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... im August 2015

Nr. 19: "School's out - Jetzt fängt das Leben an!" von Karolin Kolbe

  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Planet Girl; Auflage: 1. (13. Juli 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 352250464X
  • ISBN-13: 978-3522504645
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
Inhaltsangabe:

Die letzte Prüfung ist vorbei – das war´s mit Schule! Eigentlich sind Anni, Marlene, Clara und Lotte unzertrennlich. Aber jetzt machen sie sich auf den Weg, allein, ohne die besten Freundinnen an ihrer Seite und zerstreuen sich in alle Himmelsrichtungen: von Berlin bis nach Malaysia. Trotzdem bleiben sie verbunden über ihren Blog! Was sie in diesem einen Jahr erleben werden, ob bei Hilfsprojekten, im Studium oder auf einem Bauernhof in den Niederlanden, wen sie lieben werden und was sie über sich selbst erfahren, das steht noch in den Sternen. Nur so viel ist absolut sicher: dass sie sich wiedersehen werden – genau in einem Jahr, bei Lotte im Garten. 

Autoreninfo:

Karolin Kolbe, 1993 in Kassel geboren, denkt sich Geschichten aus, seitdem sie Kassetten aufnehmen und Buntstifte halten kann. Mit der Grundschulzeit begann das Aufschreiben und lässt sie nun nicht mehr los. Nach ihrem Abitur zog sie für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr nach Berlin, wo sie nun studiert. Die Autorin liebt interessante Menschen, gute Gespräche, spannende Bücher und Filme, bunte Farben, blühende Natur und die Sonne. 

Meine Meinung:

Titel: Die Schule ist vorbei, was nun?

Durch das freche Cover bin ich auf das Buch aufmerksam geworden und als Fan von Jugendbüchern war ich gespannt wie mir mein erstes Buch von Karolin Kolbe gefallen würde.

In der Geschichte geht es um vier Freundinnen, die ihr Abi gerade in der Tasche haben und sich nun auf den Weg ins Berufsleben wagen. Doch wie ist das, wenn es mit dem echten Leben los geht und man selber Entscheidungen treffen muss?

Die Handlung wird uns über einen allwissenden Erzähler näher gebracht, der aus vier Perspektiven das Geschehen beleuchtet, denn mal begleiten wir Lotte in den Niederlanden, Anni auf ihrem Malaysiatrip, Clara in Berlin und Marlene bei ihrem Studium in Kassel. Auch die Gefühlswelt der Mädchen kommt dabei nicht zu kurz.

Mir hat vor allem gefallen, dass die dargestellten Charaktere sehr unterschiedlich sind, so dass jeder Leser seine Favoritin finden wird. Ich konnte mich am meisten mit der auf dem Land lebenden Lotte identifizieren, aber auch die Probleme der anderen Mädchen gingen mir nahe.

Der Autorin gelingt er sehr gut das Erwachsenwerden zu beleuchten. Hier hat mir gut gefallen, dass nicht immer alles glatt geht und die Mädchen trotz der ein oder anderen Schwierigkeit ihren Weg gehen. Man muss auch mal scheitern dürfen.

Die angesprochene Altersgruppe wird auf jeden Fall ihren Spaß an der Lektüre haben und auch ich fühlte mich gut unterhalten. Das jugendliche Esprit des Buches sorgt dafür, dass man sich gut an seine eigene Nachschulzeit erinnert und sich beim Lesen glatt um einige Jahre jünger fühlt.

Fazit: Ein ermutigendes Buch, das ich gern weiterempfehle. Ich habe es gern gelesen.


Bewertung: 4/ 5 Sternen 

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Nr. 18: "Ein Sommer in Wales" von Constanze Wilken

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (20. Juli 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442479622
  • ISBN-13: 978-3442479627
Inhaltsangabe:

Die sechzehnjährige Ally Carter verbringt die Sommerferien mit ihren Eltern und ihrem zehnjährigen Bruder Simon im walisischen Küstenort Cardigan Bay. Als sie sich eines Tages heimlich mit dem Studenten David verabredet, anstatt sich um ihren Bruder zu kümmern, macht sich Simon auf, um das geheimnisvolle Morlan House zu erkunden. Doch Simon kehrt nie zurück; am Abend wird seine Leiche in der Bucht gefunden. Zehn Jahre später: Als Ally den Auftrag erhält, einen Reisebericht über Cardigan Bay und Morlan House zu schreiben, muss sie sich ihren Schuldgefühlen und Ängsten stellen. Doch bei ihren Recherchen macht sie eine schreckliche Entdeckung...

Autoreninfo:

Nach dem Studium der Kunstgeschichte in Kiel ging Constanze Wilken nach Wales, wo sie mehrere Jahre lebte und an ihrer Promotion arbeitete. In Wales entstand die Idee zu ihrem ersten Roman. Neben dem Schreiben bestimmt die Liebe zu Kunst und Antiquitäten das Schaffen der Autorin, deren Recherchereisen sie quer durch Europa führen. Die Autorin lebt und arbeitet mit ihrer Familie, ihren Hunden und Katzen, in der Zurückgezogenheit ihrer nordfriesischen Heimat. 

Meine Meinung: 

Titel: Was damals wirklich geschah...

Der Klappentext des Buches sprach mich so derbe an, dass ich es wagte mein erstes Buch von Constanze Wilken zu lesen und ich habe es nicht bereut.

In der Geschichte geht es um die 26 jährige Journalistin Ally Carter, die einen neuen Auftrag erhalten hat, den sie auf keinen Fall ausführen kann. Sie soll über Cardigan Bay, einen walisischen Küstenort schreiben, aber hier ist das Schlimmste ihres Lebens passiert: ihr kleiner Bruder starb dort. Seitdem quälen sie Schuldgefühle und Selbstvorwürfe, doch irgendwann muss man sich wohl der Vergangenheit stellen. Kaum wieder am Ort des Geschehens entdeckt sie bei ihrer Recherche Erstaunliches. Was ist damals eigentlich wirklich passiert?

Die Ereignisse werden uns über einen beobachtenden Erzähler näher gebracht, der alles genau im Blick hat. Das ist auch genau das wodurch dieser Roman am meisten besticht, denn ausführliche Beschreibungen der Landschaft und der Protagonisten sorgen dafür, dass man ein klares Bild vor Augen geführt bekommt. Mir hatten es gerade die Landschaftsbeschreibungen angetan, die meine Neugierde für Wales weckten.

Im Fokus steht natürlich Ally, die in meinen Augen eine tragische Figur ist, denn als junges Mädchen ist sie da in eine Sache geraten, die ihr Leben auf den Kopf gestellt hat. Als Leser konnte man sich intensiv in sie einfühlen und verstehen, warum sie so ist wie sie ist. Vor allem ihren Beweggrund nie wieder Morlan House besuchen zu wollen, war absolut klar. Die anderen Charaktere werden nicht so intensiv gezeichnet wie Ally, was mich persönlich aber nicht gestört hat. Mir hat gefallen, dass der ein oder andere schon sehr ungewöhnlich war wie zum Beispiel Iorwerth.

Besonders glaubhaft dargestellt ist der Zerfall von Allys Familie aufgrund von Simons Tod. Man kann sich sehr gut vorstellen wie stark es Eltern belasten muss ein Kind so jung zu verlieren und nicht zu wissen, was da genau vorgefallen ist. Das bedrückt alle Beteiligten und sorgt für Schuldgefühle oder gar Schuldzuweisungen.

Die Auflösung des Falls kommt erst ganz zum Schluss und hat mich sehr überrascht. Man hätte darauf gewiss kommen können, aber ich hatte damit wirklich nicht gerechnet.

Der Roman bietet den perfekten Mix aus Krimi, Familiengeschichte und Liebesroman.

Fazit: Für mich die gelungene Unterhaltung für den Sommerurlaub oder um sich bei nasskalten Tagen auf dem Sofa einzukuscheln. Lesenswert, ich empfehle den Roman gerne weiter!


Bewertung: 4/ 5 Sternen
 
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Nr. 17: "Vaters unbekanntes Land" von Bernhard Stäber

  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Egmont LYX; Auflage: 1 (6. November 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3802595793
  • ISBN-13: 978-3802595790
Inhaltsangabe:

Der Psychologe Arne Eriksen – halb Norweger, halb Deutscher – zieht nach einem traumatischen Erlebnis von Berlin nach Haugesund in Norwegen. Hier trifft er auf die junge Kommissarin Kari Bergland, die in einem grausamen Mordfall ermittelt und in einer Sackgasse gelandet ist. Arnes Wissen auf dem Gebiet der Psychologie könnte helfen, ein Profil des Täters zu erstellen, um neue Opfer zu verhindern... 

Autoreninfo:

Bernhard Stäber, geboren 1967 in München, lebt und arbeitet im norwegischen Telemark. Er kann bereits auf mehrere Bücher zurückblicken, die er unter Pseudonym veröffentlicht hat, und lässt im vorliegenden Roman seine Erfahrungen als Auswanderer facettenreich einfließen. 

Meine Meinung:

Titel: Der erste Fall für Arne Eriksen...

Als Fan von nordischen Krimis und Thrillern freute ich mich schon sehr auf die Lektüre, denn lesetechnisch war ich schon länger nicht mehr in Norwegen. Dies war mein erstes Buch von Bernhard Stäber, wird aber gewiss nicht mein letztes gewesen sein.

In der Geschichte geht es um den Psychologen Arne Eriksen, der im Land seine Vaters einen Neuanfang wagt. Berlin hat er nach einer Patientenattacke verlassen und leidet seit dem Vorfall unter schlimmen Panikattacken. Eigentlich will er sich in der Wohnung seiner Tante verkriechen, aber als die liebenswerte Kommissarin Kari Bergland ihn um seine Hilfe als psychologischer Berater bittet, da willigt er wiederwillig ein. Karis aktueller Fall hat es in sich, denn der Sohn eines prominenten Zeitungsverlegers wurde ermordet. Wer steckt hinter der Tat? Können Arne und Kari den Fall lösen?

Die Handlung wird uns über einen beobachtenden Erzähler vermittelt, der uns aus verschiedenen Perspektiven an dem Geschehen teilhaben lässt. Mal begleiten wir Familienmitglieder des Toten, mal Arne oder die ermittelnden Polizisten, so dass man einen perfekten Überblick über die Ereignisse bekommt.

Norwegen als Setting ist hier ebenfalls gut gelungen, gerade die Abgeschiedenheit und Ruhe vom Norden des Landes kam sehr gut rüber.

Bernhard Stäber hat mit dem Protagonisten Arne Eriksen einen ganz besonderen Charakter geschaffen. Arnes Probleme werden detailliert beschrieben, so dass man von seinem psychologischen Problem ein genaues Bild bekommt und Verständnis für ihn aufbringt. Das was damals geschah erfährt man nach und nach in Rückblenden, was mir gut gefiel. Er ist zwar ein kauziger Akteur, aber man schließt ihn schnell ins Herz, denn in seinem Inneren ist er ein ganz feiner Kerl. Doch nicht nur Arne ist gut gezeichnet, wissen doch auch andere Darsteller zu überzeugen. Kari Bergland zum Beispiel ist eine taffe Polizistin, die weiß was sie kann und dennoch gern die Unterstützung anderer annimmt, denn im Team kommt man schneller ans Ziel. Klein aber oho passt hervorragend zu ihr. Und auch ihr Kumpel Frode hat für gute Unterhaltung gesorgt, denn über ihn musste ich ein ums andere Mal schmunzeln.

Der vorliegende Fall hat es ebenfalls in sich, denn der Tod von Eivind Tverdal gibt Rätsel auf. Warum wurde gerade er ausgesucht? Warum hat der Täter die Leiche verstümmelt? Und vor allem: Was hat eine Kunstausstellung damit zu tun? Als Leser kann man hier hervorragend mit rätseln und am Ende ist man dennoch mehr als überrascht über die Auflösung. Gerade zum Schluss kommt es zu einem fulminanten Showdown, der einem den Atem beim Lesen nimmt.

Fazit: Ein vielversprechender erster Teil einer Ermittlerreihe, den ich unheimlich gern gelesen habe. Ich freue mich schon auf das Erscheinen von "Kalt wie Nordlicht" und kann dieses Buch nur uneingeschränkt empfehlen. Absolut lesenswert!


Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Nr. 16: "Die rote Königin" von Victoria Aveyard

  • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
  • Verlag: Carlsen (28. Mai 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3551583269
  • ISBN-13: 978-3551583260
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Inhaltsangabe:

Rot oder Silber – Mares Welt wird von der Farbe des Blutes bestimmt. Sie selbst gehört zu den niederen Roten, deren Aufgabe es ist, der Silber-Elite zu dienen. Denn die – und nur die – besitzt übernatürliche Kräfte. Doch als Mare bei ihrer Arbeit in der Sommerresidenz des Königs in Gefahr gerät, geschieht das Unfassbare: Sie, eine Rote, rettet sich mit Hilfe besonderer Fähigkeiten! Um Aufruhr zu vermeiden, wird sie als verschollen geglaubte Silber-Adlige ausgegeben und mit dem jüngsten Prinzen verlobt. Dabei ist es dessen Bruder, der Thronfolger, der Mares Gefühle durcheinander bringt. Doch von jetzt an gelten die Regeln des Hofes, Mare darf sich keine Fehler erlauben. Trotzdem nutzt sie ihre Position, um die aufkeimende Rote Rebellion zu unterstützen. Sie riskiert dabei ihr Leben – und ihr Herz …

Autoreninfo:

Victoria Aveyard wuchs im Osten der USA auf, in einer Kleinstadt in Massachusetts. Von dort zog sie an die Westküste, um in Los Angeles an der University of Southern California Drehbuchschreiben zu studieren. Sie hat ein Faible für Geschichte, für Explosionen und für taffe Heldinnen und schreibt am liebsten Bücher, in denen sie alles drei kombinieren kann.

Meine Meinung:

Titel: Solider Reihenstart, mehr aber auch nicht...

Auf die Lektüre dieses Buches hatte ich mich wirklich gefreut, klang der Klappentext doch so verlockend, ist das Cover einfach nur der Hammer und hatte ich doch so viel Gutes über diesen Jugendroman gehört. Nur leider wollte bei mir der Funke nicht so recht überspringen.

Die Autorin entführt uns in eine Welt, die aus Roten und Silbernen besteht. Die Roten sind die Sklaven, die Silbernen die Herrscher mit besonderen Fähigkeiten. Mare gehört zu den Roten und führt ein beschauliches Leben bis sie entdeckt, dass sie anders ist. Doch diese Andersartigkeit sorgt schnell für Probleme. Was ist Mare? Und kann sie dem System entkommen?

Die Handlung wird uns über Mare als Ich- Erzählerin näher gebracht, so dass der Fokus der Geschichte auf ihr liegt und wir Leser in ihr tiefstes Inneres blicken dürfen und ihre Gefühlswelt live mit verfolgen. Dadurch kamen allerdings für meinen Geschmack die Nebencharaktere zu kurz. Außer den beiden Prinzen und Mare ist mir kein anderer Protagonist wirklich im Gedächtnis geblieben. Mare selbst mochte ich anfangs sehr, doch ihre Zerrissenheit hat mich im Verlauf der Geschichte immer mehr verwirrt.

Der Einstieg in die Lektüre fiel mir alles andere als leicht, denn es werden viele Personen vorgestellt, die durch unterschiedliche Farben und Fähigkeiten gekennzeichnet sind. Die Mehrzahl all derer konnte ich nur schwer auseinander halten. Sie waren sich doch alle recht ähnlich.

So richtig spannend wurde das Buch auch erst auf den letzten hundert Seiten und erinnerte mich vom Grausamkeitsfaktor schon an Bücher wie "Endgame". Das Ende war dann wirklich eine kleine Überraschung.

Leider hat für mich das gewisse Etwas gefehlt, weshalb ich noch nicht weiß, ob ich den Folgeband dann lesen möchte oder nicht.

Fazit: Solider Startband einer neuen Reihe, die mit interessanten Ideen daher kommt, mir persönlich aber etwas zu oberflächlich war. Ich kann das Buch daher nur bedingt empfehlen...


Bewertung: 3/ 5 Sternen

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Nr. 15: "Das verschlossene Zimmer" von Mascha Vassena

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (13. Juli 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492305857
  • ISBN-13: 978-3492305853
Inhaltsangabe:

Trotz ihrer Brückenphobie reist Lena nach Venedig, um die Familie ihrer Mutter kennenzulernen. Doch im labyrinthischen Palazzo der Orlandis kommt es zu unheimlichen Vorfällen: Weshalb kennt Lena sich im Palazzo so gut aus? Woher kommen die Schreie, die nachts durch die Gänge hallen? Lena lässt sich nicht einschüchtern und entdeckt eine tragische Wahrheit, die in den dunklen Wassern der Stadt verborgen liegt ... 

Autoreninfo:

Mascha Vassena studierte Kommunikationsdesign und arbeitete mehrere Jahre als freie Journalistin in Hamburg, bis sie 2001 ein Literaturstipendium der Akademie Schloss Solitude erhielt. 2005 erschien unter dem Namen Mascha Kurtz ihr Erzählband "Räuber und Gendarm". Nach einem Ausflug in die Jugendfantasy schreibt sie jetzt über Frauen, die sich der Vergangenheit stellen müssen, um ihr Leben in die richtige Bahn lenken zu können. Sie glaubt, das wir alle das früher oder später tun müssen, wenn wir glücklich werden wollen. 

Meine Meinung:

Titel: Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln...

Da ich noch nie in Venedig war, wollte ich wenigstens über dieses spannende Buch eine Reise in die Stadt wagen. Der vorliegende Roman war der erste, den ich von Mascha Vassena gelesen habe.

In der Geschichte geht es um Lena, die ihre Familie mütterlicherseits näher kennenlernen will und deswegen nach Venedig reist, auch wenn ihre Mutter das nicht möchte. Auf dem Anwesen der Familie Orlandi kommt es alsbald zu merkwürdigen Ereignissen. Lena hat das Gefühl schon ein Mal dort gewesen zu sein. Kann das wirklich stimmen? Wird Lena das Geheimnis ihrer Familie lüften können?

Ein allwissender Erzähler führt uns durch die Ereignisse, die uns über zwei Handlungsstränge näher gebracht werden. Gelungen fand ich zudem, dass jedem Kapitel vorangestellt ist, in welcher Zeit und wo die Handlung spielt, das sorgt für eine bessere Orientierung.

Lena hat es nicht leicht als sie bei ihrer Familie in Venedig ankommt, denn nicht nur ihre Brückenphobie plagt sie, sondern man begegnet ihr auch mit einer gehörigen Portion Abwehr. Was haben denn nur alle zu verbergen und warum brach ihre Mutter einst mit der Familie?

In Lena erwacht der Spürsinn und der Leser erfährt mit ihr nach und nach, was damals wirklich geschehen ist.

Die Offenbarungen lassen einen als Leser nicht kalt und man ist erstaunt zu was Menschen alles fähig sein können. Die Auflösung erahnt man zwar, hat mir aber dennoch gut gefallen. Ich mag es, wenn man mit rätseln kann und auch von allein auf die Lösung kommt, als am Ende eine Erklärung geboten zu bekommen, die man nicht ansatzweise hätte erahnen können.

Die dargestellten Personen, allen voran Lena, waren gut gezeichnet. Man konnte sie sich gut vorstellen und sich in sie hineinversetzen.

Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd und mit ihren Beschreibungen konnte man sich das Palazzo der Familie und die Stadt sehr gut vorstellen.

Fazit: Spannende Unterhaltung, die ich nur zu gern weiterempfehle.


Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Nr. 14: "Die Mitternachtsstunde" von Pamela Hartshorne

  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (20. Juli 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442479568
  • ISBN-13: 978-3442479566
Inhaltsangabe:

York 1561: Bei einem harmlosen Spiel mit ihrem Liebsten Tom fällt die junge Nell Appleby Toms älterem Bruder auf. Von da an wird der böswillige Ralph, der den beiden ihre Liebe missgönnt, Nell nicht mehr vergessen und alles dafür tun, um sie ganz für sich zu haben. Mehr als viereinhalb Jahrhunderte später zieht es die Historikerin Tess ins englische York. Zuflucht findet die junge Mutter mit ihrem kleinen Sohn im Haus eines Freundes, gelegen in der malerischen Altstadt. Doch zur Ruhe kommt Tess dort nicht. Immer öfter hat sie seltsame Träume, in denen sie in die elisabethanische Zeit und in das Leben einer anderen jungen Frau abtaucht: Nell. Je mehr Tess über Nells Schicksal erfährt, desto sicherer ist sie: Nur wenn sie Nells Geschichte entschlüsselt, kann auch sie selbst ihr Glück finden ... 

Autoreninfo:

Pamela Hartshorne hat als Redaktionsassistentin für den Observer gearbeitet, als Köchin auf einer Farm im australischen Outback und als Produktionsassistentin des Open Air Theatre in Regent's Park. Um ihre Promotion im Bereich Mediävistik zu finanzieren, wandte sie sich schließlich dem Schreiben zu. In den vergangenen fünfzehn Jahren gelang es Pamela Hartshorne, ihre historischen Forschungen mit einer Karriere als Schriftstellerin zu kombinieren, und sie wurde bereits mit zwei der renommiertesten Preise im Genre der romantischen Unterhaltung ausgezeichnet. 

Meine Meinung:

Titel: Zwei Frauen über Jahrhunderte vereint...

Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um den zweiten Roman aus der Feder der Autorin, jedoch um den ersten, den ich von ihr gelesen habe.

In der Geschichte geht es um zwei starke Frauen, die ihren Mann stehen müssen. Während Magd Nell dies im York des 16. Jahrhunderts tut, ist Tess in der Gegenwart dabei ihr Leben neu aufzubauen. Nach der Trennung von ihrem Mann Martin versucht Tess neu Fuß zu fassen, doch Martin lässt sie einfach nicht. Doch nicht nur das, wird sie auch von unheimlichen Träumen heimgesucht, die die Historikerin in das Leben von Nell eintauchen lassen. Wird es den Frauen gelingen den Fängen der Männer zu entkommen?

Die Ereignisse spielen auf zwei Zeitebenen, die dicht miteinander verwoben sind. Durch die Geschehnisse führt uns ein beobachtender Erzähler.

Gleich zu Beginn bekommt der Leser eine Karte von York gereicht, was für eine bessere Übersicht sorgt.

Die Handlung um Tess nimmt einen größeren Raum ein, tut dem Unterhaltungswert des Romans aber keinen Abbruch. Beide Frauen haben ihre Schicksalspäckchen zu tragen und gehen recht unterschiedlich damit um. In Tess konnte ich mich mehr einfühlen, weil ich mich ihr einfach näher fühlte. Ansonsten sind die Charaktere durchweg gut gezeichnet, so dass man sich ein gutes Bild von ihnen machen konnte.

Leider nicht so gut gefallen hat mir, dass die Verbindung zwischen den Frauen auf eine Art Reinkarnation beruht, etwas an das ich einfach nicht glauben kann. Ich bin wirklich ein Fan von Zeitreisen, aber mit Wiedergeburt und Co habe ich dann doch so meine Probleme, dafür bin ich dann doch zu sehr Realist.

Während mir der Start der Geschichte noch unheimlich gut gefiel, nimmt das Thema "Reinkarnation" einen immer größeren Raum ein, was mir weniger gefiel. Zudem glaubte ich einen historisch angehauchten Roman in den Händen zu halten, doch dem war nur teilweise so.

Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen und konnte mich wirklich sehr fesseln. Mit ihrer bildhaften Sprache gelang er ihr mir ein detailliertes Bild von Tess und Co vor Augen zu zaubern.

Das Ende des Buches war ein absoluter Showdown, der mich teilweise ein wenig geschockt hat, denn das hatte ich nun wirklich nicht erwartet. Leider wird am Schluss nicht geklärt, wo die Verbindung zwischen den beiden Frauen genau bestand, hier ist der Leser also selbst gefordert.

Fazit: Für Reinkarnationsfans ein absolutes Must- Read würde ich mal sagen, für alle anderen ein solider Unterhaltungsroman. Ich empfehle ihn bedingt weiter!


Bewertung: 3/ 5 Sternen

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Nr. 13: "Der Kameliengarten" von Sarah Jio

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Diana Verlag (10. August 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453358473
  • ISBN-13: 978-3453358478
Inhaltsangabe:

Auf dem verwunschenen englischen Landsitz Livingston Manor fühlt sich Addison wie in eine andere Zeit versetzt. Einen Sommer lang will sich ihr Mann hier für seinen Roman inspirieren lassen, doch es ist vor allem Addison, die das Anwesen in seinen Bann zieht. Inmitten des jahrhundertealten Gartens stößt sie auf die Geschichte einer ganz besonderen Blume, einer unerfüllten Liebe und einer tragischen Verwechslung … 

Autoreninfo:

Sarah Jio ist Journalistin und schreibt für verschiedene Zeitungen und Magazine, u. a. Glamour, SELF, The Seattle Times und Marie Claire. Ihre Romane sind Bestseller und wurden in insgesamt 22 Ländern veröffentlicht. 

Meine Meinung:

Titel: Herrlich leichte Sommerlektüre...

Als Fan von Familiengeschichten entschied ich mich für dieses Buch, hatte ich zudem vorher noch nichts von Sarah Jio gelesen.

In der Geschichte geht es um die Frauen Flora und Addison. Während Flora 1940 auf Livingston Manor lebt, hat es Addison 60 Jahre später dorthin verschlagen. Das prächtige Anwesen birgt jedoch ein Geheimnis, das es zu lüften gilt. Kann Addison diesem Rätsel auf die Spur kommen?

Die Ereignisse werden uns im regen Wechsel mal aus der Sicht von Flora und mal aus der Sicht von Addison näher gebracht, die jeweils als Ich- Erzählerin fungieren. Dieser stete Wechsel sorgt für zusätzlich Spannung, da die einzelnen Kapitel oft an den interessanten Stellen enden.

Der Roman besticht vor allem durch die wunderbaren Beschreibungen der Autorin. Den luxuriösen Landsitz kann man sich sehr gut vorstellen und auch dessen Anziehungskraft nachvollziehen.

Bei den beiden gewählten Hauptcharakteren handelt es sich um starke Frauen, deren Probleme man gerade als Leserin sehr gut nachvollziehen kann. Ich hätte mir vielleicht ein klein wenig mehr Tiefgang gewünscht, aber auch so konnten mich die Personen Großteils überzeugen.

Interessant an dem Buch ist wohl auch, dass ein wenig Agenten- Krimi in ihm schlummert, denn Flora hat einen geheimen Auftrag zu erfüllen und ein Unglück spielt ebenfalls eine Rolle.

Der Roman lässt sich unheimlich angenehm lesen, weil die Autorin hauptsächlich einfache Sätze benutzt ohne dabei Niveau missen zu lassen.

Als Leser lüftet man so nach und nach die im Buch gestreuten Geheimnisse. Mir hat hier gut gefallen, dass nicht alles am Ende auf einen hereinstürzt, sondern man stückchenweise immer mehr erfährt.

Schön fand ich zudem die Rolle der Kamelie, eine Blumenart, die bisher in meinem Bewusstsein noch nicht existiert hat, zu Unrecht wie ich durch diesen Roman nun erfahren habe.

Fazit: Leichte Kost, die perfekte Unterhaltung für den Sommerurlaub. Gern spreche ich eine Leseempfehlung aus.


Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Nr. 12: "Das Jahr der Wunder" von Amy Hatvany


  • Broschiert: 448 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag (27. Juli 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764505508
  • ISBN-13: 978-3764505509
Inhaltsangabe:

Hannah Scotts Welt zerbrach an dem Tag, als ihre Tochter Emily bei einem tragischen Unfall ums Leben kam. Nun, ein Jahr später, begegnet Hannah unerwartet der fünfzehnjährigen Maddie Bell, der Emilys Organspende das Leben rettete... 

Autoreninfo:

Amy Hatvany wurde 1972 in Seattle geboren und studierte an der Western Washington University Soziologie. Nach einer Reihe sehr unterschiedlicher Jobs, von denen sie einige mochte, andere wiederum gar nicht, beschloss sie schließlich, sich ganz dem Schreiben zuzuwenden. Amy Hatvany lebt mit ihrer Familie in Seattle. 

Meine Meinung:

Titel: Das Leben, das kostbarste Geschenk auf Erden?

Der überaus ansprechende Klappentext hat mich neugierig auf das Buch werden lassen und ich begann unvoreingenommen zu lesen, denn von der Autorin war dies mein erster Roman.

In der Geschichte geht es um zwei Mütter- Töchter- Gespanne, die durch ein Unglück zusammenfinden. Hannah verliert ihre 12 Jahre alte Tochter Emily bei einem Autounfall. Sie trifft die schwere Entscheidung die Organe ihrer Tochter zu spenden und rettet damit unter anderem das Leben von Maddie Bell. Maddies Leben ist so zwar gerettet, doch hilft ihr das nicht bei den alltäglichen Familienproblemen. Und dann taucht plötzlich Hannah im Leben der Familie Bell auf. Wird sich dadurch etwas ändern?

Ein beobachtender Erzähler führt uns durch die Geschehnisse und beleuchtet dabei die Ereignisse zum Einen aus der Sicht von Hannah und zum Anderen aus der Sicht von Olivia und ihrer Tochter Maddie.

Die dargestellten Charaktere sind sehr realistisch gezeichnet. Jeder hat so seine Probleme zu bewältigen. Während Hannah den Tod ihrer Tochter verarbeiten muss, können Olivia und Maddie sich zwar über Maddies neu gewonnenes Leben freuen, leiden aber unter ihrem gewalttätigen Vater und haben zudem auch noch finanzielle Probleme.

Die Autorin schreibt detailliert und vor allem emotional, was mir sehr gut gefallen hat, denn das Schicksal der drei Frauen lässt einen nicht mehr los. Die Gefühle jeder Einzelnen konnte ich mir gut vorstellen, weshalb das Buch nicht zur leichten Unterhaltungslektüre zählt. Auch wenn ich keine Mutter bin, so wusste ich doch sehr genau wie die beiden Mütter im Buch leiden müssen und konnte mich gut in sie einfühlen.

Das angesprochene Thema „Organspende“ ist heute aktueller denn je. Mich haben die von der Autorin dargestellten Situationen ein ums andere Mal nachdenklich gestimmt. Was würde man selbst in so einer Situation tun?

Fazit: Für mich ein bewegendes Buch, was mich gewiss nicht kalt gelassen hat. Ich empfehle es gern weiter. Wem Schicksalsschläge berühren, der wird dieses Buch mögen. Vor allem für Mütter und Töchter geeignet.


Bewertung: 4/ 5 Sternen
 
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Nr. 11: "Das Lied des blauen Mondes" von Natalie Simon


  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (19. Juni 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746631408
  • ISBN-13: 978-3746631400
Inhaltsangabe:

Ein Lied für dich Juliette hat gerade ihre unglückliche Beziehung beendet und will jetzt vor allem eins: in Ruhe Möbel restaurieren. Doch plötzlich taucht ihre kapriziöse Tante Manon auf, die in den 60ern eine erfolgreiche Chansonnière war. Sie ist nach Paris zurückgekehrt, um ein Erbe anzutreten, das Erinnerungen an eine Zeit voller Leidenschaft und Musik weckt. Und an ihre eine, große Liebe. An die glaubt Juliette schon lange nicht mehr. Doch dann tritt Gérard in ihr Leben, und Manon zeigt ihr, dass es sich lohnt, für die Liebe zu kämpfen. Eine zauberhafte Liebesgeschichte, leicht wie ein Chanson und très français! 

Autoreninfo:

Hinter Natalie Simon stehen die beiden Autorinnen Tania Schlie und Katrin Traoré. Tania Schlie schreibt Romane und kunst- und kulturhistorische Bücher und arbeitet als freie Lektorin. Katrin Traoré ist neben ihrer Arbeit als Autorin in einer Stiftung tätig. Sie sind seit dem Studium befreundet und haben zur selben Zeit ein Jahr in Paris verbracht. Damals entstand ihre Liebe zu der Stadt. Und schon damals haben sie für schöne Liebesgeschichten geschwärmt. 

Meine Meinung:

Titel: Eine zauberhafte Reise nach Paris…

Von dem Autorenduo, welches sich hinter Natalie Simon verbirgt, hatte ich noch nichts gelesen, weshalb ich mich gespannt an die Lektüre machte. Und der Klappentext versprach nicht zu viel.

In der Geschichte geht es um Juliette, die gerade eine Trennung hinter sich hat. Sie möchte ihr Leben grundlegend verändern, als plötzlich ihre Tante Manon auftaucht, die einst eine berühmte Sängerin war. Manon ist nach Paris zurückgekehrt, um eine Erbangelegenheit zu klären und erinnert sich dabei zurück an ihre einstige große Liebe. Gibt es die einzig wahre Liebe wirklich?

Die große Stärke des Romans ist ganz klar das Bild, welches die beiden Autorinnen von der Stadt der Liebe zeichnen, denn als Leser fühlt man sich genau dorthin versetzt, auch wenn man diese noch nie gesehen hat. Das Flair und der Lebensstil kommen sehr gut rüber.

Die Handlung wird uns über zwei Handlungsstränge näher gebracht, denn mal sind wir in der Gegenwart mit Juliette und/ oder Manon unterwegs und mal erleben wir in der Vergangenheit, die bis in die Zeit des 2. Weltkrieges reicht, das Leben von Manon, welches spannender kaum sein könnte.

Die dargestellten Charaktere sind sehr unterschiedlich, da ist gewiss für jeden etwas dabei. Während ich Juliette recht anstrengend fand mit ihrem teils diffusem Verhalten, so war Manon für mich eine Grande Dame, die man einfach nur bewundern kann. Trotz ihrer Erfahrungen, die sie im Leben machen musste, hat sie ihren Lebensmut, ihre Warmherzigkeit und Lebensfreude nie verloren. Mit ihr wäre ich sehr gern befreundet, eine Frau mit der man gewiss über alles plaudern kann und gute Ratschläge erhält.

Normalerweise mag ich es in Romanen gar nicht, wenn fremdsprachige Begriffe oder Sätze im Text mit eingebaut sind, weil man oft den Zusammenhang dann nicht versteht, wenn man die Sprache nicht oder nur wenig beherrscht. Hier war es jedoch sehr passend, weil es das französische Flair zusätzlich unterstreicht und sich die Bedeutung ohne Weiteres aus dem Kontext entnehmen lässt.

Wer sich eine Reise in die Stadt der Liebe nicht leisten kann, dem gelingt es mit diesem Roman das kostengünstig zu ändern.

Fazit: Mich hat der Roman vollends überzeugen können, weshalb ich nur eine klare Leseempfehlung aussprechen kann. Klasse!


Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Nr. 10: "Heute trägt der Himmel Seide" von Ellen Alpsten

  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Coppenrath, F; Auflage: 1 (Juni 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3649617048
  • ISBN-13: 978-3649617044
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Inhaltsangabe:

Alice‘ Leben startet jetzt! Mit einem Studienplatz an der renommierten „London School of Art & Fashion" scheint ihr die Welt zu Füßen zu liegen. Und dann lernt sie auch noch den gut aussehenden Musiker Ned kennen. Hals über Kopf stürzt Alice sich ins Leben und in eine neue Liebe. Doch der Konkurrenzkampf an der Uni ist enorm, ihre Mitbewohnerin Kim will sie offensichtlich loswerden und auch Ned verhält sich seltsam. Alice lässt nicht locker, aber der Blick hinter die Fassade bringt ihre perfekte Welt plötzlich dramatisch ins Wanken. 

Autoreninfo:

Ellen Alpsten hat sich schon immer für andere Länder und Kulturen interessiert. Sie wurde 1971 in Kenia geboren, verbrachte ihre Kindheit und Jugend dort und studierte dann in Köln und Paris. Sie arbeitete in der Entwicklungshilfe an der Deutschen Botschaft Nairobi und als Moderatorin bei Bloomberg TV. Heute ist sie freie Schriftstellerin und Journalistin, u.a. für die FAZ und Spiegel Online. Ellen Alpsten lebt mit ihrer Familie in London. 

Meine Meinung:

Titel: Leben und lieben in London…

Als Londonfan und Modeinteressierte dachte ich, dass dieser Roman genau das Richtige für mich ist, was sich beim Lesen dann auch bestätigt hat. Nun ja und die Optik des Buches trug ebenfalls zur Überzeugung bei. Es war übrigens mein erstes Buch der Autorin.

In der Geschichte geht es um die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Alice, deren Leben sich völlig verändert als sie einen Platz an der renommiertesten Kunst- und Modeuniversität Londons bekommt. Alice muss alles dafür geben, um ein Stipendium zu bekommen, denn ihre Eltern können ihr das nicht finanzieren. An der Uni begegnet sie dem Musiker Ned, der ihr den Kopf verdreht. Doch das ist nicht das einzige Problem, denn die Konkurrenz ist groß. Wird ihr Streben nach Erfolg gelingen und sie ihren Traum verwirklichen können?

Auffällig an dem Buch war für mich erst einmal der unglaublich fesselnde Schreibstil der Autorin. Es ist zwar schon viele Jahre her, dass ich das letzte Mal in London war, aber durch ihre Schilderungen hatte ich diese tolle Stadt wieder sehr bildhaft vor Augen.

Alice steht als Hauptakteurin im Mittelpunkt des Geschehens. Sie ist eine Person wie du und ich, weshalb man sich mit ihr sehr gut identifizieren konnte. Ihre Probleme und Sorgen hat wohl jeder andere Jugendliche an der Schule oder später beim Studium in ähnlicher Ausprägung. Dass der Wechsel vom Land in die Großstadt kompliziert ist, das kann sich wohl jeder ausmalen.

Die Nebencharaktere sind ebenfalls sehr gut gezeichnet, wobei man schon sehr schnell erkennt, wer gut und wer böse ist, aber es handelt sich hier um ein Jugendbuch, da ist das völlig legitim.

Mir hat sehr gut gefallen, dass das Buch auch eine Botschaft hat, denn wer hart für seine Träume kämpft, der kann diese auch umsetzen und schafft etwas, egal wie die familiären Hintergründe aussehen.

Einziger Kritikpunkt: Mit dem Ende war ich nicht ganz zufrieden, da ich die Sache mit dem Kleid als wenig realistisch ansehe.

Fazit: Ein toller Jugendroman, der nach London und in die Modewelt entführt. In meinen Augen eher etwas für das weibliche Geschlecht. Gern empfehle ich das Buch weiter!


Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Nr. 9: "Stimmen" von Ursula Poznanski


  • Broschiert: 448 Seiten
  • Verlag: Wunderlich (6. März 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3805250622
  • ISBN-13: 978-3805250627
Inhaltsangabe:

Er hatte die Zeichen gesehen. Er sah sie seit Jahren schon, und hatte immer wieder versucht, die Menschen zu warnen, doch nie wollte jemand ihm glauben. Sie hatten ein Opfer dargebracht. Auf keinen Fall durften sie ihn hören. Sie wissen, wer du bist.
Menschen, die wirr vor sich hinmurmeln. Die sich entblößen, Stimmen hören: Die Psychiatriestation des Klinikums Salzburg-Nord ist auf besonders schwere Fälle spezialisiert. Als einer der Ärzte ermordet in einem Untersuchungsraum gefunden wird, muss die Ermittlerin Beatrice Kaspary versuchen, Informationen aus den Patienten herauszulocken. Aus traumatisierten Seelen, die in ihrer eigenen Welt leben. Und nach eigenen Regeln spielen... 


Autoreninfo:

Ursula  Poznanski wurde 1968 in Wien geboren. Sie war viele Jahre als Journalistin für medizinische Zeitschriften tätig. Nach dem Erfolg ihrer Jugendromane "Erebos", "Saeculum" und der Trilogie "Die Verratenen", "Die Verschworenen" und "Die Vernichteten" landete sie bereits mit ihrem ersten Thriller "Fünf" auf der Bestsellerliste. 2013 folgte "Blinde Vögel". "Stimmen" ist der dritte Fall des sympathischen Ermittlerduos Beatrice Kaspary und Florin Wenninger. Ursula Poznanski lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien. 

Meine Meinung: 

Titel: Band drei der Kaspary- Wenninger- Reihe…

Bei dem vorliegenden Thriller handelt es sich nach "Fünf" und "Blinde Vögel" um den dritten Band der Kaspary- Wenninger- Reihe. Der Fall ist in sich abgeschlossen, kann also auch problemlos alleine gelesen werden. Wer allerdings die persönliche Entwicklung der beiden Ermittler miterleben will, der sollte sich an die Reihenfolge halten und in meinen Augen lohnen sich auch die beiden anderen Bücher.

Im jetzigen Fall verschlägt es unser Ermittlerduo in die psychiatrische Abteilung des Salzburg-Nord Klinikums. Hier wurde einer der behandelnden Ärzte getötet und alles deutet auf Mord hin. Um den Tathergang nachvollziehen zu können, müssen Florin und Bea hauptsächlich die Patienten befragen, doch wie befragt man Menschen, die in einer ganz eigenen Welt leben? Lässt sich der Fall überhaupt aufklären und vor allem: Wird das die einzige Leiche bleiben?

Das Besondere an diesem Thriller ist mal wieder, dass er auf guter Recherche basiert, denn Frau Poznanski hat die Welt der Psychiatrie sehr ansprechend geschildert. Man kann sich die Umgebung mitsamt dem Personal und den Patienten sehr gut vorstellen. Medizinische Begriffe und Behandlungsmethoden sorgen dafür, dass die Krankenhauswelt noch authentischer wirkt. Zudem sind die dargestellten Patienten sehr spezielle Schicksale, die einem als Leser das Fürchten lehren. Ich fand gut, dass die Patienten eine entscheidende Rolle im Fall spielen und auch vollends mit einbezogen werden.

Die Arbeit der Polizei wurde ebenfalls sehr bildlich beschrieben. Mir gefiel, dass die Autorin nicht nur ihr Augenmerk auf das Berufliche von Florin und Bea legt, sondern auch deren Privatleben beleuchtet, denn auch da hat sich wieder so einiges getan. Auch wenn ich es erst einmal komisch fand, so hat mir dann letztendlich doch sehr gut gefallen, dass sich zwischen Bea und Florin mehr als nur eine Freundschaft entwickelt.

Der Fall ist unheimlich spannend geschrieben und die ganze Zeit stellt man Mutmaßungen an, wer es denn gewesen sein könnte. Am Schluss endet das Ganze in einem fulminanten Showdown. Mich hat das Ende total überrumpelt, einfach nur genial.

Fazit: Für mich der bisher beste Band der Reihe. Ich kann nur eine absolute Leseempfehlung aussprechen. Klasse!


Bewertung: 5/ 5 Sternen
 
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Nr. 8: "Herrin der Schmuggler" von Peter Dempf

  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: 1. Aufl. 2015 (16. Juli 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 340417223X
  • ISBN-13: 978-3404172238
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Inhaltsangabe:

Augsburg, 1306. Als Frau eines Obsthändlers führt Gera ein einfaches, aber ehrbares Leben - bis ihr Mann ermordet wird. In was war er nur verstrickt? Und warum wird sie selbst plötzlich wie Wild gehetzt? Gera hat nur zwei Anhaltspunkte: ein goldenes Templerkreuz, das einer der Angreifer verloren hat, und ein Kohlestück, das sie zu einer Gruppe von Kohleschmugglern führt. Verfolgt und auf allen Seiten von Verrätern umgeben, sieht Gera nur eine Chance: Sie muss sich den Schmugglern anschließen ... 

Autoreninfo:

Geboren wurde Peter Dempf 1959 in der Stadt Augsburg, der er heute noch treu ist. Er studierte Germanistik, Geschichte und Sozialkunde fürs Lehramt an Gymnasien. Heute lehrt er als Seminarlehrer für Geschichte am Justus-von-Liebig-Gymnasium in Neusäß.Seine Autorenkarriere begann er 1983 als Funkautor des Bayerischen Rundfunks.

Meine Meinung:

Titel: Auf den Spuren des Schmugglers...

ch lese sehr gern historische Romane, nur ins Mittelalter hat es mich noch nicht allzu oft verschlagen, weshalb ich voller Neugierde zu lesen begann.

Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um den Nachfolgeband zu "Fürstin der Bettler", was mir vor Lesebeginn nicht bewusst war. Sicherlich wäre Vorwissen aus dem ersten Teil nicht verkehrt, aber ich denke, dass man dieses Buch auch gut ohne das Andere lesen kann.

Der Autor entführt uns nach Augsburg um 1306. Hier lebt die frisch verheiratete Gera und führt ein beschauliches, aber ehrbares Leben. Doch dann kommt ihr Ehemann Hans ums Leben. Wer hat ihm nach dem Leben getrachtet? Das versucht Gera herauszufinden und befindet sich bald selbst in Gefahr. Wird sie das Rätsel lösen können?

Peter Dempf gelingt es sehr gut die junge Witwe in Szene zu setzen, denn als alleinstehende Frau sah das Leben damals alles andere als einfach aus. Gera hat mit enormen Schwierigkeiten zu kämpfen, denen sie mutig entgegen tritt. Mir wuchs Gera direkt ans Herz und ich habe gern mit ihr gelitten und mit gefiebert.

Sehr speziell empfand ich den Charakter Aigen, ein wirklicher Fiesling wie er im Buche steht. Er ist jemand, dessen Handeln man mit Angst und Sorge verfolgt. Das personifizierte Böse.

Das Thema Schmuggelei war bei mir vorher nie präsent, so dass ich hier einiges an Wissen mitnehmen konnte und der Schleichhandel war auch interessant geschildert.

Besonders spannend war im Roman, was Gera nach und nach über ihren Ehemann herausfindet und auf Schatzsuche geht es auch noch.

Der Schreibstil Dempfs ist schnörkellos, was ein leichtes Vorankommen in der Geschichte ermöglicht. Ich habe mir alles gut vorstellen können und es war immer ausreichend spannend, um weiterlesen zu wollen.

Fazit: Ein solider historischer Roman, von dem ich mich gut unterhalten fühlte und einiges an Wissen mitnehmen konnte. Gern spreche ich eine Leseempfehlung dafür aus.


Bewertung: 4/ 5 Sternen
 
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Nr. 7: "Das Elfenbeinzimmer" von Laila El Omari

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (13. April 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492305849
  • ISBN-13: 978-3492305846
Inhaltsangabe:

Das Gold der Sonnenuntergänge, die Karamellfarben der Erde: Inmitten der Farbenpracht Marokkos wagt Jana nach dem Tod ihrer Mutter einen Neuanfang und zieht zu ihrer großen Liebe Joaquin. Der alte Familiensitz, auf dem er lebt, fasziniert sie von Anfang an, erscheint er mit seinen zahlreichen Säulen und Spiegeln doch wie ein verwinkeltes Labyrinth. Immer tiefer zieht er Jana in sich hinein, bis sie auf ein prächtiges elfenbeinfarbenes Zimmer stößt. Doch der schöne Schein trügt. Denn dieses Zimmer hat eine Geschichte - eine Geschichte, so dunkel wie das Indigoblau arabischer Nächte … 

Autoreninfo:

Laila El Omari, geboren in Münster als Tochter einer deutschen Mutter und eines palästinensischen Vaters, studierte Orientalistik, Germanistik und Politikwissenschaften. Sie spricht mehrere arabische Dialekte und hat viele Länder des Orients bereist. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren Töchtern in Bonn. 

Meine Meinung:

Titel: Neuanfang in Marokko

Über Laila El Omaris Bücher habe ich schon sehr viel Positives gehört, nur leider bisher nicht geschafft mal selber eins von ihr zu lesen. Das habe ich nun nachgeholt. Unvoreingenommen begann ich also zu lesen.

In der Geschichte geht es um die Schwestern Jana und Marla, die nach dem Tod der Mutter Deutschland den Rücken kehren und nach Marokko auswandern. Hier geht es auf den Familiensitz von Janas Mann Joaquin, vom dem sie derzeit getrennt lebt. Konflikte sind da vorprogrammiert...

Der Großteil der Handlung spielt in der Gegenwart, aber der Leser taucht des Öfteren auch in die Vergangenheit der Familie ein bis zurück ins Jahr 1608. Dadurch erfährt man sehr viel über die Entwicklung der Familienmitglieder und wie es überhaupt zu dem großen Geheimnis kam.

Die Protagonisten empfand ich als sehr durchwachsen. Jana hat mich einfach nur genervt. Für ihr Alter (28 Jahre) verhält sie sich sehr sprunghaft und naiv. Ihre Entscheidungen konnte ich des Öfteren nicht so ganz nachvollziehen. Auch war mir unbegreiflich warum sie auf Biegen und Brechen zu ihrem Ex zurückkehrt und bei ihm einzieht. Auch mit Joaquin bin ich nicht besonders warm geworden.

Ihre kleine Schwester Marla hat mir da deutlich besser gefallen. Die Handlung um sie und Raul hat mir sehr zugesagt und war ein Lichtblick im Roman. Auch den etwas kauzigen Vater von Joaquin fand ich sehr sympathisch.

Besonders gut gefallen hat mir die Darstellung des Hauses der Familie Mariscal, denn das empfand ich beim Lesen als sehr beeindruckend. Es ist in der Geschichte der Dreh- und Angelpunkt und zudem von großer Bedeutung.

Richtig spannend wurde der Roman eigentlich erst zum Ende hin, denn da kommt es zu Offenbarungen, die ich so nie erwartet hatte. Das gelüftete Familiengeheimnis hat es in sich.

Fazit: Ein Roman, der mir ganz gut gefallen hat, der aber noch Luft nach oben gehabt hätte. Auf einen weiteren Versuch mit der Autorin würde ich es ankommen lassen, dieses Buch kann ich jedoch nur bedingt weiterempfehlen.


Bewertung: 3/ 5 Sternen

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Nr. 6: "Um Leben und Tod" von Michael Robotham


  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (20. Juli 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 344248281X
  • ISBN-13: 978-3442482818
Inhaltsangabe:

Audie Palmer hat zehn Jahre im Gefängnis verbracht wegen eines bewaffneten Raubüberfalls, bei dem vier Menschen starben und sieben Millionen Dollar verschwanden. Jeder glaubt, dass Audie weiß, wo das Geld ist. Deshalb wurde er nicht nur von seinen Mitinsassen bedroht, sondern auch von den Wärtern schikaniert. Und dann bricht Audie aus – nur wenige Stunden vor seiner Entlassung. Spätestens jetzt sind alle hinter ihm her, dabei will Audie nur ein Leben retten, und es ist nicht sein eigenes ... 

Autoreninfo:

Michael Robotham wurde 1960 in New South Wales, Australien, geboren. Er war lange Jahre als Journalist für große Tageszeitungen und Magazine in London und Sydney tätig, bevor er sich ganz seiner eigenen Laufbahn als Schriftsteller widmete. Mit seinen Romanen sorgte er international für Furore und wurde mit mehreren Preisen geehrt. Michael Robotham lebt mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in Sydney. 

Meine Meinung:

Titel: Ein Mann auf der Flucht…

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich einen Robotham gelesen habe. Damals war es "Der Insider", der mir gut gefallen hat. Bei seinem neuen Buch handelt es sich mal um einen Fall ohne Vincent und Joe, was ich gar nicht so schlimm fand.

In der Geschichte geht es um den Gefangenen Audie Palmer, der einen Tag vor seiner Entlassung aus dem Gefängnis ausbricht und untertaucht. Wieso nur tut er das? Nur um ein Versprechen einzuhalten? Will er an das Geld vom damaligen Bankraub oder steckt weit mehr dahinter?

Ein beobachtender Erzähler führt uns durch die Geschichte und die Ereignisse werden zum Einen aus der Gegenwart beleuchtet und zum Anderen erfahren wir über Rückblenden auch etwas aus der Vergangenheit, so dass man ein genaues Bild vom Hauptakteur Audie Palmer bekommt.

Normalerweise hat man keinerlei Verständnis für Schwerverbrecher, aber hier gelingt es dem Autor zwischen Audie und dem Leser eine Verbindung herzustellen, so dass man dessen Handeln nachvollziehen kann. Ich habe Audie nur zu gern begleitet und mochte seine Cleverness.

Die Handlung spielt in Amerika, was aufgrund der dortigen Rechtslage und deren Gesetze für mehr Handlungsspielraum sorgt.

In Filmen und anderen Büchern habe ich zwar auch schon einiges über Gefängnisausbrüche mitbekommen, aber auch wenn nicht extrem viel Neues dabei ist, schafft es der Autor durch seine Schreibweise den Leser zu fesseln. Man liest entspannt, weil die Handlung sehr strukturiert und dadurch nachvollziehbar ist. Zudem sorgen zahlreiche Wendungen dafür, dass die Spannung konstant erhalten bleibt.

Das Buch ist in sich abgeschlossen und am Ende finden auch die letzten offenen Fäden zueinander.

Fazit: Ein Thriller, der auch ohne unser altbekanntes Ermittlerduo O'Loughlin und Ruiz auskommt. Lesenswert, da spreche ich gern eine Leseempfehlung aus!


Bewertung: 4/ 5 Sternen

 
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Nr. 5: "Die Geheimnisse der Welt" von Lisa O'Donnell


  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: DuMont Buchverlag; Auflage: 1 (22. Juli 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3832197796
  • ISBN-13: 978-3832197797

Inhaltsangabe:

Der elfjährige Michael Murray kann zwei Dinge am allerbesten: Ballhochhalten und Geheimnisse bewahren. Seine Familie findet, dass er für Erwachsenendinge noch zu jung ist, also lauscht er an Türen. Es ist der einzige Weg, um irgendetwas mitzubekommen. Und Michael hat ein Geheimnis mitbekommen eines, das vielleicht die Prellungen im Gesicht seiner Mutter erklärt. Als das Flüstern zu Hause und in der Nachbarschaft zu laut wird, um es zu ignorieren, fragt sich Michael, ob hinter der ganzen Sache doch mehr steckt, als er dachte. Also macht er sich daran, die Wahrheit herauszufinden, in der Hoffnung, dass dann endlich alles wieder normal wird. Er darf dabei nur ein paar Dinge nicht vergessen: sich auf den bevorstehenden Talentwettbewerb im Dorf vorzubereiten, ein Auge auf seine Erzfeindin "Dirty Alice" zu haben und auf jeden Fall die wässrigen Eintöpfe seiner Granny zu vermeiden. 

Autoreninfo:

Lisa O'Donnell wurde mit dem Orange Screenwriting Prize für ihr Drehbuch "The Wedding Gift" ausgezeichnet. Sie lebt mit ihren zwei Kindern in Los Angeles. "Bienensterben" ist ihr erster Roman. 

Meine Meinung:

Titel: Wenn ein Ereignis dein gesamtes Leben verändert...

Von Lisa O' Donnell habe ich schon so viel Positives gehört und Optik und Klappentext des Buches sprachen mich so an, dass ich es einfach wagen musste und unvoreingenommen zu lesen begann.

Die Geschichte spielt in Großbritannien der 80er Jahre und es geht um den 11-jährigen Michael Murray. Michaels beste Fähigkeiten sind Fußbälle hochhalten und Geheimnisse für sich behalten. Doch dann passiert etwas Schreckliches, dass sein Leben und das seiner Familie für immer verändert. Werden die Murrays aus dieser Krise wieder herauskommen? Und kann er das Familiengeheimnis für sich behalten?

Die Ereignisse werden uns über Michael als Ich- Erzähler näher gebracht, was eine besondere Sicht auf die Dinge bietet, da Michael nun mal noch ein Kind ist.

Der Einstieg in die Lektüre fiel mir erst einmal schwer, da ich mich an die kindliche Erzählweise erst gewöhnen musste, denn wenn man dauernd liest: "Er sagt, sie sagt, Granny sagt, Dad sagt,'', dann kann das auch mal nerven, aber im Verlauf der Geschichte gewöhnt man sich schnell daran. Zudem wird die Spannung nur langsam aufgebaut, etwas Geduld ist also gefragt.

Das Besondere an dem Buch war für mich, dass es in den 80ern spielt, als die Menschen in Großbritannien unter wirtschaftlichen Repressalien zu leiden hatten und die Kinder noch anders erzogen wurden als heute. Das musste ich mir öfter ins Gedächtnis rufen, um das Geschilderte auch zu verstehen und nachvollziehen zu können.

Michael ist als Charakter ein typisches Kind seiner Zeit, eben ein Junge, der auch mal etwas Verbotenes oder Unanständiges tut. Manchmal empfindet man ihn als kleinen Rotzbengel, aber im Grunde seines Herzens ist er ein lieber Junge, den man gern hat.

Total niedlich fand ich wie Michael seine Umgebung wahrnimmt, denn er weiß ganz genau was richtig und was falsch ist, aber dennoch möchte er nicht wie der brave Luke werden, was auch richtig ist, denn sonst würde er ja an Persönlichkeit missen lassen.

Die Handlung an sich dreht sich um ein Verbrechen, dass Michaels Mutter wiederfahren ist und wie die gesamte Familie versucht das zu verarbeiten. Das ist keine leichte Kost, aber immens interessant.

Der Autorin gelang es in meinen Augen sehr gut die Gesellschaft der damaligen Zeit glaubwürdig zu zeichnen und das Leben der einfachen Arbeiterschicht zu schildern. Doch nicht nur das, denn auch das Leben in einer kleinen Gemeinde ist realistisch dargestellt.

Fazit: Ein Buch, welches zum Nachdenken animiert. Lesenswert, ich empfehle es gern weiter!


Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Nr. 4: "Schlamm" von Louis Sachar


  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Beltz & Gelberg; Auflage: Deutsche Erstausgabe (13. Juli 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3407811993
  • ISBN-13: 978-3407811998
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre

Inhaltsangabe:

Als Marshall und Tamaya auf dem Nachhauseweg eine Abkürzung durch den Wald einschlagen, geraten sie in ein Schlammloch mit giftigen Erregern. Die Jugendlichen stecken sich dabei lebensbedrohlich an und lösen eine rasante Infektionswelle in Heath Cliff aus. Um sie einzudämmen und ihren Ursprung zu finden, wird eilig ein Untersuchungsausschuss einberufen. Was kann Heath Cliff retten?

Autoreninfo:

Louis Sachar, geb. 1954 in East Meadow, New York, studierte Wirtschaftswissenschaften und anschließend Jura. Er arbeitete als Rechtsanwalt und schrieb in seiner Freizeit Kinderbücher, die bald schon so erfolgreich waren, dass er sich ganz dem Schreiben widmen konnte. Heute lebt er mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter in Kalifornien.

Meine Meinung:

Titel: Mehr als nur eine Portion Matsch...

Vor vielen Jahren habe ich als Teenager Louis Sachars Buch "Löcher" gelesen und war begeistert von dem Werk. Als ich nun das quietsch bunte Cover seines neusten Romans sah, da musste ich direkt zuschlagen.

In der Geschichte lernen wir die Jugendlichen Chad, Tamaya und Marschall kennen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Gemeinsam entdecken sie etwas im Wald, das bald zur Katastrophe führen wird. Werden sie dem Unheil entkommen?

Ein beobachtender Erzähler führt uns durch die Geschichte, die ideal auf die Altersgruppe 12 - 15 Jahre abgestimmt ist. Hier werden alltägliche Probleme in der Schule und unter Freunden angesprochen. Mir hat gut gefallen, dass alle Charaktere ihre Probleme haben und keiner absolut perfekt ist, denn das macht die Akteure glaubhaft.

Mir hat vor allem Tamaya gefallen, die eigentlich nur alles richtig im Leben machen möchte, aber um dazu gehören zu können auch mal Blödsinn macht. Immer nur die Brave sein ist ja auch irgendwie langweilig.

Das Umweltthema: giftiger Schlamm und dessen Auswirkungen hat der Autor einfach und verständlich umgesetzt. Es regt definitiv zum Nachdenken an und sorgt dafür, dass den jungen Lesern klar wird, dass jedes Tun Konsequenzen hat.

Zudem möchte ich die tolle Gestaltung des Buches loben. Je mehr Kapitel wir lesen, desto mehr Schleim bildet sich im Buch. Sieht witzig aus und zeigt wie innerhalb kürzester Zeit aus einem Teil unglaubliche viele werden können.

Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn es nicht ganz an "Löcher" heranreicht.

Fazit: Ein Kinderbuch, das aufrüttelt und zum Nachdenken anregt. Ich empfehle es gern weiter. Lesenswert!


Bewertung: 4/ 5 Sternen


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Nr. 3: "Die Tochter des Medicus" von Gerit Bertram

  • Broschiert: 512 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag (29. Juni 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764504404
  • ISBN-13: 978-3764504403
Inhaltsangabe:

Als Gideon Morgenstern in Regensburg das Erbe seines Großvaters antritt, ahnt er nicht, dass der Koffer, den der alte Mann ihm vermacht hat, sein Leben für immer verändern wird. Gideon, der stets gegen die Traditionen aufbegehrte und als Einziger in der Familie nicht Arzt wurde, entdeckt plötzlich die tragischen Zeugnisse einer längst verschwundenen Welt: alte Fotografien, ein Hochzeitsgewand – und vor allem eine uralte Holztruhe. Diese gehörte Daniel Friedman, einem jüdischen Arzt, der 1519 in Regensburg bei einem Pogrom ermordet wurde. Als einzige Überlebende nahm seine Tochter Alisah den Medizinkoffer an sich und führte sein Handwerk fort. Doch als jüdische Frau war es nicht nur gefährlich, sondern auch verboten, als Ärztin tätig zu sein … 

Autoreninfo:

Gerit Bertram ist das Pseudonym eines Autorenpaares, das sich 2007 durch ein Internet-Schreibforum kennenlernte. Schnell entdeckten sie ihre gemeinsame Liebe zur Geschichte und schreiben seitdem erfolgreich zusammen. Iris Klockmann ist gelernte Arzthelferin und lebt mit ihrer Familie in ihrer Geburtsstadt Lübeck. Peter Hoeft war fast dreißig Jahre lang in der stationären Altenpflege tätig und wohnt in der Nähe von Hannover. 

Meine Meinung:

Titel: Die Geschichte der Morgensterns…

Als leidenschaftliche Leserin von historischen Romanen war es nur eine Frage der Zeit, dass ich über das Autorenduo Gerit Bertram stolpern würde. Der vorliegende Roman ist das erste Buch der beiden, welches ich gelesen habe.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen und ein Erzähler führt uns durch die Geschehnisse. In der Gegenwart, im Jahr 2013, begleiten wir Gideon Morgenstern, in der Vergangenheit ab 1519 Alisah Friedman. Gideons Großvater, bei dem er aufwuchs, ist gestorben und nun gilt es das Erbe anzutreten. Doch zu dem geerbten Haus gehört noch ein geheimnisvoller Koffer. Als Gideon diesen öffnet erfährt er mehr über sich und seine Familie als er jemals geglaubt hätte.

Den Hauptteil der Geschichte nimmt die Handlung in der Vergangenheit ein, was mir sehr gut gefiel. Alisah ist ihrer Zeit voraus, denn sie möchte unbedingt als Ärztin tätig sein, nur leider ist das 1519 Frauen nicht erlaubt und schon gar nicht jüdischen. Das Besondere an ihr ist, dass sie mit Mut, Herz und Verstand trotz aller Schicksalsschläge ihren Weg geht. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen. Gideon dagegen war mir anfänglich etwas suspekt, aber mit der Zeit wuchs auch er mir ans Herz.

Mir hat der Roman richtig was gegeben, denn ich habe wieder einiges über die Juden und deren Geschichte dazulernen können.

Das Autorenduo verwendet eine sehr bildhafte Sprache, die das Vorstellungsvermögen befeuert. Für mich lief die Handlung teilweise wie ein Film vor Augen ab.

Ebenfalls positiv hervorheben möchte ich das Personenregister am Anfang des Buches und das Glossar am Ende, denn so etwas hilft immer sehr beim Verständnis der Lektüre.

Fazit: Gute Unterhaltung, die zum Nachdenken einlädt. Ich empfehle den Roman nur zu gern weiter.


Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Nr. 2: "Das Lied der Dünen" von Doris Cramer

  • Taschenbuch: 608 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (22. Juni 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3734101026
  • ISBN-13: 978-3734101021
Inhaltsangabe:

Margalis und M’Bareks Liebe darf nicht sein. Man hält sie nicht nur für Geschwister, M‘Barek ist außerdem einer anderen versprochen. Um seine Zukunft nicht zu gefährden, trifft Margali eine folgenschwere Entscheidung: Als Mann verkleidet flieht sie an Bord eines Schiffes nach Tunis. Dort will sie von vorn beginnen und bei einer berühmten Musikmeisterin ihren Traum, die arabische Laute perfekt spielen zu können, verwirklichen. Doch dies ist ein gefährlicher Weg – und das Geheimnis um Margalis Geburt muss um jeden Preis gewahrt bleiben, denn die Wahrheit würde Schande über ihre Mutter Sarah und den ganzen Berberclan bringen …

Autoreninfo:

Doris Cramer ist gelernte Buchhändlerin und leitete zuletzt 27 Jahre lang eine Gemeindebibliothek. Sie ist ein Bücherwurm durch und durch. Allein oder zu zweit unternimmt sie seit 1984 regelmäßige und ausgedehnte Reisen in Nordafrika und darüber hinaus, von Marokko bis nach Syrien, davon allein siebzehn Touren im äußersten Süden Marokkos. Die Landschaft, die Berberkultur und das alltägliche Leben in den Wüstenregionen Südmarokkos haben ihr ein spannendes Gegenkonzept zum Leben im übererschlossenen und –regulierten Deutschland gezeigt. 

Meine Meinung:

Titel: Eine Reise ins farbenprächtige Marokko...

Bevor ich mit der eigentlichen Bewertung beginne, möchte ich darauf hinweisen, dass es sich bei dem vorliegenden Buch um den 3. Band der Marokko- Saga handelt. Ich kenne die beiden Vorgänger nicht, denn dies war mein erstes Buch der Autorin. Allerdings hatte ich beim Lesen nicht das Gefühl, dass mir Vorwissen fehlt, weshalb ich davon ausgehe, dass man die Bücher auch unabhängig voneinander lesen kann. Allerdings bin ich nun wirklich neugierig auf die anderen Teile geworden und werde diese wohl auch bald lesen.

Die Autorin entführt uns nach Nordafrika ins Jahr 1565, wo wir die junge Margali kennenlernen. Sie liebt die Musik und möchte damit mal erfolgreich sein, was ihre Mutter Sarah so gar nicht unterstützt. Doch dann kommt M'Barek heim, der Neffe ihres Stiefvaters, der in ihrer Familie als ihr Bruder gilt. Einst wuchsen sie wie Geschwister auf, doch nach 4 Jahren Trennung merken die beiden, dass da mehr als nur geschwisterliche Gefühle sind, die einfach nicht sein dürfen. Kurzerhand ergreift Margali die Flucht, wie einst ihre Mutter, und das Abenteuer ihres Lebens beginnt. Wird sie ihr Glück finden?

Durch die Handlung führt uns ein beobachtender Erzähler, der dem Leser viele unterschiedliche Protagonisten näher bringt. Zu Beginn braucht man ein wenig, um die Zusammenhängen zwischen den einzelnen Akteuren zu begreifen, aber die Autorin leitet einen so gekonnt durch die Geschehnisse, dass einem das Verstehen nicht schwer fällt und man neugierig liest.

Margali ist ein ganz zauberhaftes Mädel, das einfach nur ihren Weg gehen möchte. In sie kann man sich unheimlich gut einfühlen, auch wenn sie des Öfteren sprunghaft handelt, was man aber stets ihrer Jugend und ihrer wenigen Erfahrung zuschreiben kann. Nur wer Fehler macht, der lernt auch im Leben dazu. Auch andere Charaktere wie M'Barek, Mutter Sarah oder Leonardo sind gut gezeichnet und man kann sich mit ihnen identifizieren.

Das gesamte Buch lebt vor allem durch die tollen Landschafts-, Geräusch- und Geruchsbeschreibungen, denn die Schreibe von Frau Cramer ist so bildhaft und detailliert, dass man gefühlt mit allen Sinnen liest und die Lektüre genießt. Ich war noch nie in Marokko, aber nach diesem Roman muss ich da wirklich mal hin.

Zudem zeichnet die Autorin ein sehr gutes Bild von der damaligen Zeit und deren Umbrüchen, so dass ich auch den ein oder anderen geschichtlichen Wissenszuwachs hatte.

Fazit: Wer Familiensagen mag, der wird dieses Buch lieben. Grandiose Unterhaltung, die einen Land und Geschichte spannend vermittelt und zudem gut unterhält. Daher kann ich nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Klasse!


Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Nr. 1: "Das Glück der blauen Stunde" von Bertina Henrichs

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Diana Verlag (13. Juli 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453358279
  • ISBN-13: 978-3453358270
Inhaltsangabe:

Ein eigenes Haus in der Provence! Davon hätte Delphine niemals auch nur zu träumen gewagt. Doch ihr Mann Cyril hängt an Paris und drängt darauf, das Haus von Delphines Erbtante sofort zu verkaufen. Aber als sie zur blauen Stunde am Hafen von Sanary-sur-Mer ihren Aperitif trinken, ist auch Cyril verzaubert. Allerdings entpuppen sich die Kleinstädter am Mittelmeer als äußerst misstrauisch. Und auch ihre Tante war nicht die, für die Delphine sie gehalten hat...

Autoreninfo:

Bertina Henrichs geboren 1966 in Frankfurt am Main, studierte Literatur- und Filmwissenschaft und lebt seit vielen Jahren in Paris, wo sie als Schriftstellerin und Filmemacherin arbeitet. Ihr erster Roman "Die Schachspielerin" war ein großer Bestseller in Frankreich und Deutschland und wurde mit dem Corine-Buchpreis für das beste Debüt ausgezeichnet. " Die Schachspielerin" wurde mit Sandrine Bonnaire und Kevin Kline in den Hauptrollen erfolgreich verfilmt. 

Meine Meinung:

Titel: Oberflächlich und seicht...

Der Klappentext klang sehr vielversprechend und da ich von Bertina Henrichs noch nichts gelesen hatte, wagte ich mich an diesen schmalen Frauenroman.

In der Geschichte geht es um Delphine, deren Leben sich aufgrund einer Erbschaft völlig verändert. Ein Haus in der Provence und nun scheint der Traum wahr zu werden. Ob ihr Partner Cyril da mitziehen wird?

Beim Lesen wird eins schnell klar: Die Autorin hat einen sehr angenehmen Stil Dinge zu beschreiben. So kann man sich alles gut vorstellen und die gewählten Worte sind ein Genuss.

Mit den Figuren hatte ich leider so meine Probleme. Delphine hat mit ihren 39 Jahren im Leben noch nichts erreicht, ihr fehlt jedwedes Selbstbewusstsein und zudem lässt sie sich von ihrem Partner unterdrücken. Ihre Denke und ihre Interaktionen waren mir oft ein Rätsel. Über ihre Lebensumstände macht sie sich null Gedanken, sondern nur das Gründen einer Familie steht im Fokus. Delphine ist ein Charakter, in den ich mich leider gar nicht rein fühlen konnte. Sie macht keinerlei Entwicklung durch, was ich schade fand.

Cyril, der Lebensgefährte von ihr, war für mich unerträglich. Bereits auf den ersten Seiten spürte ich, dass er nur an sich selbst interessiert ist und alles unternimmt, um Delphine in die Richtung zu leiten, die er für richtig hält. Hier hat die Autorin eine Figur geschaffen, die man auf Anhieb nicht mag, was von ihr gewiss auch so angelegt war.

Die Handlung als solche ist leider sehr seicht und oberflächlich. Wenn es mal richtig spannend wurde, dann blendet die Autorin die Szene aus und wechselt zur nächsten, was mich ein ums andere Mal verärgert hat. Und leider ist nach den ersten 50 Seiten die Handlung auch sehr vorhersehbar, es passiert nichts Überraschendes. Die Geschichte, deren Grundidee wirklich gelungen ist, hätte gut 100 Seiten mehr haben können, dann wäre alles schlüssiger und nachvollziehbarer geworden und man hätte besseren Zugang zu den Akteuren bekommen.

Das positive Ende war für mich zu viel Zufall und wenig realistisch.

Fazit: Ich hatte mir einfach mehr von der Lektüre versprochen. Als leichte Urlaubslektüre für Zwischendurch geeignet, aber einen bleibenden Eindruck hinterlässt der Roman nicht. Bedingt lesenswert!


Bewertung: 2/ 5 Sternen

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