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... im Dezember 2015

Nr. 12: "Die Nacht gehört den Wölfen" von Wulf Dorn



Broschiert: 464 Seiten
Verlag: cbt (26. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570163970
ISBN-13: 978-3570163979
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren

Inhaltsangabe:


Seit dem tödlichen Autounfall seiner Eltern, den er selbst miterlebt hat, leidet Simon unter Albträumen und Angstzuständen. Nach einem Psychiatrieaufenthalt zieht er zu seiner Tante und seinem Bruder, aber es fällt ihm schwer, sich in seinem neuen Leben zurechtzufinden. Vor allem, als er feststellen muss, dass seine schlimmen Träume Wirklichkeit werden: Etwas Böses scheint im Dunkel, das Simon umgibt, erwacht zu sein. Und das Verschwinden eines Mädchens ist erst der Anfang…

Autoreninfo:

Wulf Dorn, Jahrgang 1969, liebt gute Geschichten, Katzen und das Reisen. Er war zwanzig Jahre in einer psychiatrischen Klinik tätig, ehe er sich ganz dem Schreiben widmete. Mit seinem 2009 erschienenen Debütroman "Trigger" gelang ihm sofort ein internationaler Bestseller, dem weitere folgten. Seine Bücher werden in zahlreiche Sprachen übersetzt und begeistern Leserinnen und Leser weltweit. 2014 wurde er mit dem französischen "Prix Polar" als bester internationaler Autor ausgezeichnet. 2015 erhielt er den "Ulla Hahn-Preis der jungen Leser" für "Phobia".

Meine Meinung:

Titel: Die Wölfe werden dich holen kommen...

Ich liebe Jugendbücher und habe schon viel Gutes über Wulf Dorn gehört, daher war ich unheimlich gespannt auf dieses Buch und begann mit der Lektüre.

Im Roman geht es um Simon, der als Einziger einen Autounfall überlebt hat. Seine Eltern starben dabei. Wie soll er nur ohne sie leben? Sein großer Bruder Mike und Tante Tilia kümmern sich um ihn, nur kann dies wirklich Familienersatz sein?

Ein personaler Erzähler führt uns durch diese spannende Geschichte, die durch kurze, knackige Kapitel besticht und rasche Szenenwechsel beinhaltet.

Am intensivsten beleuchtet der Autor Simon, der anders ist als andere Jugendliche in seinem Alter. Nicht nur durch den Unfall ist er beeinträchtigt, hat er doch zudem eine leicht autistische Störung. Ich mochte Simon auf Anhieb gern, weil er so "normal" ist. Seine dargestellten Ängste konnte ich stets nachvollziehen und zu Freundin Caro ist er auch überaus loyal. Nebendarsteller füllen die Story, werden aber nicht so charakterisiert wie Simon. Das erwarte ich bei einem Jugendbuch aber auch nicht zwingend.

Schön fand ich die Verknüpfung von Märchen mit der Romanhandlung. Zudem waren die Orte echt gut beschrieben. Ich mochte vor allem das mysteriöse Waldhotel.

Von diesem Jugendbuch haben mir Dreiviertel sehr gut gefallen, denn die Story ist spannend, es gibt interessante Wendungen und auch Freundschaft und Liebe spielen eine Rolle. Doch das Ende hat für meinen Geschmack einiges zerstört.

Der Vorteil von dem gewählten Ende ist, dass man damit absolut nicht rechnet, alle Fragen abschließend geklärt sind und keine Punkte offen bleiben. Allerdings blieb bei mir dadurch ein wenig die Glaubwürdigkeit auf der Strecke und ich fragte mich nach dem Zuklappen des Buches, ob Wulf Dorn den Leser wirklich so extrem an der Nase herumführen wollte?

Fazit: Eine ganz tolle Geschichte, die mir gut gefallen hat, deren positiver Eindruck aber durch den seltsamen Abschluss etwas abnimmt. Ich habe die Geschichte dennoch gern gelesen und empfehle das Buch weiter.


Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Nr. 11: "Die Winterprinzessin" von Sandra Lessmann


Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Dezember 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426509822
ISBN-13: 978-3426509821

Inhaltsangabe:


England 1670: Der schwärende Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken und der Geheimvertrag von Dover mit dem französischen König Ludwig XIV. bilden den Rahmen für Sandra Lessmanns fesselnden historischen Roman: Im Auftrag König Charles´ II. reist der Jesuitenpater Jeremy Blackshaw nach Paris, auf der Suche nach einem verschwundenen Briefwechsel zwischen Charles und seiner Schwester Henriette, der Schwägerin König Ludwigs. Keinesfalls darf die Korrespondenz in die falschen Hände geraten, denn diese birgt ein brisantes Geheimnis.

Autoreninfo:

Sandra Lessmann wurde 1969 geboren. Nach der Fachhochschulreife lebte sie fünf Jahre lang in London, wo ihre Liebe zu England erwachte. Zurück in Deutschland studierte sie Geschichte, Anglistik, Kunstgeschichte und Erziehungswissenschaften in Düsseldorf. Ihr besonderes Interesse galt der englischen Geschichte. Nach dem Studium arbeitete sie am Institut für Geschichte der Medizin, doch ihre wahre Leidenschaft ist seit der Kindheit das Schreiben.

Meine Meinung:

Titel: Pater Jeremy Blackshaw auf gefährlicher Mission...

Ehrlich gesagt hatte es mir die Optik des Buches so angetan, dass ich mich dafür entschied. Ich habe zuvor noch kein Buch der Autorin gelesen und machte mich unvoreingenommen ans Werk.

In der Geschichte geht es um den Jesuitenpater Jeremy Blackshaw, der im Auftrag des Königs auf Spurensuche geht. Er reist nach Paris, um dort verschollene Briefe ausfindig zu machen. Wird ihm dies gelingen?

Die Handlung wird uns über einen beobachtenden Erzähler näher gebracht.

Die Autorin schreibt sehr detailliert ohne dabei den Fokus auf das Wesentliche zu verlieren. Ihre bildhafte Sprache führt einen die dargestellten Örtlichkeiten und Personen sehr gut vor Augen.

Das Buch ist zwar ein historischer Roman, wartet aber auch mit Krimielementen auf, was mir gut gefallen hat.

An die angewandte Sprache musste ich mich erst gewöhnen, der Einstieg in die Geschichte fiel mir nicht allzu leicht. Vielleicht hatte es aber auch damit zu tun, dass es schon einige Blackshaw- Bücher gibt, die ich jedoch nicht kenne.

Im Buch befindet sich eine Karte von Paris um 1670, was bei der Orientierung weiterhilft. Ein Glossar am Ende des Romans sorgt für etwas mehr Klarheit was bestimmte Begrifflichkeiten betrifft.

Ich lese gern und oft historische Romane und dieser beleuchtet eine spannende Zeit, von der ich noch nicht allzu viel wusste. Dennoch fehlte mir in dieser Geschichte das gewisse Etwas, was ich jedoch nicht so recht benennen kann. Die Handlung konnte mich nicht so sehr fesseln, wie ich es mir gewünscht hatte.

Fazit: Ein solider historischer Roman, der nicht nur in kalten Wintertagen zu unterhalten weiß. Prädikat: gut.


Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Nr. 10: "Heidewinter" von Susanne Schomann


Broschiert: 304 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (10. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 395649251X
ISBN-13: 978-3956492518

Inhaltsangabe:


Dekadenz, Arroganz und Kaltherzigkeit – das fällt Sina ein, wenn sie an die Adelswelt denkt, in der Philip von Hoven lebt. Sicher ist er als Drehbuchautor lange im Ausland gewesen, aber ein Schnösel bleibt ein Schnösel. Auch wenn er noch so schöne braune Augen hat und sie bei seinem Anblick Herzklopfen bekommt. Sina ist nur nach Lunau gekommen, um nach einer schweren Zeit die Weite der winterlichen Heide zu genießen. Heiße Küsse auf schneeverhangenen Reitpfaden passen jetzt gar nicht…

Autoreninfo:

Susanne Schomann stammt aus Hamburg. Sobald sie lesen konnte, wurde sie zu einer sprichwörtlichen Leseratte. Inspiriert zu ihren romantisch-erotischen Romanen haben sie Nora Roberts, Julia Quinn – und die grenzenlose Weite Norddeutschlands, wo sie regelmäßig ihren Urlaub verbringt. Die Autorin ist verheiratet und lebt mit ihrer Familie in ihrer Heimatstadt.

Meine Meinung:

Titel: Der perfekte Winterschmöker...

Ich bin ja kein Fan von Liebesromanen, nur bei den Büchern von Susanne Schomann mache ich eine Ausnahme, weil sie so viel mehr sind als nur ein Liebesroman. Ich hatte mich nach "Wilder Wacholder" und "Der Holundergarten" schon sehr auf eine neue Lunau- Geschichte gefreut und begann mit Spannung zu lesen.

In diesem Teil geht es um Sina und Philip. Sina möchte nach einer schmerzlichen Enttäuschung einen Neustart in Lunau wagen. Männer kommen ihr dabei nicht ins Leben, doch was soll sie machen, wenn ihr Herz schneller schlägt beim Anblick von Philip? Ignorieren geht ja wohl nicht. Wird Sina in Lunau die nötige Aufmunterung erfahren?

Man muss für mein Empfinden die Vorgängerbücher nicht zwingend gelesen haben, um diesen Teil zu verstehen, da es um neue Protagonisten geht. Man kann sich die anderen Bände aber ruhig gönnen, wenn einen dieser gefällt.

Kaum hat man die ersten Seiten gelesen, ist man direkt in Lunau angekommen, trifft auf alte Bekannte und fühlt sich sofort wohl. Lunau ist ein Ort, an dem man selbst gern leben würde.

Die Handlung wird uns über einen beobachtenden Erzähler näher gebracht und die dargestellten Charaktere sind etwas Besonderes. Vom Schicksal teilweise gebeutelt, wissen sich doch mit Charme und grandioser Optik zu überzeugen. Aber mal ehrlich in einem Liebesroman müssen die Akteure schöner sein als im realen Leben.

Der Roman besticht nicht nur durch die langsam aber sicher entstehende Liebesgeschichte, sondern hat auch kriminalistische Elemente zu bieten und einen Hauch angenehm dargestellter Erotik. Wer zudem die anderen Lunau Bücher kennt, der erfährt auch über die Protagonisten aus den anderen Romanen in der Nebenhandlung etwas.

Wer sich mal fallen lassen möchte in eine winterliche Geschichte mit Liebe, Spannung und Wohlfühlmomenten, der sollte dieses Buch lesen.

Fazit: Ein herrlicher Schmöker, der zum Seelebaumeln einlädt. Steht seinen Vorgängern in nichts nach, ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Spitze!


Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Nr. 9: "Kein Kuss für Mutter" von Tomi Ungerer


Gebundene Ausgabe: 48 Seiten
Verlag: Diogenes; Auflage: 1., New edition (29. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257011784
ISBN-13: 978-3257011784
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 5 - 7 Jahre

Inhaltsangabe:


Tomi Ungeres Kinderbuch in schwarz-grau-weiß erzählt vom antiautoritären Jungkater Toby Tatze, der Ärger mit seiner Mutter hat. Dauernd will sie ihn küssen, hätscheln und putzen. 'Wie ne Kleiderpuppe aus dem Versandkatalog seh ich aus', jammert er, 'geleckt und geschleckt wie ne richtige Postkartenmieze!' Und wütend zerknautscht und zerkrumpelt er jeden Morgen hinter dem Rücken der Mutter seine Kleider...

Autoreninfo:

Tomi Ungerer, geboren 1931, stammt aus einer Straßburger Uhrmacherfamilie. Er verpatzte die Reifeprüfung, trampte dafür durch ganz Europa und veröffentlichte erste Zeichnungen im "Simplicissimus". Mitte der 50er Jahre ging er nach New York, wo sein unaufhaltsamer Aufstieg als Zeichner, Maler, Illustrator, Kinderbuchautor und Werbegrafiker begann. Für seine Kinderbücher (darunter "Die drei Räuber", "Crictor", "Das große Liederbuch") wurde er u.a. mit dem Hans-Christian-Andersen-Preis ausgezeichnet. Tomi Ungerer lebt heute im Südwesten Irlands und in seiner Heimatstadt Straßburg, die ihm 2007 ein eigenes Museum gewidmet hat.

Meine Meinung:

Titel: Mal ein ganz anderes Kinderbuch...

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber die meisten Kinderbücher sind entweder Märchen oder aber es geht um super brave Kinder und das Buch ist quietschbunt. Da sticht Katerchen Toby doch völlig aus der Masse hervor.

In der Geschichte geht es um das Katzenkind Toby Tatze, das man als Mama nicht unbedingt geschenkt haben möchte, denn Toby zählt nicht gerade zu den artigen Kindern. Ihm geistern viele Ideen durch den Kopf, nur sind diese nicht immer ganz so clever. Und dass er der Klassenclown ist, kommt auch nicht so gut an. Doch was soll man machen, wenn man so voller Tatendrang ist?

Mir hat vor allem gefallen, dass Toby nicht das typische artige Kind darstellt, sondern durchaus so ist, wie die Kinder von heute nun einmal sind. Trotzdem ist er ja nicht böse. Toby weiß auf seine Art zu verzaubern.

Das Buch besticht vor allem durch tolle Schwarz- Weiß- Zeichnungen, die es für mich zu einem Highlight machen.

Am besten gefallen haben mir die Gerichte, die Toby und seine Eltern so verspeisen. Wie mag wohl Maulwurfsgulasch schmecken?

Fazit: Mal ein völlig anderes Kinderbuch mit kleinem Lerneffekt am Ende. Ich empfehle es gern weiter, da es aus der Masse hervorsticht. Gelungen!


Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Nr. 8: "Sei mir ein Vater" von Anne Gesthuysen


Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch (12. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462048325
ISBN-13: 978-3462048322


Inhaltsangabe:

Als Lilie erfährt, dass der Vater ihrer Freundin Hanna schwer erkrankt ist, will sie sich umgehend auf den Weg an den Niederrhein machen, zu den beiden Menschen, die sie bereits vor vielen Jahren zur Ersatzfamilie erkoren hat. Doch in ihrer Pariser Wohnung erwischt sie einen Einbrecher, der ausgerechnet ein altes Bild klauen will, das bislang höchstens sentimentalen Wert für sie besaß. Der Eindringling entkommt und Lilie findet einen mysteriösen Brief einer Frau namens Georgette Agutte im Bilderrahmen. Da sie weiß, wie sehr Hannas Vater Geheimnisse liebt, nimmt sie das ramponierte Bild und den Brief kurzerhand mit nach Xanten. Als ein Restaurator weitere rätselhafte Entdeckungen macht, drängt Hannas Vater auf eine letzte gemeinsame Reise. Die drei begeben sich auf Spurensuche bis nach Frankreich und auf die Antillen und finden mehr über das faszinierende Leben der Malerin heraus, die Lilies Ururgroßtante war. 

Autoreninfo:

Anne Gesthuysen wurde 1969 am unteren Niederrhein geboren. Nach dem Abitur in Xanten studierte sie Journalistik und Romanistik. In den 90er-Jahren arbeitete sie mehrfach bei Radio France, ansonsten fühlt sie sich seit Ende der 80er-Jahre in den deutschen Medien wohl. Als Reporterin hat sie für WDR, ZDF und VOX gearbeitet, schließlich auch als Moderatorin. Seit 2002 moderierte sie das "ARD-Morgenmagazin". Ende 2014 gab sie diese Nachtschichten aber auf, um sich tagsüber an den Schreibtisch zu setzen und ihren zweiten Roman zu Ende zu schreiben.

Meine Meinung:

Titel: Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln...

Nachdem mir bereits "Wir sind doch Schwestern" von der Autorin unheimlich gut gefiel, musste ich natürlich wissen wie ihr neuer Roman so ist. Dieses Mal verwebt sie in ihrem fiktiven Roman die real existierende Malerin Georgette Agutte. Mit großen Erwartungen begann ich mit der Lektüre.

In der Geschichte selbst geht es in erster Linie um die Französin Lilie Agutte, die alleinerziehende Mutter ist. Nachdem sie erfährt, dass ihr deutscher Gastvater und Papaersatz schwer erkrankt ist, macht sie sich zu ihm auf dem Weg. Im Gepäck hat sie ein altes Bild, das fast gestohlen wurde und dessen Bedeutung sie nun näher ergründen will. Wird sie das Geheimnis des Bildes lüften können?

Die Handlung wird uns über zwei Erzählstränge näher gebracht und ein beobachtender Erzähler führt uns durch die Ereignisse. Zum Einen erleben wir das Jahr 2007 in Deutschland, wo Lilie ihre Freundin Hanna und dessen Vater besucht und sie der Geschichte des Bildes nachgehen. Zum Anderen erleben wir die Zeit der Jahrhundertwende, in der die begnadete Malerin Georgette Agutte lebt und Freundschaften zu Malern wie Matisse und ähnlichen pflegt.

Die Autorin schreibt sehr bildhaft und detailverliebt, was mir hier wirklich gut gefallen hat. Es fällt einem wirklich leicht der Handlung zu folgen, da sie einfach unheimlich spannend ist. Für mich waren beide Handlungsstränge gleich stark.

Die dargestellten Charaktere werden mit sehr viel Liebe dem Leser näher gebracht. Gerade in die Frauencharaktere konnte ich mich hervorragend einfühlen.

Wer sich für Kunst interessiert, darüber aber noch nicht allzu viel weiß, der wird mit diesem Roman noch einiges an Wissen ansammeln können.

Mit diesem Buch hat Frau Gesthuysen bewiesen, dass sie schreiben kann.

Fazit: Eine Familiengeschichte voller Gefühl, die ich nur wärmstens empfehlen kann. Die Autorin ist ein Garant für gute Unterhaltung. Klasse!


Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Nr. 7: "Kalt wie Nordlicht" von Bernhard Stäber


Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Egmont LYX (5. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802595890
ISBN-13: 978-3802595899


Inhaltsangabe:

Die alte Akka, die der Psychologe Arne Eriksen in Nordnorwegen kennengelernt hat, ist tot. Zusammen mit seinen Freunden, der Kommissarin Kari Bergland und dem Journalisten Frode Bakklund, reist Arne an den Polarkreis, wo eine Gedenkfeier für die alte Samifrau stattfinden soll. Es ist kurz vor Weihnachten, die Zeit der längsten Dunkelheit. Ein massiver Schneesturm schneidet Akkas Hof von der Außenwelt ab, und die Gruppe aus Angehörigen und Freunden der Toten wird von einem Mörder heimgesucht. In der Kälte des Nordens auf sich allein gestellt, muss Arne in die Mythen der Sami eintauchen, um den Täter zu fassen.

Autoreninfo:

Bernhard Stäber, geboren 1967 in München, lebt und arbeitet im norwegischen Telemark. Er kann bereits auf mehrere Bücher zurückblicken, die er unter Pseudonym veröffentlicht hat, und lässt im vorliegenden Roman seine Erfahrungen als Auswanderer facettenreich einfließen.

Meine Meinung:

Titel: Gefangen im Schneesturm...

Nachdem mir bereits der erste Band "Vaters unbekanntes Land" mit Arne Eriksen so gut gefallen hatte, wollte ich unbedingt wissen, wie es mit unserem Psychologen weitergeht und begann gespannt zu lesen.

Die Geschichte startet mit einem traurigen Ereignis, denn unsere liebgewonnene Samifrau Akka ist gestorben. Arne macht sich gemeinsam mit seinen Freunden Polizistin Kari und Journalist Frode auf den Weg in den hohen Norden Norwegens, um Akka die letzte Ehre zu erweisen. Kaum angekommen, bricht ein Schneesturm über unsere Freunde herein und ein Mörder treibt sein Unwesen. Werden sie ihm entkommen können?

Auch in diesem Band führt uns ein beobachtender Erzähler durch die Geschichte. Für meinen Geschmack ist es schon sehr wichtig, dass man den Vorgänger kennt, um alles besser verstehen zu können. Erst dann hat man richtige Aha- Momente und zudem verpasst man etwas, wenn man sich den ersten Teil mit Arne entgehen lässt.

Mir sind die Figuren hier noch mehr ans Herz gewachsen und man merkt wie sich die einzelnen Akteure weiterentwickeln.

Bernhard Stäber ist es hier vor allem gelungen die Kultur der Sami dem Leser intensiv näher zu bringen. Das hat mir wirklich richtig gut gefallen.

Ansonsten gibt es zahlreiche Spannungsmomente. Kaum ist der Mord geschehen, will man unbedingt erfahren, wer denn der Täter ist und das Rätsel zu lösen, ist gar nicht so einfach, denn jeder kann es gewesen sein.

Die Auflösung zum Schluss war überaus schlüssig und ein wahrer Showdown. Ich habe jetzt schon Lust einen weiteren Band mit Arne zu lesen.

Fazit: Für mich noch besser als Teil eins, ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Klasse!


Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Nr. 6: "Mieses Karma hoch 2" von David Safier


Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Kindler; Auflage: 3 (30. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3463406233
ISBN-13: 978-3463406237

Inhaltsangabe:


Die Gelegenheitsschauspielerin Daisy Becker trinkt, raucht und bestiehlt auch schon mal ihre WG-Genossen. Mit Mitte zwanzig hat sie noch immer keine Ahnung, was sie mit ihrem Leben eigentlich anfangen will. Noch viel weniger weiß sie, was das Wort „Liebe“ eigentlich bedeutet. Und sie wird es in diesem Leben auch nicht mehr erfahren, gerät sie doch in einen tödlichen Autounfall mit dem arroganten Hollywoodstar Marc Barton. Daisy und Marc werden als Ameisen wiedergeboren und erfahren von Buddha, dass sie in ihrem Leben zu viel mieses Karma angesammelt haben. 

Autoreninfo:

David Safier, 1966 geboren, zählt zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren der letzten Jahre. Seine ersten beiden Romane "Mieses Karma" und "Jesus liebt mich" erreichten Millionenauflagen. Auch im Ausland sind seine Bücher Bestseller. Außerdem arbeitet David Safier als Drehbuchautor. Für seine TV-Serie "Berlin, Berlin" gewann er den Grimme-Preis sowie den International Emmy (den amerikanischen Fernseh-Oscar). David Safier lebt in Bremen, ist verheiratet, hat zwei Kinder und einen Hund.

Meine Meinung:


Titel: Verblieptes Karma oder was?

Vor vielen Jahren habe ich mit großer Begeisterung Kim Langes Geschichte in 'Mieses Karma' verfolgt und war nun gespannt, wie die 'Neuauflage' des Stoffes sein würde. Ich habe schon einige Bücher von Herrn Safier gelesen, weshalb meine Erwartungen doch recht groß waren.

Dieses Mal geht es um zwei Schauspieler, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Da gibt es zum Einen den erfolgreichen Hollywoodstar Marc Barton, der auch gern mal Drehbücher umschreibt, um den Regisseur in den Wahnsinn zu treiben. Zum Andern ist da die Gelegenheitsschauspielerin Daisy, die ihr Leben nicht im Griff hat und auch eigentlich gar keine richtige Schauspielerin ist. Beide besagte Protagonisten geraten per Zufall in einen Unfall und sterben. Doch eins haben sie gemeinsam: Sie haben extrem viel schlechtes Karma gesammelt und wenn sie etwas Besseres werden wollen als eine Ameise und erst recht keine Darmbakterie, dann müssen sie dringend gutes Karma sammeln. Doch wie geht das als Ameise? Und vor allem: Wie wird man den nervigen Leidensgenossen los, den man so gar nicht ausstehen kann?

Die Handlung wird uns über Daisy als Ich- Erzählerin vermittelt, so dass wir in erster Linie Einblicke in ihre Gedankenwelt bekommen.

Ich tat mich ehrlich gesagt lange schwer mit Daisy, da sie mir einfach zu chaotisch und tüddelig war. Erst im Verlauf der Geschichte wurde ich nach und nach etwas warm mit ihr. Auch Marc ist kein Sympathieträger, aber für mich immer noch mehr als Daisy.

Die Geschichte besticht vor allem durch extrem überzogene Handlungspassagen, die in meinen Augen nicht immer glaubhaft schienen. Gerade der Part, in dem Daisy für den Tod eines Hundes verantwortlich ist, das ging mir dann doch etwas zu weit. Da blieb mir das Lachen dann im Halse stecken.

Die Abschnitte, in denen unsere Protagonisten als Tiere unterwegs waren, egal ob nun Ameise, Goldfisch oder Storch, haben mir gut gefallen, denn sie waren wirklich amüsant und mal was anderes. Gerade die Beschreibungen der Tierwelt hatten etwas für sich. Ich mochte besonders die Storchenmama und ihr Verhalten gegenüber den eigenen Küken.

Gut gefallen hat mir außerdem, dass wir auf Casanova aus dem ersten Band stoßen, denn den fand ich damals schon sehr witzig.

Etwas gewöhnungsbedürftig fand ich zu Beginn die vielen Fußnoten. Zwar sind die Kommentare recht witzig, aber ich weiß nicht, ob sie die Geschichte wirklich vorantreiben oder eher behindern.

Das Ende des Romans fand ich super. Hier hat man sehr schön gemerkt wie Daisy ihr altes Leben überdenkt und sich der Zukunft zuwendet.

Fazit: Witzige Lektüre, die aber leider nicht mit dem Vorgänger mithalten kann. Für Zwischendurch aber ideal...


Bewertung: 3/ 5 Sternen 

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Nr. 5: "Schlaf der Vernunft" von Tanja Kinkel


Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Droemer HC (2. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 342619967X
ISBN-13: 978-3426199671


Inhaltsangabe:

Nach 20 Jahren Gefängnis wird Martina Müller zeitgleich mit der RAF-Auflösung begnadigt. Ihre Tochter Angelika, die ihre Entschlossenheit nie verstanden hat, soll ihrer Mutter nach der langen Haftzeit beistehen, obwohl jedwede Verbindung abgebrochen war. Martina, mit 48 noch jung, muss erkennen, dass nichts erreicht wurde, jeder Mord umsonst gewesen war. Um herauszufinden, ob sich ihre Mutter geändert hat, Reue in sich entdeckt, und Teil ihrer Familie werden kann, muss Angelika Martinas Spuren folgen. Von der Sympathisantin, über die Illegalität und dem Gängelband der Stasi, bis hin zum großen Attentat. Aber nicht nur sie. Durch die Begnadigungen gibt es zwar Ex-Terroristen, aber Ex-Opfer gibt es nicht, denn deren Leid verjährt nie. So taucht der Sohn eines RAF-Opfers auf, der wissen will, wer damals geschossen hat. Ehefrauen, Mütter und der einzig überlebende Leibwächter: Alle haben auch nach Jahrzehnten offene Fragen.

Autoreninfo:

Mit dem Schreiben fing Tanja Kinkel mit 13 Jahren an. Heute ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen. Obwohl sie neben historischen Romanen, die von der Gründung Roms bis zum 2. Weltkrieg spielen, auch Thriller, Jugendbücher, Fantasy, ja Gegenwartsliteratur und Essays geschrieben hat, tauchen fast alle ihre Bücher auf den großen Bestsellerlisten auf.

Meine Meinung:

Titel: Mehr als nur ein Buch über die RAF...

Ich war lange unentschlossen, ob ich dieses Buch lesen soll oder nicht. Ich liebe die Bücher von Tanja Kinkel, die mich bisher noch nie enttäuscht haben, andererseits wusste ich vor Lektürestart nichts über die RAF und ob mich das Thema überhaupt interessieren würde. Letztendlich begann ich dann doch mit der Lektüre, einfach weil Tanja zu meinen Lieblingsautorinnen zählt und ich bin froh, dass ich dieses Experiment gewagt habe.

In der Geschichte geht es um Martina Müller, die nach 20 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird. Ihre Haftstrafe hat sie als RAF- Terroristin bekommen. Tochter Angelika hatte lange keinen Kontakt zu ihrer Mutter, aber kann sie sie jetzt wirklich hängen lassen? Vielleicht hat sie sich verändert und kann ein Mitglied von Angelikas Familie werden...

Die Handlung wird uns über zwei Handlungsstränge näher gebracht. Der eine Strang beleuchtet die fernere Vergangenheit von 1967 bis 1977. Der zweite Erzählstrang spielt 1998, der näheren Vergangenheit.

Tanja Kinkel gelingt es sehr gut zu erläutern wie Martina überhaupt zu einer Kriminellen und Terroristin werden konnte, denn genau das interessiert einen als Leser. Die Autorin schafft es einfach die dargestellte Zeit authentisch widerzugeben und das auf immens spannende Weise.

Zudem kommt sehr gut rüber wie sich Mutter und Tochter langsam aber sicher wieder annähern. Beide bringen Verständnis für die jeweils andere auf und versuchen das Band, was sie einst verbunden hat, wieder zu vereinen. Mich hat sehr gerührt wie viel Sorgen sich Angelika anfänglich um ihre Mutter macht. Letztendlich ist Blut doch dicker als Wasser, egal was einen einst getrennt hat.

Je mehr ich las, desto mehr wuchs mein Interesse. Immer wieder musste ich die Lektüre unterbrechen, um zu recherchieren, Dokumentationen zu sichten und Artikel aus der Zeit zu lesen und siehe da meine Recherchen deckten sich eins zu eins mit dem, was uns die Autorin schildert, was für ihre gelungene Recherchearbeit spricht. Sie lässt Geschichte lebendig und greifbar werden.

Mit diesem Buch ist es Frau Kinkel gelungen mir eine unbekannte Zeit deutscher Geschichte näher zu bringen, die es bisher nicht in mein Bewusstsein geschafft hatte. Gerade in der aktuellen Zeit, wo Terrorismus omnipräsent ist, zeigt dieses Buch sehr gut wie eine völlig normale, bürgerliche Mutter radikal werden kann. Unter bestimmten Bedingungen kann es jeden von uns treffen.

Für mich eines der besten Bücher des Jahres 2015, die ich gelesen habe. Selten hat mich ein Buch so sehr beschäftigt wie dieses. Immer wieder musste ich Freunden und Bekannten davon berichten und meine Erkenntnisse teilen.

Fazit: Ein unheimlich toller historischer Roman, der seinesgleichen sucht. Ich kann nur eine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen. Genial! Must Read 2015...


Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Nr. 4: "An einem Tag im Mai" von Jenny Bond


Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG; Auflage: 1 (16. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3832163352
ISBN-13: 978-3832163358
Originaltitel: The President's Lunch


Inhaltsangabe:

Amerika, Anfang der Dreißigerjahre. Iris McIntosh hat alles verloren: ihren Job, ihre Freunde, ihr Zuhause. Doch eine zufällige Begegnung mit der mächtigsten Frau des Landes, Eleanor Roosevelt, gibt ihrem Leben eine neue Richtung. Sie verschafft Iris Zugang zum innersten Zirkel des Weißen Hauses – in einer Zeit, als die Welt kurz vor einem neuen Krieg steht. Iris steigt zur Beraterin des Präsidenten auf, genießt den Glanz der Macht und die neuen Möglichkeiten, die sich ihr eröffnen. Als sie zwei besondere Männer trifft, muss sie sich entscheiden…

Autoreninfo:

Jenny Bond wurde in Sydney geboren. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen in Canberra, wo sie als Journalistin und Werbetexterin arbeitet.

Meine Meinung:

Titel: Von der Straße ins Weiße Haus...

Von der Autorin hatte ich bis dato noch nichts gelesen. Da ich noch nie etwas zur Zeit der 30er Jahre in Amerika gelesen hatte, aber schon immer mal wollte, war ich doch recht gespannt und begann zu Lesen.

In der Geschichte selbst geht es um drei Frauen, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Zum Einen ist da die junge Lehrerin Iris, die aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage ihren Job verliert. Am Ende der Gesellschaft angekommen, versucht sie ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Zum Glück trifft sie auf die Gattin des Präsidenten, Eleanor Roosevelt. Diese ist von Iris sehr angetan und greift ihr unter die Arme. Wird sie zur Besserung von Iris Leben beitragen können oder verkompliziert sie nur alles? Und dann gibt es da noch die Köchin Henrietta. Wie wird ihr Leben verlaufen?

Die gesamte Handlung wird uns aus drei Perspektiven näher gebracht, nämlich aus der Sicht der jeweiligen Protagonistin, die wir begleiten, wobei das Leben der Köchin sehr wenig Raum einnimmt und Iris als Akteurin am präsentesten ist.

Am meisten hat mich fasziniert, dass wir am Leben der Präsidentengattin teilhaben dürfen, denn sonst erfährt man ja eher etwas aus dem Leben eines Präsidenten, aber nie aus dem Leben seiner Gattin. Eleanor hat das Herz am rechten Fleck und sie weiß was sie will. Zwar muss sie sich der Gesellschaft anpassen, kann aber aufgrund ihrer Stellung viel Gutes tun.

War ich anfänglich von Iris noch sehr angetan, so nervte sie mich im Verlauf der Geschichte immer mehr, da sie einfach nicht wusste, was sie wollte. Ihr ewiges Hin und Her zwischen den Männern war für mich absolut unverständlich.

Henrietta kommt so selten vor, dass ich gar keinen richtigen Eindruck von ihr gewinnen konnte. Mich hätte es nicht gestört, wenn der Handlungsstrang zu ihr ganz gefehlt hätte. Und das ist arg verwunderlich, hat die Autorin aufgrund dieser Person überhaupt erst das Buch geschrieben.

Für mein Empfinden hat die Autorin zu viel gewollt. Der Inhalt des Romans hätte auch drei Bücher füllen können, so viel möchte sie uns mitteilen. Weniger wäre hier wirklich mehr gewesen und dann hätte die Story vielleicht auch einen roten Faden gehabt.

Die große Schwäche des Romans ist einfach, dass zu viel Handlung in das Buch gepackt wurde, die nur kurz angerissen, aber nicht ausführlich dargestellt wird, so dass mir als Leser vieles fremd und teilweise nicht nachvollziehbar erschien.

Fazit: Leider kann ich hier keine Leseempfehlung aussprechen. Wohl nur etwas für Leute, die durch geschichtliche Fakten gehetzt werden wollen. Sehr schade...

Bewertung: 2/ 5 Sternen

 
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Nr. 3: "Thron in Flammen" von Brian Staveley


Broschiert: 976 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (9. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453316762
ISBN-13: 978-3453316768
Originaltitel: The Providence of Fire - Chronicles of the Unhewn Throne Book 2

Inhaltsangabe:

Seit sie herausgefunden hat, wer ihren Vater ermordet hat, ist Adare – die Tochter des annurischen Kaisers Sanlitun – auf der Flucht, der Unbehauene Thron ist ihren Feinden in die Hände gefallen. Gleichzeitig verfolgen Adares Brüder, Valyn und Kaden, ihre eigenen Pläne: Valyn geht ein Bündnis mit den verfeindeten Barbarenhorden aus dem Norden ein, und Kaden wandelt auf uralten magischen Pfaden, um das Geheimnis zu ergründen, das Annur seit Jahrhunderten vor dem Bösen beschützt. Ein Geheimnis, von dem das Schicksal der gesamten Menschheit abhängt ...

Autoreninfo: 

Brian Staveley studierte Kreatives Schreiben an der University of Boston und unterrichtete Literatur, Geschichte, Philosophie und Religion – Themengebiete, die sein eigenes Schreiben nachhaltig beeinflussen. Mittlerweile arbeitet er als Lektor und Autor und lebt mit seiner Familie in Vermont. Der verlorene Thron ist sein erster Roman.

Meine Meinung:

Titel: Überzeugender zweiter Teil der Fantasyreihe...

Nachdem mir bereits das Debüt des Autors "Der verlorene Thron" gut gefiel, musste ich natürlich wissen wie es weiter geht und gespannt begann ich zu lesen. 

Auch in diesem Teil, der dort beginnt wo Band eins endete, geht es um die drei Geschwister Kaden, Valyn und Adare, die Erben von Kaiser Sanlitun, dem ehemaligen Herrscher von Annur. Die Geschwister befinden sich auf der Flucht. Während Adare festgestellt hat, dass ihr Geliebter der Mörder ihres Vaters ist und sich einer Pilgergruppe anschließt, versucht Valyn einen wilden Barbarenstamm zu bezwingen. Werden sie ihre Ziele erreichen? Und wird es Kaden gelingen das Erbe seines Vaters anzutreten? 

Die seitenstarke Handlung wird uns wieder über drei Erzählstränge näher gebracht, da wir immer mal ein Geschwister begleiten. Dies tun wir über einen beobachtenden Erzähler. Der Autor hat hier eindeutig mehr auf das Gleichgewicht der Erzählstränge geachtet, denn wir erfahren von jedem, der drei Hauptakteure ungefähr gleich viel. 

Das Tolle an Brian Staveley ist, dass er es schafft mit kurzen, prägnanten Sätzen seine Welt und die handelnden Charaktere sehr bildhaft zu beschreiben. Er verwendet keine verschachtelten und ewig langen Sätze, was das Lesen sehr vereinfacht. Gerade die Bildgewalt dieses Fantasyromans hat es mir angetan, da man keine Vorstellungsschwierigkeiten hat. 

Zudem merkt man, dass sich die Figuren weiter entwickeln, egal ob Haupt- oder Nebenfigur. So etwas ist mir immer sehr wichtig. 

Auch hier bekommen wir wieder Gewalt, Intrigen, Machtgehabe und Action geboten, was das Buch spannend macht. An die etwas merkwürdigen Namen habe ich mich nach dem ersten Teil gewöhnt.

Dem Buch vorangestellt ist eine wunderschöne Übersichtskarte, die mir echt gut gefällt. Leider vermisse ich auch hier wieder ein Personenregister. Es gibt nur eine Übersicht über die Götter und Völker der dargestellten Welt. 

Fazit: Eine Fortsetzung, die dem Erstling in nichts nachsteht. Wer den ersten Teil mochte, der darf auch hier gern zugreifen. Für meinen Geschmack sollte man den Vorgänger kennen, sonst hat man bestimmt Verständnisschwierigkeiten. Lesenswert!

Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Nr. 2: "Die Sturmschwester" von Lucinda Riley

  
Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (9. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442313953
ISBN-13: 978-3442313952
Originaltitel: The Storm Sister

Inhaltsangabe:

Der Wind und das Wasser, das sind die großen Leidenschaften in Allys Leben, die sie zu ihrem Beruf gemacht hat: Sie ist Seglerin und hat bei manch riskanter Regatta auf den Meeren der Welt ihren Mut unter Beweis gestellt. Eines Tages aber stirbt völlig überraschend ihr geliebter Vater Pa Salt, und Ally reist zu dem Familiensitz am Genfer See. Wie auch ihre fünf Schwestern wurde sie als kleines Mädchen von Pa Salt adoptiert und kennt ihre wahren Wurzeln nicht. Ihr Vater hinterlässt ihr aber einen rätselhaften Hinweis auf ihre Vorgeschichte – die Biographie eines norwegischen Komponisten aus dem 19. Jahrhundert, in dessen Leben die junge Sängerin Anna Landvik eine schicksalhafte Rolle spielte. Allys Neugier ist geweckt, und sie begibt sich auf Spurensuche in das raue Land im Norden. Sofort ist sie zutiefst fasziniert von der wilden Schönheit der Landschaft, aber auch von der betörenden Welt der Musik, die sich ihr dort eröffnet. Und als sie schließlich dem Violonisten Thom begegnet, der ihr auf unerklärliche Weise vertraut ist, fängt sie an zu ahnen, dass ihre jugendliche Liebe zur Musik kein Zufall war...

Autoreninfo:

Lucinda Riley wurde in Irland geboren und verbrachte als Kind mehrere Jahre in Fernost. Sie liebt es zu reisen und ist nach wie vor den Orten ihrer Kindheit sehr verbunden. Nach einer Karriere als Theater- und Fernsehschauspielerin konzentriert sich Lucinda Riley heute ganz auf das Schreiben - und das mit sensationellem Erfolg: Seit ihrem gefeierten Roman "Das Orchideenhaus" stürmte jedes ihrer Bücher die internationalen Bestsellerlisten. Lucinda Riley lebt mit ihrer Familie in Norfolk im Osten Englands und in ihrem Haus in der Provence.

Meine Meinung: 

Titel: Gelungene Fortsetzung der "Sieben Schwestern" - Reihe... 

Nachdem mir der erste Teil namens "Die sieben Schwestern" gut gefiel, in dem es um Maia ging, so war ich doch sehr gespannt auf die Fortsetzung der Reihe. Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen, die mir gut gefielen, weshalb ich mit großen Erwartungen in die Lektüre einstieg. 

In diesem Band geht es um die Seglerin Ally, die nach dem Tod ihres Adoptivvaters wieder nach Hause zurückkehrt. Genau wie ihre Schwester Maia soll es nun darum gehen ihre Herkunft zu erfahren, denn Pa Salt hat Hinweise hinterlassen. Was wird Ally herausfinden? Wird das ihr bisheriges Leben verändern. 

Der Roman startet identisch dem Vorgänger, denn Ally erfährt vom Tod ihres "Vaters" und trifft in dessen Zuhause auf ihre Schwestern. Hier fand ich interessant, dass es der Autorin gelingt etwas, was wir bereits in Band eins gelesen haben, aus einer anderen Perspektive und doch irgendwie anders widerzugeben. Dabei ergaben sich für mich neue Erkenntnisse.

Während mir der Zugang zu Maia im ersten Buch unheimlich leicht fiel, hatte ich bei der kühlen Ally erst so meine Probleme. Erst im Verlauf der Geschichte wurde ich wirklich mit ihr warm. 

Die Hinweise, die Pa Salt gestreut hat, führen den Leser nach Norwegen. Ich finde dieses Land unheimlich spannend und habe schon einige tolle Romane dazu gelesen, weshalb ich mich sehr freute dorthin entführt zu werden. Klassische Musik ist zwar nur bedingt meins, aber Frau Riley hat das sehr gut mit der Geschichte verknüpft. 

Normalerweise mag ich bei Romanen, die sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit spielen, eher den historischen Part, aber hier habe ich mich mehr bei Ally wohlgefühlt. Ich schätze mal, dass das in erster Linie mit dem Bauernmädchen Anna zu tun hatte, die mir aufgrund ihres mangelnden Selbstbewusstseins nicht so recht gefiel. Ich mag starke Frauenpersönlichkeiten und für meinen Geschmack wurde sie unnötig schwach und teilweise auch naiv dargestellt, so dass irgendwann die Sympathie flöten ging. 

Zum Glück sind alle anderen Charaktere deutlich besser gezeichnet, so dass man als Leser schon den ein oder anderen finden wird, den man mag. Das Buch endet wie zu erwarten war offen, so dass ich jetzt schon gespannt bin auf die Fortsetzung. 

Auch wenn der Roman etwas schwächer ist als sein Vorgänger, so wurde ich dennoch gut unterhalten. Lucinda Rileys Schreibstil ist einfach so fesselnd, dass man Zeit und Raum um sich vergisst. Zudem gelingt es ihr einfach ihre fiktive Geschichte in die damalige Zeit einzubetten, dass man ihr das alles abkauft. 

Fazit: Eine gute Fortsetzung, die hoffen lässt, dass die folgenden fünf Bände auch noch klasse werden. Ich spreche eine Leseempfehlung für dieses Buch aus. 

Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Nr. 1: "Sterne über der Alster" von Micaela Jary


Taschenbuch: 432 Seiten 
Verlag: Piper Taschenbuch (9. November 2015) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3492306977 
ISBN-13: 978-3492306973

Inhaltsangabe:

Die Revolution von 1918/19 bringt nicht nur Chaos in das geordnete Leben der Hamburger Reederfamilie Dornhain, sondern auch der Dienstboten: Der Patriarch nimmt sich das Leben, sein Chauffeur gerät unter Mordanklage und Nele Dornhain erwartet ein Kind vom Mann ihrer kleinen Schwester. Indes kämpft die älteste Tochter Ellinor um das wirtschaftliche Überleben des Familienunternehmens und auch um ihr eigenes Lebensglück, dessen Zukunft in den Sternen über der Alster geschrieben steht ... 

Autoreninfo:

Micaela Jary wurde als Tochter des Filmkomponisten Michael Jary in Hamburg geboren. Sie wuchs in der Welt des Kinos und der Musik auf und arbeitete als Zeitungsredakteurin, ehe sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Seit vielen Jahren schreibt sie nun erfolgreich Bücher. Sie lebte lange in Paris und wohnt heute mit Mann und Hund in Berlin und München. 

Meine Meinung:

Titel: Überzeugende Fortsetzung mit Suchtpotenzial...

Nachdem mir "Das Haus am Alsterufer" unheimlich gut gefallen hatte, wollte ich unbedingt wissen wie es mit Familie Dornhain weiter geht. Mit großen Erwartungen und voller Vorfreude begann ich mit der Lektüre und wurde vollends zufrieden gestellt.

Dieser zweite Band startet genau da, wo der erste endete, denn der Familienvater Victor Dornhain hat sich das Leben genommen und seine Familie muss nun mit seinem Tod klar kommen. Was wird das Jahr 1918 der Familie bringen und wird Hausmädchen Klara endlich die Wahrheit über ihre Herkunft erfahren?

Bereits auf den ersten Seiten gelang es Micaela Jary mir die Erinnerung zum ersten Band wieder ins Gedächtnis zu rufen und ich war sofort wieder mitten in der Familie.

Die Autorin beleuchtet auch hier wieder sowohl die Reederfamilie Dornhain als auch dessen Angestellte im Haus, die mit den Umbrüchen der damaligen Zeit zurechtkommen müssen. Besonders Tochter Ellinor hat es hart getroffen, denn sie soll für den Fortbestand der Reederei sorgen. Am meisten gefangen genommen haben mich die Zwistigkeiten zwischen dem Dreiergespann Nele, Lavinia und Konrad. Diese Konstellation ist schon etwas Besonderes und das Hin und Her war schon sehr spannend, denn ich war mir wirklich nicht sicher, wer am Ende das Paar sein wird. Und Lavinia war wieder einmal der Knaller. Bei ihr wusste ich oft nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Auch Klara habe ich wieder sehr gern begleitet, sie ist einfach eine Figur, die man gern haben muss.

Frau Jary hat es wieder einmal geschafft einen spannenden Teil der Geschichte Deutschlands dem Leser zu vermitteln. Gerade die politischen Veränderungen waren im Hintergrund stets spürbar.

Fazit: Eine würdige Weiterführung der Geschichte um die Reederfamilie, die förmlich nach einem dritten Band schreit. Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen und ich würde mich sehr über einen weiteren Band freuen. Lesenswert!


Bewertung: 5/ 5 Sternen 

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