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... im November 2015

Nr. 16: "Todesdeal" von Veit Etzold


  • Broschiert: 480 Seiten
  • Verlag: Droemer TB (1. Oktober 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426304341
  • ISBN-13: 978-3426304341
Inhaltsangabe:

Im afrikanischen Kongo wütet seit Jahrzehnten ein grausamer Krieg. Es ist ein Kampf um die kostbaren Rohstoffe, die dieses ansonsten so bitterarme Land in Fülle abbaut und die in jedem digitalen Gerät stecken. Martin, ein junger Berliner Journalist, reist für seinen ersten großen Rechercheauftrag in den Kongo. Kurz nach seiner Ankunft wird er von den Milizen eines Warlords in Geiselhaft genommen. Ausgelöst wird er von einer Geschäftsfrau aus Ruanda. So gerät der unerfahrene Journalist in die gnadenlosen Hände von russischen Oligarchen, chinesischen Investoren und deutschen Waffenhändlern. Zu spät stellt Martin fest, dass auch er nur Verhandlungsmasse in einem geopolitischen Schachspiel ist, in dem die Rohstoffverteilung für das 21. Jahrhundert festgelegt wird. Und dass dieser erste große Rechercheauftrag vielleicht sein letzter sein könnte.

Autoreninfo:

Veit Etzold, geboren 1973 in Bremen, studierte Anglistik, Kunstgeschichte, Medienwissenschaften und General Management in Oldenburg, London und Barcelona. Er arbeitete für Medienkonzerne, Banken, in der Unternehmensberatung und in der Führungskräfteentwicklung.

Meine Meinung:

Titel: Mein erster Etzold und Politthriller in Einem...

Bisher habe ich weder ein Buch des Autors, noch einen politisch angehauchten Thriller gelesen, weshalb ich unheimlich gespannt war, was mich hier erwarten würde. Unvoreingenommen begann ich mit der Lektüre und wurde in einen Strudel aus Action und Spannung gezogen.

In der Geschichte geht es um den jungdynamischen Journalisten Martin, der mit seinem Surferlook nicht von schlechten Eltern ist. Sein erster großer Auftrag führt ihn in die Demokratische Republik Kongo. Doch kaum hat seine Recherche begonnen, wird er in Geiselhaft genommen und wird sehr bald Spielball diverser, mächtiger Wirtschaftsbosse. Was hält das Schicksal für Martin bereit?

Die Handlung wird uns über einen beobachtenden Erzähler näher gebracht. Mal befinden wir uns in Deutschland, mal im Kongo. Gerade diese Szenenwechsel machen den Thriller so richtig spannend, denn meist enden die recht kurzen Kapitel mit einem Spannungsmoment.

Etzold gelingt es seine Protagonisten kurz und prägnant zu beschreiben, so dass man sich diese gut vorstellen kann. Martins Schicksal lässt einen nicht kalt.

Der Autor gewährt uns Einblicke in die Welt des Journalismus und in die Wirtschaftsetagen der Welt. Bisher hat mich das so gar nicht interessiert, Etzold gelang es mit diesem Buch jedoch mein Interesse dafür zu wecken.

Das Personenregister am Anfang des Buches sorgt dafür, dass man bei der Zahl an Akteuren nicht den Überblick verliert. Normalerweise kenne ich so etwas nur aus historischen Romanen. Hier habe ich dies sehr begrüßt, weil es einfach nur hilfreich war.

Für mich ganz klar ein aufwühlender Thriller, der einen nicht nur eine Gänsehaut verschafft, sondern zudem über das eigene Handeln grübeln lässt. Ist der ganze Konsum immer notwendig und was brauche ich wirklich zum Leben?

Fazit: Ich wurde positiv überrascht und kann daher nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Das wird gewiss nicht mein letzter Etzold gewesen sein.


Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Nr. 15: "Straße der Schatten" von Jennifer Donnelly

  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: Pendo (9. November 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866123981
  • ISBN-13: 978-3866123984

Inhaltsangabe:

1890, New York City. Für Josephine Montfort, die aus einer wohlhabenden New Yorker Handelsfamilie stammt, scheint das Leben vorgezeichnet: Nach der Schule eine arrangierte Ehe, Kinder und ein ruhiges, häusliches Leben. Aber Josephine hat andere Pläne: Sie möchte als Journalistin auf das Leben der weniger Privilegierten aufmerksam machen. Doch eine Familientragödie reißt sie jäh aus ihren Träumen - ihr Vater stirbt zu Hause durch seine eigene Waffe. Josephine glaubt nicht an einen Unfall und der attraktive Journalist Eddie Gallagher bestärkt sie in ihrem Verdacht. Zu zweit beginnen sie eine Spurensuche, die sie in die zwielichtigsten und gefährlichsten New Yorker Viertel führt und setzen dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel… 

Autoreninfo:

Jennifer Donnelly wuchs im Staat New York auf. Mit ihrer "Rosentrilogie" - "Die Teerose", "Die Winterrose" und "Die Wildrose" - begeisterte sie in Deutschland unzählige Leserinnen. Auch ihre Romane "Das Licht des Nordens" und "Das Blut der Lilie" wurden vielfach preisgekrönt und ernteten bei Presse und Lesern großen Beifall. Jennifer Donnelly, deren Familie aus Schottland stammt, lebt mit ihrem Mann und Sohn in Brooklyn.


Meine Meinung:

Titel: Historischer Krimi mit Sogwirkung...

Die Autorin ist mir mit ihrer Rosentrilogie positiv in Erinnerung geblieben, so dass ich auf ihr neues Buch schon ganz gespannt war.

In der Geschichte selbst geht es um Josephine Montfort, deren Vater durch seine eigene Waffe stirbt. Jo, die das Journalistengen im Blut hat, glaubt nicht an einen Suizid und beginnt zu ermitteln. Dabei hilft ihr der charismatische Reporter Eddie. Schnell haben sie eine Spur, bringen sich aber immer mehr in Gefahr. Werden sie das Rätsel lüften können?

Jennifer Donnelly hat einen sehr eindringlichen Schreibstil, der einen sofort gefangen nimmt. Ich fühlte mich regelrecht in die Geschichte eingesaugt. Der Roman hat alles, was eine tolle Geschichte braucht: Spannung, finstere Gestalten, ein Rätsel, sympathische Charaktere und eine Prise Liebe.

Der Autorin gelingt es aufgrund der Charakterauswahl gut die Gesellschaft der damaligen Zeit darzustellen. So haben wir als Gegenpart zur wohlsituierten Josephine die arme Fay und den Korrespondenten Eddie und erleben so alle Gesellschaftsschichten und können uns in die Personen einfühlen. Auch wenn Jo recht naiv aufgrund ihrer wenigen Erfahrungen agiert, so hat sie ihr Herz doch stets am rechten Fleck. Ich mochte sie auf Anhieb gern, weil sie sich nicht den gesellschaftlichen Zwängen unterwirft, sondern ihren Weg gehen will.

Das Rätsel wird am Ende gelöst und für mich blieb keine Frage offen. Alles klärt sich plausibel auf.

Fazit: Ein historischer Schmöker mit Krimielementen, der mich gut unterhalten hat. Gern empfehle ich diesen Roman weiter.


Bewertung: 4/ 5 Sternen
 
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Nr. 14: "Das Feuerzeichen" von Francesca Haig

  • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (26. Oktober 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453270134
  • ISBN-13: 978-3453270138
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 13 Jahren
Inhaltsangabe:

Vierhundert Jahre in der Zukunft: Durch eine nukleare Katastrophe wurde die Menschheit zurück ins Mittelalter katapultiert. Es ist eine Welt, in der nur noch Zwillinge geboren werden. Zwillinge, die so eng miteinander verbunden sind, dass sie ohne einander nicht überleben können. Allerdings hat immer einer von beiden einen Makel. Diese sogenannten Omegas werden gebrandmarkt und verstoßen.

Autoreninfo:

Francesca Haig wuchs in Tasmanien auf und promovierte in Literaturwissenschaften an der Universität Melbourne. Wenn sie nicht gerade an ihren eigenen Texten arbeitet, unterrichtet sie Kreatives Schreiben an der Universität von Chester. Für ihre Gedichtsammlungen wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet. Mit "Das Feuerzeichen" legt sie nun ihre erste Romantrilogie vor. Francesca Haig lebt mit ihrer Familie in London.

Meine Meinung:

Titel: Überzeugender Startband einer neuen Dystopiereihe...

Als Fan von Jugendbüchern, insbesondere Dystopien, war ich Feuer und Flamme als ich den Klappentext gelesen hatte. Voller Vorfreude begann ich mit dem Lesen und wurde regelrecht überrollt von einer spannenden Handlung.

Die Geschichte spielt in einer sehr fernen Zukunft, die dem Mittelalter nicht unähnlich ist. Babys werden nur noch im Doppelpack geboren, denn es ist das Zeitalter der Zwillinge. Cass ist ein solcher Zwilling und zählt zu den Omegas, den minderwertigen Zwillingen, die Makel aufweisen und in Armut leben müssen. Ihr Zwillingsbruder Zach hingegen gehört zu den Alphas. Er ist makellos und strebt einer machtvollen Karriere entgegen. Cass möchte diese Ungerechtigkeit nicht mehr hinnehmen und sich den Rebellen anschließen, doch muss sie dabei eins beachten: Wenn ihr Bruder Zach stirbt, dann bedeutet das auch ihren Tod. Wird sie ihre Welt verändern können?

Ich habe schon einige Dystopien gelesen, aber mit der hier beschriebenen Welt hat Francesca Haig etwas völlig Neues erschaffen. Klar kennen wir Welten, in denen die Mächtigen die Schwachen unterdrücken und ausbeuten, jedoch war noch nie die eine Seite von der anderen abhängig. Wenn du deinen Feind nicht töten kannst, weil es bedeuten würde, dass du einen Freund (dessen Zwilling) ebenfalls umbringst, dann ist das eine ganz andere Hausnummer.

Mir hat besonders gefallen, dass der Leser gemeinsam mit den Protagonisten diese sonderbare Welt erkundet, denn vieles ist den Buchcharakteren selbst noch nicht bekannt.

Die Autorin wirft uns direkt ins kalte Wasser, denn bereits auf den ersten Seiten werden wir mitten ins Geschehen katapultiert. Die Handlung wird uns über Cassandra als Ich- Erzählerin näher gebracht. Hier begleiten wir sie zum Einen in ihrer Gefangenschaft und zum Anderen erfahren wir über Rückblenden, was sie bisher erlebt hat.

Frau Haig nimmt sich Zeit ihre erdachte Welt dem Leser näher zu bringen und genau so etwas erwarte ich auch bei einem Reihenauftakt, denn wenn ich mich in der dargestellten Welt nicht zurechtfinde, dann interessiert mich auch das Leben der darin handelnden Personen nur bedingt.

Cass als Hauptcharakter hat mich fasziniert. Ihre Lage erscheint mehr als aussichtslos und dennoch kämpft sie anstatt aufzugeben.

Fazit: Für mich ein Serienstart mit viel Potential. Ich habe das Buch sehr gern gelesen und warte gespannt auf die Fortsetzung. Ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Klasse!


Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Nr. 13: "Die 100 - Tag 21" von Kass Morgan

  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (19. Oktober 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453269500
  • ISBN-13: 978-3453269507
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Inhaltsangabe:

Komplett überraschend wird das Camp der Jugendlichen von Erdgeborenen überfallen - ein Kampf auf Leben und Tod beginnt. Wells versucht, die Überlebenden in Sicherheit zu bringen, muss aber gegen Anfeindungen aus der eigenen Gruppe kämpfen. Bellamy ist währenddessen auf der verzweifelten Suche nach seiner Schwester Octavia, die spurlos verschwunden ist. Die mutige Clarke, die in ihren Gefühlen zwischen ihm und Wells schwankt, hilft ihm dabei und stößt auf ein grässliches Geheimnis. Gleichzeitig droht auf den Raumschiffen der Sauerstoff auszugehen. Das Überleben der Menschen hängt am seidenen Faden.

Autoreninfo:

Kass Morgan studierte an der Brown University bis zum Bachelor und absolvierte anschließend ein Masterprogramm in Oxford. Derzeit lebt sie als Lektorin und freie Autorin in Brooklyn. Noch vor Erscheinen ihres ersten Buches "Die 100" konnte sie bereits die Rechte der Serienverfilmung verkaufen.

Meine Meinung:

Titel: Überzeugende Fortsetzung...

Nachdem mir bereits der erste Band gut gefiel und ich es noch immer nicht geschafft habe die TV- Serie zu schauen, machte ich mich gespannt und unvoreingenommen ans Lesen.

Dieser Band fügt sich nahtlos an den ersten Teil an und es geht auch hier um unsere auf der Erde gestrandeten Freunde Clarke, Bellamy, Wells und Co. Nach dem Vorfall mit den Erdbewohnern spaltet sich unsere Gruppe in zwei Lager. Die Einen wollen sich verteidigen und bauen Waffen, die Anderen sehen die Erdbewohner als Chance. Wie wird sich das Verhältnis untereinander verändern und was geschieht noch alles auf der Erde?

Auch hier wird das Geschehen wieder aus mehreren Perspektiven beleuchtet, denn mal begleiten wir Clarke, mal Wells und noch den ein oder anderen Protagonisten. Gerade durch diesen Perspektivwechsel wird die Geschichte noch spannender.

Während sich das erste Buch noch mit der Einführung in die dargestellte Welt und der Vorstellung der einzelnen Charaktere beschäftigte, geht es hier richtig zur Sache. Je mehr man liest, desto mehr erfährt man über die einzelnen Personen und nun kristallisiert sich heraus wer wie mit wem zusammenhängt und Verbindungen tun sich auf. Zudem sorgen Rückblenden für einen leichten Einstieg in die Geschichte.

Ich finde, dass sich dieser Roman was Spannung und Action betrifft noch um einiges gesteigert hat verglichen mit seinem Vorgänger, denn teilweise las ich wirklich atemlos und konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen.

Zudem gefällt mir einfach, dass dem Leser durch diese Geschichte deutlich wird, wie schön unsere Erde doch ist und dass man sie mehr genießen und wertschätzen sollte. Bei mir kam beim Lesen immer wieder der Gedanke auf: Wie würde ich es finden, wenn die Erde jetzt so wäre wie im Buch beschrieben und ich dort leben müsste? Ich hätte glaube ich jede Menge Schiss.

Fazit: Für mich eine tolle Fortsetzung, die ich ausnahmslos empfehlen kann. Ein echter Pageturner mit Klasse!

Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Nr. 12: "Aus dem Leben einer Matratze bester Machart" von Tim Krohn

  • Broschiert: 112 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (23. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 325724326X
  • ISBN-13: 978-3257243260
Inhaltsangabe:

Die Hauptfigur in diesem Buch ist – eine Matratze. Von 1935 bis 1992 kreuzen viele abenteuerliche Schicksale ihren Weg. Sie fungiert als Liebesnest, Spielzeug, Bettstatt oder Retterin in der Not, und verändert das Leben der Menschen, die auf ihr liegen.

Autoreninfo:

Tim Krohn, geboren 1965 in Nordrhein-Westfalen, wuchs in Glarus in den Schweizer Alpen auf und lebt als freier Schriftsteller in Santa Maria im Münstertal. Seine Romane "Quatemberkinder" und "Vrenelis Gärtli" sind vor allem in der Schweiz Kultbücher. Zudem schreibt Tim Krohn immer wieder für die Bühne. Für sein Schaffen wurde er unter anderem mit dem Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis ausgezeichnet.

Meine Meinung:

Titel: Und was hat deine Matratze so erlebt?

Bei dem ominösen Buchtitel bin ich einfach neugierig geworden, denn was kann man schon großartig über eine Matratze schreiben? Mehr als man denkt, wie ich erfahren musste...

In der Geschichte geht es nicht um den Juden Immanuel Wassermann, der per Zufall an eine Matratze kommt, sondern eben um die Matratze selbst. Wozu kann sie alles dienen und was erleben die Menschen, die sie benutzen, mit ihr?

Die einzelnen Kapitel, die von 1935 bis 1992 reichen, erinnern an Kurzgeschichten, die die einzelnen Episoden der Matratze beleuchten. Sie kann als Ruhelager dienen, einen beschützen und noch vieles mehr.

Mich hat am meisten die Geschichte der Kinder von Nora Weishaupt berührt, die sich mithilfe der Matratze in einer Bombennacht schützen. Die einzelnen Episoden sind sehr unterschiedlich, da wird nahezu jeder Leser etwas passendes für sich finden. Tja und zum Nachdenken regen sie außerdem an.

Auch wenn es sich hier um ein recht seitenschwaches Buch handelt, so hat es doch eine Intensität, die so mancher 500-Seiten-Wälzer missen lässt.

Fazit: Unterhaltung mit Tiefgang, die ich gern weiterempfehle. Ich wurde positiv überrascht.


Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Nr. 11: "Ein ganz neues Leben" von Jojo Moyes

  • Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
  • Verlag: Wunderlich; Auflage: 4 (24. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3805250940
  • ISBN-13: 978-3805250948

Inhaltsangabe:

Sechs Monate hatten Louisa Clark und Will Traynor zusammen. Ein ganzes halbes Jahr. Und diese sechs Monate haben beide verändert. Lou ist nicht mehr das Mädchen aus der Kleinstadt, das Angst vor seinen eigenen Träumen hat. Aber sie führt auch nicht das unerschrockene Leben, das Will sich für sie gewünscht hat. Denn wie lebt man weiter, wenn man den Menschen verliert, den man am meisten liebt? 

Autoreninfo:

Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die "Sunday Morning Post" in Hongkong und den "Independent" in London gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex. 

Meine Meinung:

Titel: Wie lebt man danach nur weiter?

"Ein ganzes halbes Jahr" war eines der Bücher, das ich nie vergessen werde. Die Geschichte von Will und Lou hatte mich tief berührt und sie war für mich nach Beendigung des Buches fertig erzählt, denn was wäre danach? Nun hat die Autorin die Geschichte weitererzählt und mit gemischten Gefühlen begann ich mit der Lektüre.

Man sollte in jedem Fall den Vorgänger gelesen haben, um alles verstehen zu können und wer dies noch nicht getan hat, sollte ab hier nicht weiter meine Rezension lesen, denn sie könnte Spoiler aus "Ein ganzes halbes Jahr" enthalten.

Nach sechs anstrengenden, aber auch glücklichen Monaten mit Will, muss Louisa nun ohne ihn klar kommen, denn sie konnte ihn nicht vom Suizid abhalten. Lou ist voller Trauer, funktioniert bei ihrer Arbeit. Nichts ist ohne Will mehr wie es war. Und dann hat Lou plötzlich einen Unfall. Wird das ihr Leben für immer verändern?

Ich mochte Lou bereits im ersten Teil. Hier hat sie die Trauer ganz schön verändert und dennoch habe ich sie sofort wiedererkannt, eben nur in der traurigen Variante. Sofort konnte ich mich wieder in sie einfühlen und mit ihr leiden und mitfiebern. Doch Jojo Moyes beleuchtet nicht nur sie, sondern auch alle anderen, die mit Wills Tod fertig werden müssen. Jeder Leser wird hier einen Charakter finden, mit dem er sich identifizieren kann.

Die Autorin stellt dabei sehr authentisch dar wie unterschiedlich jemand mit dem Tod eines geliebten Menschen umgeht. Während sich die einen ablenken, verfallen andere in tiefe Trauer und fallen regelrecht in ein schwarzes Loch. Aber irgendwann muss jeder von ihnen wieder nach vorne blicken.

Gut gefallen hat mir, wie sich Lou nach und nach verändert. Man ist quasi live dabei wie sie ihre Trauer verarbeitet und in ihr Leben zurückfindet.

In die Geschichte wird die neue Figur Lily eingeführt. Sie ist ja schon ein sehr spezieller Charakter, aber stellte für mich durchaus einen typischen Teenager dar. Ihre Probleme kennt man zum Großteil aus der eigenen Jugend. Ihre Verbindung zu Will fand ich allerdings etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Das ist auch mein einziger Kritikpunkt an dem Buch, dass das vielleicht nicht so wirklich glaubhaft ist, zumindest für mich.

Ansonsten bekommt man bei diesem Roman wieder alles, was eine gute Geschichte braucht: Liebe, Ängste, Sorgen, Familienbande, die wieder geschmiedet werden und jede Menge Spannung.

Ich hatte große Sorge, dass dieses Buch ein absoluter Reinfall werden könnte, doch das war es nicht. Nur zu gern habe ich alte Bekannte wieder getroffen und ihr Schicksal verfolgt.

Fazit: Eine gute Fortsetzung, die es für meinen Geschmack nicht hätte geben müssen, die aber dennoch zu unterhalten weiß. Ich empfehle das Buch gern weiter.


Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Nr. 10: "Crossroads - Ohne Ausweg" von Michelle Raven


  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Egmont LYX; Auflage: 1 (1. Oktober 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3802596498
  • ISBN-13: 978-3802596490
Inhaltsangabe:

Vor vier Jahren wurde Damon Thomas wegen Mordes an seiner ehemaligen Geliebten verurteilt. Doch Damon ist unschuldig. Während eines Gefangenentransports gelingt ihm die Flucht, und er will diese Chance nutzen, um Bellas wahren Mörder zu finden. Dabei ist er nicht allein: Auch die FBI-Agentin Valerie Hayes, der er bereits während seiner Flucht begegnet ist, ermittelt in dem Fall. Aber Valerie weckt mit ihren Nachforschungen schlafende Hunde, und schon bald sind sie und Damon in großer Gefahr.

Autoreninfo:

In Hannover geboren und aufgewachsen, studierte Michelle Raven Bibliothekswesen. Nach einem siebenjährigen Zwischenspiel in Köln und einem Aufenthalt in Washington, DC ist sie seit 2009 als Bibliotheksleiterin zurück in Niedersachsen.

Meine Meinung:

Titel: Romantic Thrill vom Feinsten...

Nachdem ich mit Begeisterung "Crossroads - Ohne Gnade" gelesen hatte, wollte ich natürlich wissen wie es mit Damon weitergeht und freute mich schon sehr auf den Folgeband "Crossroads - Ohne Ausweg". Gespannt begann ich zu lesen und die Autorin hat mich alles andere als enttäuscht.

In der Geschichte geht es um Damon Thomas, der als unschuldig Verurteilter im Gefängnis saß. Bei einem Gefangenentransport konnte er entkommen und ist seitdem auf der Flucht. Wird es ihm gelingen seine Unschuld zu beweisen und den wahren Täter von damals zu finden? Und was für eine Rolle spielt dabei die hübsche FBI- Agentin Valerie Hayes?

Es ist ja eher selten der Fall, dass man mit Straftätern sympathisiert, aber Damon ist so völlig anders als man sich einen Bösewicht vorstellt und einfach etwas Besonderes. Ich habe ihn bereits im ersten Buch total gemocht. Hier verstärkt sich das positive Gefühl für ihn noch, denn hier erfahren wir noch viel mehr über ihn. Man fiebert regelrecht mit ihm mit. Valerie ist zudem eine Protagonistin, die nicht auf den Mund gefallen ist und ihren eigenen Weg geht. Auch sie kam bei mir sofort gut an.

Je mehr man liest, desto mehr spürt man, dass sich zwischen Valerie und Damon etwas entwickelt. Mir hat gut gefallen, dass sich das langsam entwickelt und man beim Lesen das Knistern förmlich gespürt hat.

Die Spannung im Buch selbst blieb konstant erhalten und hat sich teilweise sogar noch gesteigert. Nie kam Langeweile auf und ich hatte nie das Gefühl, dass von der Autorin zu ausführlich geschildert worden ist, einfach genau die richtige Dosis.

Die Auflösung des Falls ist immens spannend, damit hatte ich so gar nicht gerechnet. Am Ende blieb für mich keine Frage offen und der Schluss hat mir wirklich gut gefallen.

Fazit: Wer Spannung mit einer Prise Liebe mag, der ist mit diesem Buch sehr gut beraten. Ich empfehle es nur zu gern weiter.


Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Nr. 9: "Das Joshua- Profil" von Sebastian Fitzek


  • Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover); Auflage: 3. Aufl. 2015 (26. Oktober 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785725450
  • ISBN-13: 978-3785725450
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Inhaltsangabe:

Der erfolglose Schriftsteller Max ist ein gesetzestreuer Bürger. Anders als sein Bruder Cosmo, der in der Sicherheitsverwahrung einer psychiatrischen Anstalt sitzt, hat Max sich noch niemals im Leben etwas zuschulden kommen lassen. Doch in wenigen Tagen wird er eines der entsetzlichsten Verbrechen begehen, zu denen ein Mensch überhaupt fähig ist. Nur, dass er heute noch nichts davon weiß ... im Gegensatz zu denen, die ihn töten wollen, bevor es zu spät ist.

Autoreninfo:

Sebastian Fitzeks Psychothriller sind definitiv nichts für schwache Nerven. "Therapie", erschienen 2006, war sein erstes Werk - und wurde gleich ein Bestseller. Seither präsentiert der Friedrich-Glauser-Preisträger einen Erfolgstitel nach dem anderen. Zum Glück entstammen die bedrohlichen Plots seiner Fantasie - und ebenfalls erfreulich: Fitzeks Sprache hat wenig mit seinem Uni-Abschluss zu tun. Denn sein erstes Buch schrieb der 1971 geborene Berliner in Form einer Jura-Promotion zum Thema Urheberrecht. Es folgten redaktionelle Tätigkeiten in Funk und Fernsehen. Als Autor und bekennender "Mailoholic" ist Fitzek ebenso fleißig wie kommunikativ, tourt gern auf Lesereisen und ist (fast) immer online. Sein Wohnort ist weiterhin Berlin.

Meine Meinung:

Titel: Wenn du plötzlich zum Gejagten wirst, was dann?

Bevor ich zu meiner eigentlichen Rezension komme, möchte ich darauf hinweisen, dass ich vor der Lektüre "Die Blutschule" gelesen habe und dass jeder andere Leser dies auch tun sollte, wenn er noch Freude beim Lesen der Blutschule haben möchte, denn im Joshua- Profil befinden sich zahlreiche Spoiler zur Blutschule.

In der hier geschilderten Geschichte geht es um den erfolglosen Thrillerautor Max Rhode, der einen ominösen Anruf erhält. Er soll sich nicht strafbar machen. Als unbescholtener Bürger hat er das auch gar nicht vor, doch wenn plötzlich jemand hinter dir her ist, dann ist es gar nicht mehr so leicht straffrei zu bleiben. Und was hat eigentlich Max sein Bruder Cosmo mit der ganzen Sache zu tun?

Anders als "Die Blutschule" beginnt dieser Thriller gleich mit einer gehörigen Portion Spannung. Die ersten Seiten lesen sich weg wie nichts.

Fitzek hat keine Mühen gescheut die neusten Themen in seinem aktuellen Buch unterzubringen, in dem es nicht nur um pädophile Straftäter geht, sondern auch um illegales Datensammeln und Leute überwachen.

Im Buch hat mir am besten die Protagonistin Jola gefallen, die Pflegetochter von Schriftsteller Max. Sie muss so einiges durchleben und tut das mit einer Stärke, die fast übermenschlich für ein Kind wirkt, aber gerade Kinder können in Gefahrensituationen über sich hinauswachsen, denn nur sie handeln rein intuitiv ohne vorher Gefahren oder ähnliches abzuschätzen.

Das Brudergespann Max und Cosmo war unheimlich interessant. Wie unterschiedlich sich doch Kinder trotz eines gewalttätigen Vaters entwickeln können. Die Parallelen zu "Die Blutschule" haben mir gut gefallen, jedoch wäre das Abdrucken von Auszügen aus dem Buch in meinen Augen absolut nicht nötig gewesen, um alles verstehen zu können.

Nicht so gut gefallen hat mir, dass Fitzek Elemente in seinem Roman eingestreut hat, die es im wahren Leben noch nicht gibt bzw. noch nicht richtig ausgereift sind wie z.B. Waffen mit Sensoren, so dass diese nur von deren Besitzern abgefeuert werden können und ähnliches, denn wir lesen hier ja keinen Science Fiction Roman, sondern einen Thriller, in dem nach Möglichkeit nur real existierende Gegenstände Platz finden sollten.

Fazit: Mich hat der Thriller gut unterhalten, allerdings gibt es bessere Bücher von Herrn Fitzek. Ich empfehle das Buch gern weiter, könnte mir aber sehr gut vorstellen, dass der ein oder andere Fitzek- Fan ein wenig enttäuscht sein könnte.


Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Nr. 8: "Die steinerne Schlange" von Iny Lorentz

  • Gebundene Ausgabe: 640 Seiten
  • Verlag: Knaur HC (1. Oktober 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426653516
  • ISBN-13: 978-3426653517

Inhaltsangabe:

Germanien im Jahre 213 nach Chr. Die junge Gerhild, Tochter eines Stammesfürsten, ist eine mutige und standesbewusste Frau. Als der römische Statthalter Quintus ihren Stamm aufsucht und sie zur Geliebten fordert, sind ihre beiden Brüder zu ihrem Entsetzen damit einverstanden. Sie will sich jedoch nicht in ein Schicksal fügen, das gleichbedeutend mit Sklaverei ist und verlangt, dass der Römer um sie kämpfen soll. Da sie ahnt, dass ihre Brüder den Römer gewinnen lassen wollen, tritt sie selbst gegen ihn an. Was niemand für möglich gehalten hätte, geschieht: Die junge Frau siegt und blamiert Quintus damit vor ihrem Stamm und seinen eigenen Leuten. Der Römer will seine Niederlage nicht hinnehmen und sinnt auf Rache. Für Gerhild beginnt damit ein verzweifelter Kampf ums Überleben...

Autoreninfo:

Hinter dem Namen Iny Lorentz verbirgt sich ein Münchner Autorenpaar, dessen erster historischer Roman "Die Kastratin" die Leser auf Anhieb begeisterte. Seither folgt Bestseller auf Bestseller.

Meine Meinung:

Titel: Für ihren Stamm gibt sie alles...

Ich habe schon einige Romane von Iny Lorentz gelesen, daher wusste ich, dass es sich hierbei um einen eher seichteren Unterhaltungsschmöker handeln würde.

Die Geschichte spielt in Germanien um 213 n. Chr. und wir Leser begleiten die junge Fürstentochter Gerhild. Nach dem Tod ihres Vaters geht es drunter und drüber in ihrem Stamm, denn ihr Bruder hat seine Untertanen nicht wirklich im Griff. Als dann auch noch der Römer Quintus auftaucht, der Gerhild als Geliebte einfordert und ihr Bruder zustimmt, entscheidet sich Gerhild ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Wird sie in der rauen Männerwelt bestehen können?

Die Handlung wird uns über einen beobachtenden Erzähler näher gebracht und wir erleben die Geschehnisse mal aus der Perspektive der Römer und mal aus der Sicht der Germanen.

Das Buch, welches ich mehr als Schmöker, denn als historischen Roman bezeichnen würde, besticht vor allem durch jede Menge Action und eine Heldin, die fern der Realität agiert.

Ich mochte Gerhild auf Anhieb, denn sie ist wirklich ein aufgewecktes Mädel, was nicht nur für sich selbst kämpft, sondern vor allem für das Glück ihres Stammes. Sie bringt sich in alle erdenklichen Gefahren und genau hier ist das Problem des Romans: Gerhild ist einfach zu unglaubwürdig, denn sie agiert wie eine Superheldin. Sie besteht jede Gefahr, kann selbst den schlausten Römer überlisten und braucht nie Hilfe, um sich aus Gefahren zu retten, was sie für mich einfach nicht greifbar machte. Dadurch konnte ich mich nur bedingt in sie einfühlen, da sie für mich nicht immer ein Mensch aus Fleisch und Blut war. Hier wäre weniger wirklich mehr gewesen.

Die anderen Akteure kommen im Gegensatz zu Gerhild deutlich menschlicher rüber. Besonders faszinierend fand ich die bösen Charaktere, die mir des Öfteren das Gruseln gelehrt haben, aber auch Julius hat mir gut gefallen.

Die geschichtliche Details sind wohl dosiert verteilt und bleiben eher im Hintergrund, was ich aber nicht schlimm fand.

Gut gefallen hat mir, dass im Buchinnern eine Übersichtskarte zu finden ist, die bei der Orientierung hilft. Ein Personenregister und ein Glossar runden das Ganze ab.

Fazit: Für mich ein typischer Iny Roman, der mich gut unterhalten hat, der mich jedoch nur vollends überzeugt hätte, wenn die Hauptakteurin etwas glaubhafter gewesen wäre. Ich empfehle den Roman trotzdem gern weiter.


Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Nr. 7: "Die Bernsteinbraut" von Gabriele Breuer

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch (11. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548287115
  • ISBN-13: 978-3548287119
  • Größe und/oder Gewicht: 12 x 2,4 x 18,7 cm
Inhaltsangabe:

Rügen um 1300: Die junge Kaufmannstochter Antonia sieht nach dem Tod ihres Vaters einem harten Schicksal entgegen. Gegen ihren Willen muss sie den herrischen Conrad von Drachenfels heiraten und mit ihm ins Siebengebirge ziehen. Dort trifft sie den ehemaligen Bernsteintaucher Jaramir und findet in ihm bald einen Vertrauten und Verbündeten. Erschüttert muss sie feststellen, dass er mit anderen Verschleppten ausgerechnet für ihren Gemahl in einem Steinbruch schuften muss. Antonia fasst einen mutigen Plan, die Menschen zu befreien, obwohl der brutale Conrad sie zu entdecken droht. Allen Widrigkeiten zum Trotz ist sie entschlossen den anderen Gefangenen zu helfen und mit Jaramir glücklich zu werden. Um ihrem Schicksal zu trotzen, muss Antonia schließlich all ihren Mut aufbringen.

Autoreninfo:

Gabriele Breuer, geboren 1970, lebt mit ihrem Mann und Sohn in Köln. Sie arbeitet in einem Seniorenheim und schreibt nur in ihrer Freizeit.

Meine Meinung:

Titel: Herrlicher Schmöker über Rügen...

Von der Autorin habe ich bis dato noch nichts gelesen, so dass ich mich ohne große Erwartungen an das Buches heran wagte. Da ich in diesem Jahr im Sommerurlaub auf Rügen war, wollte ich mich dahin noch einmal entführen lassen und in eine andere Zeit gleich noch dazu.

Die Geschichte schickt uns nach Rügen um 1300, wo von Kaufmannstochter Antonia plötzlich völlig überraschend der Vater verstirbt. Ihr Bruder Severin hat nichts besseres zu tun als seine Schwester schleunigst los zu werden. Er will, dass sie Conrad von Drachenfels heiratet. Muss Antonia wirklich diesen Fiesling ehelichen und wird ihr Schicksal ihr hold sein?

Der Roman besticht vor allem durch eine unheimlich sympathische Hauptfigur, nämlich Antonia, mit der man sich sofort solidarisiert, mit ihr fühlt und leidet. Selten habe ich so schnell Zugang zu einem Charakter gefunden.

Die Männer in der Geschichte sind leider von einem ganz anderen Schlag Mensch als unsere Antonia, denn sowohl Bruder Severin als auch Conrad sind fiese Gestalten und schrecken auch vor roher Gewalt nicht zurück.

Ich denke der Roman behandelt sehr gut die damalige Zeit und ich fühlte mich gut in diese hineinversetzt. Sicherlich ist die Handlung etwas vorhersehbar, ist doch von Anfang an klar wer gut und wer böse ist, aber das tat der guten Unterhaltung keinen Abbruch. Manchmal darf es für mich ruhig etwas leichtere Kost sein.

Nach so einer Lektüre bin ich immer wieder froh als Frau in der heutigen Zeit zu leben und nicht das durchleben zu müssen, was die Frauen im Roman durchleiden mussten.

Frau Breuer, die ausschließlich in ihrer Freizeit schreibt, kann in jedem Fall mit Vollzeitautoren mithalten.

Fazit: Ein herrlicher Schmöker, den ich gern weiterempfehle. Lesenswert!


Bewertung: 4/ 5 Sternen
 

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Nr. 6: "Blut aus Silber" von Alex Marshall

  • Broschiert: 864 Seiten
  • Verlag: Piper (5. Oktober 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492703615
  • ISBN-13: 978-3492703611

Inhaltsangabe:

Sie gewann jede Schlacht. Sie war die bedeutendste Kriegerin ihrer Zeit - doch seitdem sind zwanzig Jahre vergangen und Zosia will alles andere als wieder zu kämpfen. Als sie erneut zur Waffe greifen muss, um die Schatten der Vergangenheit zu besiegen, beginnt ein Kampf gegen dunkle Intrigen, falsche Verbündete und grausame Armeen, der die Welt erschüttern wird. Denn ihre Freunde werden zu Feinden und die Vergangenheit ruht nie... 

Autoreninfo:

Alex Marshall ist das Pseudonym eines bekannten Autors. "Blut aus Silber" ist sein erster Fantasyroman.

Meine Meinung:

Titel: Wie viele Seiten kommen da denn noch?

Tja was soll ich hierzu bloß sagen? Aufgrund der Optik und des spannenden Klappentextes war ich voll großer Erwartungen, hegte ich doch die Hoffnung einen Fantasyroman ähnlich "Game of Thrones" in den Händen zu halten, doch leider bekam ich etwas völlig anderes. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich dieses Buch nach den ersten 300 Seiten wirklich zu Ende lesen würde (in der Hoffnung die große Überraschung käme noch), aber ich habe es getan und die große Überraschung blieb leider aus.

In der Geschichte geht es um die sehr bedeutende Kriegerin Zosia, die vor 20 Jahren jede Schlacht gewann und nun wieder zum Schwert greifen muss, obwohl es zahlreiche Dinge gäbe, die sie lieber täte. Wird sie den Erfolg von einst erreichen können oder kläglich versagen?

Die auf fast 900 Seiten verteilte Handlung besteht zu gefühlt 90 Prozent aus Dialogen, so dass man kaum ein Gefühl für die Personen an sich bekommt. Aus Zosia hätte man wirklich viel machen können, denn sie scheint ein echt toller Charakter zu sein und hat ungemein Potential, nur leider kommt das im Buch einfach nicht rüber.

Der Rest besteht aus der Darstellung grober Gewalt, was absolut nicht meinem Geschmack entspricht. In Thrillern erwarte ich so etwas, aber im Bereich Fantasy muss das wirklich nicht so ausarten wie hier.

Um mich relativ kurz zu fassen: Das Buch ist in erster Linie elendig langweilig und will einfach nicht fesseln. Angefühlt hat sich die Lektüre wie ein trockenes Sachbuch über Fußpilz und ich war einfach nur froh als ich dann endlich durch war. Gerade die sehr derbe Sprache hat mich von Seite zu Seite immer mehr genervt.

In meinen Augen absolut kein großer Wurf im Fantasybereich, sondern nur Zeit- und Geldverschwendung.

Fazit: Wenn ihr schmerzbefreit seid, dann werft mal einen Blick in dieses Buch, allen anderen rate ich von dieser Lektüre ab. Um diesen Autor werde ich zukünftig einen großen Bogen machen.

P.S.: Mein Anwärter für das schlechteste Buch des Jahres 2015...


Bewertung: 1/ 5 Sternen
 
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Nr. 5: "Mnemophobia" von Kaja Bergmann

  • Broschiert: 144 Seiten
  • Verlag: Bookspot Verlag (19. Oktober 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3956690494
  • ISBN-13: 978-3956690495
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre

Inhaltsangabe:

Nemo, zwanzig Jahre alt, lebt in einem schwarzen Leuchtturm. Der war nicht immer schwarz. Erst seit jenem Tag. Seit dem Autounfall. Der Unfall, durch den Nemo sein Augenlicht und seine Freundin Merle ihre Stimme verlor. Ein zu heißer Tag, ein zu müder Kopf, ein zu großer Baum. Nemo saß am Steuer. Seitdem versucht er zu vergessen und verschanzt sich in seinem Leuchtturm an der Küste. Doch einige wenige Menschen lässt er noch in sein Refugium. Da ist natürlich die stumme Merle, immer in seiner Nähe, da sind Darius und dessen Freundin Luna sowie Emma, eine Zufallsbekanntschaft. Und dann ist Luna plötzlich verschwunden und die Polizei steht vor der Tür… 

Autoreninfo:

Kaja Bergmann, Jahrgang 1992, studiert derzeit Germanistik in Marburg. Nach ihrem erfolgreichen Debüt "Gabriel", erschienen 2013 bei Bookspot, präsentierte die junge Autorin mit "Der Mephisto-Deal" einen weiteren spannenden All-Age-Thriller. 

Meine Meinung:

Titel: Kannst du mit der Schuld leben oder nicht?

Nachdem ich mit großer Begeisterung "Der Mephisto- Deal" von Kaja Bergmann gelesen hatte, wollte ich mir natürlich auch ihr neues Werk nicht entgehen lassen, mit dem es die junge Autorin geschafft hat mich völlig zu überraschen.

In der Geschichte geht es um den 20 jährigen Nemo, der bei einem von ihm verursachten Autounfall sein Augenlicht verlor, doch er war nicht allein im Auto und zerstörte damit nicht nur sein Leben, sondern auch das seiner Freunde. Wird er mit der auf sich geladenen Schuld leben können oder wird diese sein Leben zerstören?

Der Thriller spielt hauptsächlich in der Gegenwart und wird nur durch Erinnerungen, in Form von Rückblenden, unterbrochen. So bekommt man als Leser nach und nach mit, was wirklich geschehen ist und gerade die Erinnerungsfetzen sorgen für Spannung.

Mir hat gefallen, dass man von der Autorin direkt ins Geschehen geworfen wird, wie in kaltes Wasser. Zudem verwendet sie eine herrlich bildhafte Sprache und rundet das Ganze mit jugendtypischer Musik und Filmen ab.

Das Buch ist vor allem eins: ungemein traurig. Man kann sich sehr gut in Nemo einfüllen und spürt sehr intensiv wie sehr er leidet. Ich würde es eher als eine Art Psychothriller bezeichnen.

Das Ende hat mich total überrumpelt, denn mit der Auflösung habe ich so gar nicht gerechnet, so dass ich erschrocken zurück blieb. Keine Frage bleibt offen, aber ich war doch irgendwie geschockt vom Ende.

Frau Bergmann ist es auf 153 Seiten gelungen eine Geschichte mit Tiefgang zu erzählen, die durch einen authentischen Hauptcharakter besticht und definitiv zum Nachdenken anregt.

Fazit: Spannende Unterhaltung, die ich gern weiterempfehle.
 

Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Nr. 4: "Die Blutschule" von Max Rhode

    • Taschenbuch: 256 Seiten
    • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: 2. Aufl. 2015 (8. Oktober 2015)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3404172671
    • ISBN-13: 978-3404172672
    • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren

      Inhaltsangabe:

      Eine unbewohnte Insel im Storkower See. Eine Holzhütte, eingerichtet wie ein Klassenzimmer. Eine Schule mit den Fächern: Fallen stellen, Opfer jagen, Menschen töten. Die Teenager Simon und Mark können sich keinen größeren Horror vorstellen, als aus der Metropole Berlin in die Einöde Brandenburgs zu ziehen. Das Einzige, worauf sie sich freuen, sind sechs Wochen Sommerferien, doch auch hier macht ihnen ihr Vater einen Strich durch die Rechnung. Er nimmt sie mit auf einen Ausflug zu einer ganz besonderen Schule. Gelegen mitten im Wald auf einer einsamen Insel. Mit einem grausamen Lehrplan, nach dem sonst nur in der Hölle unterrichtet wird... 

      Autoreninfo:

      Der Berliner Autor hat als Gerichtsreporter gearbeitet, bevor er mit "Die Blutschule" seinen ersten Roman schrieb. Er lebt sehr zurückgezogen im Südwesten der Hauptstadt. Da er der digital vernetzten Welt kritisch gegenübersteht, findet man ihn weder auf Facebook noch Twitter.

      Meine Meinung:

      Titel: In der Schule des Grauens, da lernst du was?

      Als absoluter Fitzek- Fan war es klar, dass ich vor der Lektüre von "Das Joshua- Profil" zur Blutschule greifen würde. Meine Erwartungen waren sehr hoch und diese wurden dann nur bedingt erfüllt.

      In der Geschichte geht es um die Brüder Mark und Simon, die gemeinsam mit ihren Eltern in die Pampa nach Brandenburg ziehen. Für die Jungen gibt es nichts Schlimmeres als das. Doch dann verändert sich ihr Vater und als es auf die Insel zu einem besonderen Kurs geht, da lernen die beiden mehr als nur das Fürchten...

      Interessant fand ich, dass die Geschichte als eine Art Patiententagebuch dem Leser nahe gebracht wird und Simon als Insasse einer Psychiatrie seine Geschichte erzählt. Dadurch bekommen wird ein paar Einblicke in seine Gefühlswelt. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass die Charaktere nur sehr oberflächlich beschrieben worden sind.

      Ich habe schon einige Bücher von Herrn Fitzek gelesen, in denen man bereits auf den ersten Seiten von Spannung überrannt wird. Hier ist dies jedoch nicht der Fall, denn bei diesem 256 Seiten Werk braucht es fast 100 Seiten, eh das erste Mal richtig Spannung aufkommt.

      Der Thriller besticht dann vor allem durch Ekelszenen und einer gehörigen Portion Mystik. Die Horrorszenen lasen sich noch recht interessant, aber der Mystikanteil erschien mir doch an den Haaren herbeigezogen.

      Für mich war dieser Thriller ganz nett, aber kein Highlight. Ich denke mal nicht, dass dieses Buch wirklich erforderlich ist, um "Das Joshua- Profil" zu verstehen, welches ich gerade angefangen habe zu lesen und wo man bereits auf den ersten Seiten deutliche Unterschiede zu diesem Werk spürt. Keine Ahnung, ob sich Sebastian Fitzek gedacht hat: "Ich mache einfach mal alles anders als sonst." Bei mir kommt das jedenfalls nicht so gut an.

      Fazit: Man kann den Thriller lesen, ich würde aber nur bedingt eine Leseempfehlung aussprechen.

      Bewertung: 3/ 5 Sternen 


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      Nr. 3: "A modern way to eat" von Anna Jones


      • Gebundene Ausgabe: 360 Seiten
      • Verlag: Mosaik (12. Oktober 2015)
      • Sprache: Deutsch
      • ISBN-10: 3442392861
      • ISBN-13: 978-3442392865
      Inhaltsangabe:
       

      Bewusst genießen, ohne stundenlang am Herd zu stehen – Anna Jones' leichte, frische Rezepte passen perfekt zur modernen Lebensweise. Ihre raffinierten Kreationen erkunden die Vielfalt des saisonalen Angebots und bieten neue Geschmackserlebnisse. So bringt sie einen neuen Dreh in die vegetarische Küche mit Gerichten, die gesund und lecker sind, satt und einfach glücklich machen.  

      Autoreninfo:

      Anna Jones ist Köchin, Foodjournalistin und Foodstylistin. Sie war Teil von Jamie Olivers Team - sie stylte, schrieb und arbeitete hinter den Kulissen mit an seinen Büchern, Fernsehshows und Food-Kampagnen. Mittlerweile hat sie sich selbstständig gemacht und mit "A modern way to eat" ihr erstes eigenes Kochbuch geschrieben. Sie lebt, schreibt und kocht in London.
       

      Meine Meinung:
       

      Titel: Kochen wie mit der besten Freundin...

      Ich bin nicht unbedingt ein Fan von vegetarischen oder gar veganen Rezepten, aber da mir so sehr von diesem Buch vorgeschwärmt wurde, musste ich mir selbst eine Meinung bilden und ich bin überaus begeistert.

      Das Buch ist nicht nur ein reines Kochbuch, sondern bietet auch Unterhaltung, denn Anna hat zu jedem Rezept eine kleine Geschichte wie sie darauf gekommen ist. Das macht sie unheimlich sympathisch und man hat dadurch das Gefühl mit der besten Freundin zu kochen.

      Hier bekommt man wirklich über 200 tolle Rezepte geboten, da findet sicher jeder das Passende für sich. Mir gefällt vor allem, dass viele Zutaten leicht zu beschaffen sind und man nicht erst zahlreiche Märkte und Bioläden abklappern muss, eh es mit dem Kochen los gehen kann.

      Im Grunde sind die Rezepte erst einmal unterteilt in Frühstück, Zwischenmahlzeit, Mittagessen, Abendessen und Dessert. Zudem gibt es Ideen zum Backen, für Getränke, aber auch für Konfitüren und Chutneys, das Rund- um- Sorglospaket sozusagen.

      Der Großteil der Rezepte ist bebildert, so dass man sich bereits beim ersten Durchblättern Appetit holen kann.

      Die Rezepte sind stets so aufgebaut, dass am Rand die Zutatenliste zu finden ist und für wie viele Personen bzw. Portionen das jeweilige Rezept ausreicht. In der Mitte findet sich dann der Beschreibungstext, der ausführlich genug gestaltet ist, um wirklich alles richtig zu machen. Die einzelnen Schritte sind durch Punkte markiert.

      Bei allem, was ich bisher nachgekocht habe, haben sowohl die Mengenangaben als auch die Zubereitungszeit perfekt gepasst. Das findet man sonst eher selten bei den Kochbüchern von heute.

      Die verwendete Schrift, sowie die Schriftfarbe und -größe lassen sich sehr gut lesen, was mir gerade beim Hantieren in der Küche sehr wichtig ist.

      Fazit: Für mich mein neues Lieblingskochbuch, in dem ich gewiss noch so einige Schätze entdecken werde. Ich kann nur eine klare Kaufempfehlung aussprechen.

      Bewertung: 5/ 5 Sternen



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      Nr. 2: "Die erstaunliche Wirkung von Glück" von Susann Rehlein

      • Gebundene Ausgabe: 250 Seiten
      • Verlag: DuMont Buchverlag; Auflage: 1 (15. Oktober 2015)
      • Sprache: Deutsch
      • ISBN-10: 3832198067
      • ISBN-13: 978-3832198060
      Inhaltsangabe:

      Dies ist die Geschichte von Dorle. Sie lebt im Souterrain eines herrschaftlichen Hauses, in dem sonst nur wohlhabende, knarzige alte Leute wohnen. In Heimarbeit steckt sie für eine Kronleuchtermanufaktur Kristalle zusammen. Und sie lässt sich von ihren Nachbarn als Concierge ausnutzen, obwohl sie gar nicht die Concierge ist aber was soll man machen, wenn plötzlich acht Topfpflanzen vor der Tür stehen mit dem Hinweis "Bitte gießen, verreise. MfG Bock"? Doch Dorle ist genügsam und zufrieden mit ihrem Leben. Ganz im Gegensatz zu Annegret Sonne, 84 und voller Lebenslust. Als Frau Sonne sich zu einer dreimonatigen Reise aufmacht, bittet sie Dorle, ihre Wohnung zu hüten. Nicht ohne Hintergedanken trägt sie ihr auf, genau die Dinge zu tun, mit denen sich die alte Dame sonst das Leben schön macht: im Bett Filme gucken und Pralinen essen, Wellnesstermine wahrnehmen, köstliche Gerichte kochen. Für jemanden wie Dorle ist das ganz schön herausfordernd. Sogar Dates hat sie plötzlich. Gut, die Männer sind alle über achtzig, aber sie behandeln sie wie eine Dame. So hat Joe, Dorles einziger Freund, alle Hände voll zu tun, um im Rennen zu bleiben. Doch dies wäre keine gute Geschichte, wenn es nicht ein paar Umwege und Sackgassen gäbe auf dem Weg zum Happy End, oder? 

      Autoreninfo:

      Susann Rehlein, geboren in Leipzig, hat Germanistik und Slavistik studiert. Sie arbeitet als Journalistin und Lektorin und lebt mit ihrem Wolpertinger in Berlin-Kreuzberg. 

      Meine Meinung:

      Titel: Und welche Macke hast du so?

      Das ungewöhnliche Cover hat mich auf das Buch aufmerksam werden lassen, denn eine Frau sitzt doch eher selten in einem Kronleuchter.

      In der Geschichte geht es um die 24 jährige Dorle, deren Leben irgendwie verkorkst ist. Sie wohnt in einer kleinen Wohnung und die anderen Hausbewohner halten sie für die Concierge und geben ihr dauernd Aufträge, für die sie kein Geld bekommt. Zudem ist ihr Job als Kristallsteckerin auch keine Erfüllung. Wird sich an ihrem Leben jemals etwas ändern?

      Ein beobachtender Erzähler führt uns durch die Geschehnisse und hat einen recht distanzierten Blick auf Dorle und die Hausbewohner, weshalb mir lange der Zugang zu den einzelnen Personen fehlte.

      Dorle trägt in der Geschichte die entscheidende Rolle. Sie ist ein sehr schwieriger Charakter, in den ich mich nur schwer einfühlen konnte, was aber nicht heißt, dass sie mir unsympathisch war. Sie hat halt immense Probleme, die sie mit sich rumträgt und nur schwer ablegen kann. Durch ihr Helfersyndrom und ihren Putzfimmel versucht sie zu verbergen, was sie wirklich umtreibt. Manchmal hätte ich sie gern geschüttelt, damit sie endlich lebt und den Schmutz der anderen Schmutz sein lässt.

      Was sie alles durch Frau Sonne organisiert erlebt, ist spannend und bei der ein oder anderen Begebenheit musste ich schmunzeln. So ganz wollte der Funke dann aber trotzdem nicht überspringen.

      Dorle erinnert sich bruchstückhaft immer mal wieder an ihre Kindheit und die Zeit im Kinderheim, aber was da genau alles vorgefallen ist, erfahren wir in dem Roman leider nicht, so dass für mich einige Fragen einfach offen geblieben sind.

      Ganz besonders gefallen haben mir der Kater und die Klangschalentherapie, etwas nervig fand ich die andauernde Erwähnung des Wolpertingers.

      Fazit: Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und auf jeden Fall unterhaltsam ist. Mir hat jedoch das gewisse Etwas gefehlt, um mich vollends zu überzeugen, weshalb ich nur bedingt eine Leseempfehlung ausspreche.


      Bewertung: 3/ 5 Sternen
       
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      Nr. 1: "Kräuter der Provinz" von Petra Durst- Benning


      • Taschenbuch: 512 Seiten
      • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (14. September 2015)
      • Sprache: Deutsch
      • ISBN-10: 3734100119
      • ISBN-13: 978-3734100116
      Inhaltsangabe:

      Bürgermeisterin Therese liebt ihre schwäbische Heimat - Wiesen mit sattgelbem Löwenzahn, ein paar sanft geschwungene Hügel und mittendrin Maierhofen. Doch die jungen Leute ziehen weg und der Dorfplatz wird immer leerer. Als Therese krank wird und das Dorf kurz vor dem Aus steht, raufen sich alle Bewohner zusammen – seien es die drei Greisen, die immer auf der Bank sitzen, der linkische Metzgermeister Edi oder die schüchterne Christine. Und sie haben nur noch ein Ziel: ihre schöne kleine Stadt zu retten und das erste Genießerdorf entstehen zu lassen - einen Ort, an dem der echte Geschmack King ist!

      Autoreninfo:

      Petra Durst-Benning wurde 1965 in Baden-Württemberg geboren. Nach ihrer Ausbildung zur staatlich geprüften Übersetzerin und Wirtschaftskorrespondentin arbeitete sie im Im- und Exportgeschäft, bevor sie ins elterliche Antiquitätengeschäft einstieg. Seit zehn Jahren ist sie hauptberuflich als Autorin tätig. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden südlich von Stuttgart. All ihre Romane sind Spiegel-Bestseller und fast im gesamten europäischen Ausland zu lesen. 

      Meine Meinung:

      Titel: So schmeckt das echte Leben...

      Ich liebe die historischen Romane von Petra Durst- Benning, da hat mich wirklich noch kein Buch enttäuscht und so war ich doch sehr gespannt wie ein "normaler" Unterhaltungsroman von ihr sein würde.

      In der Geschichte geht es um die Ortsbürgermeisterin und Gastwirtin Therese, die leider schwer erkrankt und sich dadurch noch mehr an das klammert, was ihr das liebste ist: Maierhofen. Leider ist der Ort von Problemen geplagt, denn immer mehr junge Leute ziehen weg, die Geschäfte müssen schließen und am Ende bleiben nur noch Alte. Dabei hat das Landleben so viele Vorteile, die es zu beweisen gilt. Wird Therese ihren Ort vor dem Aussterben retten können?

      Ich hatte es ja nur gehofft, bekam es dann aber auch geboten, denn die Schreibe der Autorin weiß auch hier zu fesseln und mitzureißen. Es handelt sich hier zwar um eher leichte Lektüre für Zwischendurch, dennoch regt der Roman zum Nachdenken an.

      Die dargestellten Personen sind wie aus dem echten Leben gegriffen. Viele Dorfbewohner haben mich, die ebenfalls auf dem Land lebt, an Nachbarn und Bewohner in meiner Umgebung erinnert. Da gibt es die liebenswerten, aber auch die kauzigen. Zudem ist gerade Therese eine Frau, mit der sich wohl jede Leserin in irgendeiner Form identifizieren kann.

      Für mich ist dieser Roman ein Aufruf selbst in seiner Umgebung etwas zu verändern und dass man nur Mut braucht, um zu schaffen was man sich wünscht. Klar sind einige Darstellungen etwas zu gut für diese Welt, dennoch nie so, dass sie nicht doch irgendwie wahr werden könnten.

      Fazit: Herrlich leichte Lektüre für kalte Herbst- und Wintertage, die ich nur zu gern empfehle. Lesenswert, ein echter Durst- Benning eben...


      Bewertung: 5/ 5 Sternen

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