukünftige Welt dem Leser bietet, wie es sie hoffentlich nie geben wird. Menschen, die keine Familien haben, da sie im Reagenzglas gezeugt und vom System geführt wurden, wie erschreckend. Man kann sich trotz fremder Begriffe wie Salvator gut vorstellen, um was für technische Neuerungen es sich handeln könnte. Gut gefallen hat mir zudem wie sie die uns bekannte Welt aus den Augen des Zukunftsmenschen Ria beschreibt, die keine Straßen, Steingebäude oder ähnliches kennt. Für uns als Leser ist das alles selbstverständlich, für sie jedoch nicht.

Die Charaktere sind für ein Jugendbuch gut gezeichnet, die Eigenschaften der Einzelnen sind interessant. Jede Person hat seine guten und negativen Eigenschaften. Ria wirkte auf mich zunächst sehr arrogant, was aber wohl eher dem Fall geschuldet ist, dass sie uns alles aus ihrer Sicht schildert und präsenter ist als die anderen. Auch die kreative Namenswahl der handelnden Personen gefiel mir.

Mit Begeisterung habe ich Band eins gelesen und fast muss ich sagen, dass mir dieses Buch bald noch ein bisschen besser gefallen hat als "Erebos" und das fand ich schon super klasse.

Fazit: Nun heißt es auf Band zwei warten. Ich kann nur meine absolute Leseempfehlung aussprechen, nicht nur etwas für Fantasyfans. Klasse! 


Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Nr. 2: "Ein Wispern unter Baker Street" von Ben Aaronovitch
 
 
Auf dieses Buch bin ich durch Vorablesen aufmerksam geworden, allerdings habe ich dort das Buch nicht gewonnen. Ich konnte es mir dann aber über die Onleihe ausleihen. Schade nur, dass mir vor dem Lesen nicht bewusst war, dass es schon Vorgängerbände gibt.
 
 
Inhaltsangabe:
 
Es ist ja nicht so, dass Peter Grant, Zauberer in Ausbildung und Police Constable in London, nichts für das Üben von Zaubersprüchen und das Pauken von Lateinvokabeln übrig hätte - bestimmt nicht! Aber es ist doch immer wieder schön, wenn zur Abwechslung auch mal reelle Polizeiarbeit gefragt ist. Eine unbekannte Person wird im U-Bahn-Tunnel nahe der Station Baker Street tot aufgefunden - erstochen, und es deuten unübersehbare Anzeichen auf die Anwesenheit von Magie hin. Ein Fall für Peter, keine Frage. Der unbekannte Tote stellt sich als amerikanischer Kunststudent und Sohn eines US-Senators heraus, und ehe man noch 'internationale Verwicklungen' sagen kann, hat Peter bereits die FBI-Agentin Kimberley Reynolds mitsamt ihren felsenfesten religiösen Überzeugungen am Hals. Dabei gestalten sich seine Ermittlungen auch so schon gruselig genug, denn tief in Londons Untergrund, in vergessenen Flüssen und viktorianischen Abwasserkanälen, hört er ein Wispern von alten Künsten und gequälten Geistern ...

 
Autoreninfo:
 
Ben Aaronovitch wurde in London geboren und lebt auch heute noch dort. Wenn er gerade keine Romane oder Fernsehdrehbücher schreibt (er hat u. a. Drehbücher zu der englischen TV-Kultserie 'Doctor Who' verfasst), arbeitet er als Buchhändler. Seine Fantasy-Reiche um den Londoner Polizisten Peter Grant mit übersinnlichen Kräften eroberte die englischen Bestsellerlisten im Sturm.

Meine Meinung:
 
Titel: Leider Peter Gants dritter Fall...

Leider wurde mir erst beim Lesen des Buches bewusst, dass es sich hierbei um den dritten Teil aus einer Reihe um den farbigen Polizisten Peter Gant handelt. Die beiden Vorgänger, die ich jedoch nicht kenne, heißen "Die Flüsse von London" und "Schwarzer Mond über Soho".

Das Cover des Buches und der interessante Klappentext hatten mich auf das Buch aufmerksam gemacht.

Wer jedoch die beiden Vorgänger nicht kennt, der befindet sich auf verlorenem Posten, denn der Einstieg fällt dadurch sehr schwer, weil eben Vorwissen vorausgesetzt wird. Klar erfährt man, dass Peter nicht nur Police Constable ist, sondern zudem auch noch Zauberer in Ausbildung, aber über alle anderen Protagonisten wie beispielsweise Leslie erfährt man nichts. Auch die magischen Begrifflichkeiten werden nirgendwo erklärt. Man kann also nur erahnen was gemeint ist, was bei den fiktiven Begriffen jedoch sehr schwer fällt.

Doch nun zum eigentlichen Fall: Im U-Bahnschacht, in der Nähe der Station Baker Street, wird eine Leiche eines Amerikaners gefunden. Dieser wurde mit einer Tonscherbe, an der noch magische Aura klebt (was für eine merkwürdige Tatwaffe), erstochen. Der Fall um den Toten ist so besonders, da er der Sohn eines Senators war. Und dann hat Peter plötzlich noch die FBI Agentin Reynolds am Haken...

Der Kriminalfall zieht sich durch den ganzen Roman. Die Handlung wird ab und zu unterbrochen für ausführliche Beschreibungen Londons oder dem Erlernen der Zauberkünste. Das gefiel mir recht gut, da ich London sehr mag und man sich so das Setting besser vorstellen kann. Teilweise werden auch Handlungsstränge eingestreut, die weder den Fall noch die eigentliche Handlung voran treiben, die einem als Leser leider wie Seitenfüller vorkommen.

Die Schreibweise des Autors gefiel mir sehr gut, da jede Menge Sarkasmus und Wortwitze enthalten sind und auch der Mix aus Fantasy und Krimi ist doch sehr erfrischend. Ich konnte oft schmunzeln und ab und zu lachen. Besonders das Kollegenumfeld machte einen sehr realistischen Eindruck.

Wenn ich die Vorgeschichte besser gekannt hätte, dann wäre mir das Lesen sicher deutlich leichter gefallen und mir hätte das Buch so vielleicht auch noch viel besser gefallen als jetzt.

Vielleicht starte ich später noch einmal einen neuen Versuch, wenn ich die anderen Bände auch kenne. Dann verstehe ich mehr und kann die Begeisterung anderer Leser besser nachvollziehen.

Fazit: Mal etwas anderes, jedoch in meinen Augen nur etwas für all diejenigen, die die anderen Bände bereits kennen. Durchaus empfehlenswert!


Bewertung: 3/ 5 Sternen

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Nr. 1: "Wer morgens lacht" von Mirjam Pressler
 
 
Dieses Buch war das erste, was ich bei Lovelybooks gewonnen habe. Ich habe damit an der ersten Leserunde mit Gewinn teilgenommen. Die Leserunde lief ohne Autorenbeteiligung.
 
 
Inhaltsangabe:
 
Feinfühlig und intensiv wie selten erzählt Mirjam Pressler von zwei ungleichen Schwestern: Erst jetzt, Jahre nach Maries spurlosem Verschwinden, wagt Anne, sich den Erinnerungen zu stellen, die ihr fast den Atmen nehmen. Sie will der Wahrheit ins Gesicht sehen, will endlich wissen, was damals geschah. Dabei treten Familiengeheimnisse zutage, von denen sie nicht wusste. Doch wie weit kann man der eigenen Erinnerung wirklich trauen? »Ich muss sie loswerden, das ist meine einzige Chance, wieder nur ich zu sein. Bis heute sitzt sie mir im Genick, und wenn es mir mal gelingt, sie ein paar Tage zu verdrängen, taucht sie in meinen Träumen auf.« Anne war erst fünfzehn, als ihre ältere Schwester Marie spurlos verschwand. Doch in Annes Gedanken ist sie geradezu unheimlich präsent. Marie war immer die, die alles bekam. Zu schön, zu besonders und zu willensstark. Anne war immer nur die Vernünftige und Unscheinbare. Jetzt, als Biologie-Studentin – sie forscht über die symbiotischen und parasitären Beziehungen der Pilze -, möchte sie endlich aus Maries Schatten treten. Anne weiß, es gibt nicht nur eine einzige Wahrheit. Und tatsächlich werfen ihre Nachforschungen ein neues Licht auf die beiden Schwestern und ihre Kindheit, die kein Paradies war.
 
 
Autoreninfo:
 
Mirjam Pressler, geb. 1940 in Darmstadt, besuchte die Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt und lebt heute als freie Autorin und Übersetzerin in Landshut. Sie veröffentlichte zahlreiche Kinder- und Jugendbücher bei Beltz & Gelberg, darunter die Romane "Bitterschokolade", "Novemberkatzen", "Wenn das Glück kommt, muss man ihm einen Stuhl hinstellen" (Deutscher Jugendliteraturpreis) "Malka Mai" (Deutscher Bücherpreis), "Die Zeit der schlafenden Hunde", "Wundertütentage", "Golem stiller Bruder" und zuletzt "Nathan und seine Kinder". Mit "Ich sehne mich so. Die Lebensgeschichte der Anna Frank" schrieb sie eine eindrucksvolle Biographie von Anne Frank, deren Tagebuch sie neu übersetzt hat. Ihre Bücher wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet, für ihre "Verdienste an der deutschen Sprache" wurde sie 2001 mit der Carl-Zuckmayer-Medaille geehrt; für ihr Gesamtwerk als Autorin und Übersetzerin mit dem Deutschen Bücherpreis; für ihr Gesamtwerk als Übersetzerin mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises.
 
 
Meine Meinung:
 
Titel: Wenn Erinnerungen trügen... 

Anne, die uns hier ihre Geschichte erzählt, ist 22 Jahre alt und hat ein Problem: ihr seelisches Gleichgewicht ist gestört. Warum? Weil vor einigen Jahren ihre drei Jahre ältere Schwester Marie spurlos verschwand und keiner weiß, ob sie lebt oder tot ist. Was ist damals wirklich geschehen und warum verfolgt das Andenken an Marie Anne wie ein schwarzer Schatten?

Mirjam Pressler schafft es den Leser in eine andere Welt eintauchen zu lassen. Das Jugendbuch, welches sehr düster beginnt, nimmt einen mit auf eine Reise in die Persönlichkeit und die Gefühle eines jungen Menschen, den ein Ereignis die Gefühlswelt zerrüttet hat. Sie erzählt dabei aber immer nur so viel wie nötig und lässt dem Leser genug Interpretationsspielraum.

Ein Jugendbuch, das sehr persönlich daher kommt, aktuelle Themen anspricht und bewegt.

Mir hat an dem Buch besonders gefallen, dass es mich in meine eigene Kindheit zurück versetzt hat und die Erinnerung an meine eigene Großmutter wieder zum Leben erweckt hat. Als Leser fühlte ich mich direkt angesprochen.

Fazit: Ein gefühlvoller Jugendroman, der es schafft auch Erwachsene zu begeistern und in den Bann zu ziehen. Empfehlenswert!


Bewertung: 4/ 5 Sternen

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