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... im September 2015

Nr. 12: "Racheherbst" von Andreas Gruber


  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (14. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442482410
  • ISBN-13: 978-3442482412
Inhaltsangabe:

Unter einer Leipziger Brücke wird die verstümmelte Leiche einer jungen Frau angespült. Walter Pulaski, zynischer Ermittler bei der Polizei, merkt schnell, dass der Mord an der Prostituierten Natalie bei seinen Kollegen nicht die höchste Priorität genießt. Er recherchiert auf eigene Faust – an seiner Seite Natalies Mutter Mikaela, die um jeden Preis den Tod ihrer Tochter rächen will. Gemeinsam stoßen sie auf die blutige Fährte eines Serienmörders, die sich über Prag und Passau bis nach Wien zieht. Dort hat die junge Anwältin Evelyn Meyers gerade ihren ersten eigenen Fall als Strafverteidigerin übernommen. Es geht um einen brutalen Frauenmord – und eine fatale Fehleinschätzung lässt Evelyn um ein Haar selbst zum nächsten Opfer werden... 

Autoreninfo:

Andreas Gruber, 1968 in Wien geboren, lebt als freier Autor mit seiner Familie und vier Katzen in Grillenberg in Niederösterreich. Er hat bereits mehrere äußert erfolgreiche und preisgekrönte Erzählungen und Romane verfasst. 

Meine Meinung:

Titel: Der zweite Fall für Walter Pulaski…

Nachdem mir „Todesurteil“ von Andreas Gruber schon gut gefiel, wollte ich nur zu gern einen weiteren Thriller von ihm lesen. Erst als ich das Buch in den Händen hielt, merkte ich, dass es sich nicht um einen Maarten S. Sneijder Fall handelt, sondern nach „Rachesommer“ um den zweiten Teil mit Walter Pulaski, was der Unterhaltung aber keinen Abbruch tat. Zudem liebe ich die Stadt Leipzig, also warum nicht diese Stadt mal als Setting probieren. Und ich denke man kann diesen Fall auch gut ohne Vorkenntnis von „Rachesommer“ lesen.

Im Buch hat Walter Pulaski einen eher nichtssagenden Fall zu bearbeiten, nämlich den Mord an einer Prostituierten. Ungewöhnlich ist nur die Art der Tötung, die mehr geplant als zufällig erscheint. Walter wird stutzig und beginnt trotz der angeblichen Nichtigkeit des Falls weiter auf eigene Faust zu ermitteln und stößt dabei auf einen Serientäter der besonderen Art. Wird Walter ihn dingfest machen können?

Auch hier weiß der Autor sofort wieder mit seinem ganz besonderen Schreibstil zu fesseln. Er schildert die Ereignisse offen, ohne etwas zu beschönigen und man muss als Leser schon hart im Nehmen sein, denn wir erfahren was den Opfern passiert ist. Für mich war das definitiv keine Lektüre für die Nacht. Zudem kann man sich die Umgebung unheimlich gut vorstellen.

Die dargestellten Charaktere haben jeweils ihren ganz eigenen Charme. Walter besticht durch seine bissige, teils freche Art, was mir manches Mal sogar imponiert hat. Man muss ihn einfach mögen, weil er so normal und schnörkellos ist. In Evelyn Meyers konnte ich mich gut hineinversetzen. Die Einblicke in den Alltag einer Anwältin fand ich spannend und man kann sich seine Klienten nun mal nicht aussuchen.

Die Ereignisse werden durch einen allwissenden Erzähler vermittelt und als Leser begleiten wir mal Walter in Leipzig, mal Evelyn in Wien und auch dem Täter schauen wir über die Schulter. Gerade dieser Wechsel sorgte für zusätzliche Spannung.

Der Autor hat zahlreiche Wendungen eingebaut, mit denen man als Leser partout nicht rechnet.

Fazit: Ein Buch, das unheimlich spannend und unterhaltsam ist. Ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Ideal um auf dem Sofa zu klönen und sich herrliche Schauer über die Haut jagen zu lassen…

Bewertung: 5/ 5 Sternen
 
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Nr. 11: "Bis ans Ende der Geschichte" von Jodi Picoult

  • Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
  • Verlag: C. Bertelsmann Verlag (31. August 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570102173
  • ISBN-13: 978-3570102176
Inhaltsangabe:

Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Sie hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und fühlt sich schuldig, weil sie den Wagen gelenkt hat. Um den Verlust zu verarbeiten, nimmt sie an einer Trauergruppe teil. Dort lernt sie den 90jährigen Josef Weber kennen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Als Josef ihr eines Tages ein lang verschwiegenes, entsetzliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma: Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade? 

Autoreninfo:

Jodi Picoult, geboren 1967 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste waren. Die Autorin wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann, drei Kindern und zahlreichen Tieren in Hanover, New Hampshire.

Meine Meinung:

Titel: Wenn deine Vergangenheit den Rest deines Lebens bestimmt...

Seitdem ich "Neunzehn Minuten" von Jodi Picoult gelesen hatte, war ich von ihren Geschichten fasziniert und so war es nur verständlich, dass ich auch ihr neustes Werk lesen wollte.

Im Buch geht es um die junge Sage Singer, die seit einem Autounfall menschenscheu geworden ist, denn ihr Gesicht ist entstellt und zudem gibt sie sich die Schuld am Tod ihrer Mutter. Den Schmerz versucht sie über eine Trauergruppe zu verarbeiten, in der sie alsbald den um viele Jahre älteren Josef Weber kennenlernt. Schnell merken die beiden, dass sie etwas verbindet und eine tiefe Freundschaft entsteht. Können sie sich gegenseitig Halt geben und ihren Schmerz überwinden? Und wird ihre Freundschaft Bestand haben?

Die Handlung gestaltet sich völlig anders als erwartet, was aber nicht heißt, dass es mir nicht gefallen hat.

Die Geschichte spielt sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit. Während die Gegenwart durch Sage Singer und Leo Stein beleuchtet wird, vergegenwärtigen uns die Vergangenheit Sages neuer Freund Josef Weber und ihre Großmutter Minka. Die jeweiligen Parts lassen sich gut durch unterschiedliche Schriftarten und der jeweiligen Überschrift unterscheiden. Der jeweils berichtende Protagonist fungiert als Ich- Erzähler.

Sage ist ein Charakter mit Ecken und Kanten, an die man sich erst so ein wenig gewöhnen muss. Sie hat einige Päckchen des Lebens zu tragen und man spürt ihren Schmerz, das hat mir gut gefallen. Josef mochte ich anfänglich unheimlich gern, als dann aber sein Geheimnis zu Tage tritt, da war ich erschüttert und mir nicht mehr sicher, was ich von ihm halten soll, aber da ging es mir wahrscheinlich wie Sage.

Besonders berührt hat mich jedoch das Schicksal von Sages Großmutter Minka. Das Thema Holocaust wurde in Büchern schon oft besprochen, aber die Autorin hat hier ihre ganz eigene Art damit umzugehen und konnte mich überzeugen.

Ich bin vernarrt in die Vergangenheit und vor allem faszinierte mich schon immer die Geschichte der Juden, seitdem ich mit dieser das erste Mal im Geschichtsunterricht in Berührung kam.

Das Buch regt definitiv zum Nachdenken an und man sollte hart im Nehmen sein oder es verkraften, dass die ein oder andere Träne rollt. Gerade bei dem aktuellen Flüchtlingsdrama bekommt man aufgrund dieser Geschichte noch einmal eine ganz andere Sichtweise.

Fazit: Ein Roman, der mich berührt hat. Frau Picoult sorgt dafür, dass man als Leser selbst seine Schlüsse zieht und sich eine eigene Meinung bildet. Gern empfehle ich den Roman weiter.


Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Nr. 10: "Meer des Schweigens" von Iris Grädler


  • Broschiert: 450 Seiten
  • Verlag: DuMont Buchverlag; Auflage: 1 (5. März 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 383216300X
  • ISBN-13: 978-3832163006
Inhaltsangabe:

In der Bucht eines kleinen Küstenortes in Cornwall werden innerhalb kurzer Zeit ein toter Hund und die Leiche eines Mannes angespült, beide grausam verstümmelt. Der Mordfall bringt die Welt des friedlichen Dorfes empfindlich ins Wanken und verlangt Detective Inspector Collin Brown alles ab. Seine geliebte Bildhauerei und auch seine Familie kommen jetzt zu kurz. Er findet heraus, dass der Tote ein schottischer Millionär war, über den niemand Genaueres zu sagen weiß. Eine Spur führt zu Anthony Polodny, dem kürzlich verstorbenen Sohn eines polnischen Einwan-derers. Doch welche Verbindung bestand zwischen den so ungleichen Männern? Der Detective erhofft sich Hilfe von Elizabeth Polodny, die für die Beerdigung ihres Bruders aus Australien in die englische Heimat gereist ist. Bald wird klar, dass der Schlüssel zur Lösung des Falls in der Vergangenheit der Familie Polodny liegt. Eine blutige Tragödie, die jetzt, nach zwanzig Jahren, noch viel mehr Menschen das Leben kosten könnte … 

Autoreninfo:

Iris Grädler wurde 1963 in Halle, Westfalen geboren. Sie veröffentlichte Gedichte und Kurzgeschichten und hat mehrere Anthologien herausgegeben. Iris Grädler lebt in Swakopmund, Namibia. "Meer des Schweigens" ist ihr erster Roman. 

Meine Meinung:

Titel: Der erste Fall für Collin Brown...

Bei dem vorliegenden Roman handelt es sich um das Debüt der Autorin Iris Grädler. Ich war besonders gespannt, da ich noch nie einen Ermittler erlebt habe, der sich für Bildhauerei begeistern kann. Neugierig begann ich zu lesen.

Die Geschichte beginnt mit dem Fund zweier Leichen. Ein Golden Retriever und ein Mann wurden übel zugerichtet. Wer steckt nur hinter dieser grausamen Tat und vor allem: Wer ist der Tote?

Der Roman besteht aus drei Handlungssträngen, durch die uns ein allwissender Erzähler führt. Im ersten Strang lernen wir den gemütlichen Detective Inspector Collin Brown mit seinem Team kennen, im zweiten Elizabeth Polodny, die heimkehrt, um ihren Bruder zu beerdigen und im dritten Handlungspart Su und ihre kleine Tochter Elli.

Sehr merkwürdig für mich war, dass die Handlungsstränge sehr lange nur nebeneinander her laufen und man einfach keinen Zusammenhang erkennen kann, so dass ich mich immer wieder fragte, welcher Part nun der wichtigste ist und ob ich alle eingestreuten Informationen brauche, um den Fall zu lösen.

Erst zum Ende hin finden die einzelnen Parts zueinander und die Auflösung fällt dann über einen herein, was mir persönlich dann alles etwas zu viel auf einmal war.

Ich mag es, wenn man in Krimis und Co miträtseln kann und am Ende erfährt, ob man richtig gelegen hat oder nicht. Das geht bei diesem Buch nicht, denn auf die Lösung kommt man gewiss nicht von allein. Das sorgt zwar für einen gewissen Showdown am Ende, aber man musste sich dafür auch lange durchbeißen.

Der Funke ist bei mir nicht so richtig übergesprungen, was wohl an den Charakteren lag. Während ich Su und ihre Tochter einfach nur total toll fand, mit ihnen gefühlt und gelitten habe, waren mir die anderen Protagonisten wie Collin Brown und Elizabeth Polodny einfach nur fremd. Deren Handeln war mir oft ein Rätsel. Besonders schlimm fand ich zudem das Team um Collin, denn da haben einige offenbar ihre Berufung verfehlt.

Gelungen ist der Autorin die Darstellung des Settings, denn St Magor in Cornwall konnte ich mir gut vorstellen.

Fazit: Ein durchaus interessanter Erstling mit einigen Schwächen. Man sollte dem Roman eine Chance geben, denn es ist sicher Geschmackssache, ob man nach und nach etwas über die Auflösung erfahren möchte oder erst ganz am Schluss. Ich empfehle das Buch bedingt weiter.


Bewertung: 3/ 5 Sternen
 
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Nr. 9: "Helenas Männer" von Franziska Stalmann

  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: Diana Verlag (8. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453358619
  • ISBN-13: 978-3453358614
Inhaltsangabe:

Den Zauber des alten Hauses ihrer Kindheit hat Helena nie vergessen. Als sie fast vierzig Jahre später dorthin zurückzieht, um für ihren kranken Vater zu sorgen, ist der Duft nach Holz und Äpfeln gleich wieder da. Doch die Idylle trügt. Helena will es allen recht machen, kümmert sich um Vater, Sohn, Freund – und vergisst sich selbst dabei. Nur Armin, ihrem Exmann, fällt das auf. Soll sie seiner Einladung ans Meer folgen? Warum nicht? Sie sind lange geschieden, er hat eine neue Familie. Und sie braucht ein bisschen Erholung. Denkt Helena und versteht bald darauf die Welt nicht mehr. 

Autoreninfo:

Franziska Stalmann eroberte mit ihrem Roman "Champagner und Kamillentee", verfilmt mit Andrea Sawatzki, ein Millionenpublikum. Die Autorin und Psychologin lebt in München.

Meine Meinung:

Titel: Liebesglück reloaded?

Der Klappentext des Romans klang recht spannend und von der Autorin hatte ich bisher noch nichts gelesen, weshalb ich unvoreingenommen mit der Lektüre begann. Was ich dann letztendlich geboten bekam, war so viel mehr als nur ein einfacher Liebesroman.

In der Geschichte geht es um Helena, deren Leben bisher alles andere als leicht war. Mitte 40, geschieden, einen fast erwachsenen Sohn und mit einem Liebhaber ausgestattet, versucht sie ihr Leben zu meistern. Doch dann geht es ihrem Vater immer schlechter und so muss sie sich um diesen kümmern. Doch sollte sie nicht auch mal an sich denken?

Als ich mit dem Buch begann, wollte ich nur kurz rein lesen, doch aufgrund des fesselnden Schreibstils der Autorin blieb ich direkt kleben und versüßte mir damit ein verregnetes Wochenende.

Durch die Geschichte führt uns die Hauptakteurin Helena als Ich- Erzählerin. Sie ist eine unglaublich starke Persönlichkeit, von der sich so manch einer noch eine Scheibe abschneiden könnte. Stets versucht sie das Richtige zu tun und allen gerecht zu werden. Ich mochte Helena sofort, da sie so unkompliziert und liebenswert ist.

Die Geschichte der Familie bewegt und reißt mit. Zudem empfand ich die Begebenheiten als sehr realistisch dargestellt wie der Familienalltag abläuft, dass sich nicht jeder Zeit für die Familie nimmt oder gar an andere denkt als an sich selbst.

Zudem besticht der Roman durch tolle Beschreibungen, so dass man sich alles gut vorstellen kann und problemlos Bilder im Kopf entstehen.

Die neu auflodernde Liebe zwischen Helena und ihrem Ex war nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern hätte durchaus so passieren können aufgrund der Umstände. Gut gefallen hat mir hier, dass die Liebesgeschichte nicht das Einzige ist, was im Buch passiert. In meinen Augen bekommt man hier einen Familienroman mit eingestreuter Lovestory.

Fazit: Die perfekte Lektüre für ein verregnetes Wochenende auf dem Sofa. Ich kann den Roman nur wärmstens empfehlen. Klasse!


Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Nr. 8: "Der tiefe Fall der Cecelia Price" von Kelly Fiore

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Coppenrath; Auflage: 1 (Juni 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3649619180
  • ISBN-13: 978-3649619185
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre

Inhaltsangabe:

Notrufzentrale: Sie haben den Notruf gewählt. Was ist vorgefallen? Anruferin: Mein … mein Bruder ist tot. Notrufzentrale: Tut mir leid, sagten Sie gerade, Ihr Bruder sei tot? Anruferin: Ja. Er ist … er ist im Keller. Er atmet nicht mehr. Notrufzentrale: Wie ist das passiert? War er verletzt? Anruferin: Er … Ich … Es ist meine Schuld. Ich habe das getan. Ich habe das getan. Nachdem Cecelia den Notruf abgesetzt hat, schweigt sie. In der U-Haft wartet sie auf ihren Prozess, doch sie will mit niemanden über das, was passiert ist, sprechen. Darüber, dass ihr Bruder ein Junkie war und ihr Leben versaut hat. Oder darüber, wie schuldig sie sich fühlt. Aber nur Cecelia weiß, was an jenem Tag wirklich geschah …

Meine Meinung:

Titel: Wenn dich das Schicksal richtig hart erwischt…

Ich lese Jugendbücher für mein Leben gern, auch wenn ich vielleicht nicht mehr ganz der Zielgruppe entspreche. Dieses Buch hatte es mir angetan, weil das Thema einfach zu spannend klang und so begann ich unvoreingenommen zu lesen, denn von der Autorin hatte ich bis dato noch nichts gelesen.

In der Geschichte geht es um die 17 jährige Cecelia, Spitzname Cece, die behauptet am Tod ihres Bruders Schuld zu sein. Doch ist dem wirklich so? Wie konnte es zu dem Ableben des Bruders kommen?

Als Ich- Erzählerin führt uns Cece durch das Geschehen und so erfahren wir Leser nur immer so viel, wie sie uns wirklich preisgeben möchte.
Cecelia ist sicherlich kein einfacher Charakter, aber ich mochte sie auf Anhieb aufgrund ihrer unverblümten und offenen Art. Im Leben hat sie es nicht einfach gehabt, weshalb sie nun da steht, wo sie gerade ist: wartend auf den Prozess gegen sie. Man kann sich sehr gut in sie einfühlen und auch wenn das was sie getan hat erschreckend ist, so konnte ich dennoch gut verstehen warum sie so gehandelt hat.

Der Schreibstil der Autorin ist außerordentlich fesselnd. Durch die eingestreuten Rückblenden erfahren wir so langsam aber sicher wie es dazu kam, dass Cece so abgerutscht ist. Mich hat ihre Geschichte sehr berührt, denn was soll man machen, wenn man plötzlich ohne Unterstützung da steht und förmlich im Stich gelassen wird?

Fazit: Für mich ein aufwühlendes Jugendbuch, welches ich gern gelesen habe, daher kann ich es nur weiterempfehlen. Klasse!


Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Nr. 7: "Der erste Tag vom Rest meines Lebens" von Lorenzo Marone


  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Pendo (14. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866123965
  • ISBN-13: 978-3866123960
Inhaltsangabe:

Cesare ist 77 und zieht Bilanz. Von seinen einst hochfliegenden Träumen ist wenig aufgegangen. Seine Methode, mit den Enttäuschungen des Lebens umzugehen: Ironie und Sarkasmus. Das kommt bei seinen Mitmenschen nicht immer gut an. Bis Emma in die Nachbarwohnung zieht. Irgendetwas stimmt nicht mit ihr und ihrem Mann. Das sieht Cesare an Emmas traurigen Augen. Und plötzlich mischt sich Cesare ein. Er hat wieder Mut zu kämpfen. Für seine junge Nachbarin. Für die Liebe. Für das Glück, am Leben zu sein... 

Autoreninfo:

Lorenzo Marone, geboren 1974 in Neapel, arbeitete fast zehn Jahre lang als Anwalt in seiner Heimatstadt, bis er sich ein Herz fasste, den ungeliebten Beruf an den Nagel hängte und sich seiner wahren Leidenschaft widmete: dem Schreiben. Sein erster Roman eroberte die Herzen der italienischen Leser im Sturm und erntete begeisterte Rezensionen. Er lebt mit seiner Frau Flavia, dem Sohn Riccardo und der Dackeldame Greta in Neapel. 

Meine Meinung:

Titel: Auf den Lebenspfaden eines Stiesels...

Die pfiffige Aufmachung des Buches und der Klappentext haben mich neugierig auf den Roman werden lassen und kaum hatte ich mit dem Lesen begonnen, fühlte ich mich ein wenig an mein Lieblingsbuch "Ein Mann namens Ove" erinnert.

In der Geschichte geht es um den 77 Jahre alten Cesare, der als Witwer dem Ende seines Lebens entgegen sieht. Abwechslung kehrt in sein tristes Leben ein, als in die Nachbarwohnung ein Paar einzieht. Die junge Frau wirkt neben ihrem Partner immer so ängstlich, trägt trotz Regen Sonnenbrille und wirkt auch sonst nicht ganz normal. Was ist nur mit der jungen Frau los? Cesare versucht mehr zu erfahren und krempelt damit sein ganzes Leben um. Ob das so gut ist?

Die Handlung wird uns über Cesare als Ich- Erzähler näher gebracht, so dass wir sehr detailliert über seine Gedanken und Gefühle Bescheid wissen. Seine Sicht auf die Welt ist durchaus erfrischend, manches Mal aber auch recht bitter. Nach und nach beleuchtet er für uns Leser sein Leben und blickt auf dieses zurück, was wirklich sehr interessant ist. Auch über das Leben seiner Familie erfahren wir viel.

Cesare ist als Protagonist ganz klar jemand, der polarisiert und gewiss nicht jedem gefällt, aber gerade seine kauzige Art macht ihn in meinen Augen zu etwas sehr Besonderem. Auch andere Charaktere wie Sveva, Dante oder Marino wissen zu überzeugen, denn jede dargestellte Person hat alltägliche Probleme, so dass sich der Leser mit den handelnden Akteuren identifizieren und ihr Handeln stets verstehen kann.

Zudem gelingt es dem Autor ein spannendes Bild der Stadt Neapel zu zeichnen, dem Lebensmittelpunkt unseres Protagonisten.

Fazit: Erfrischende Lektüre, die aus der alltäglichen Belletristik hervorsticht. Gern empfehle ich das Buch weiter. Lesenswert!


Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Nr. 6: "Das absolut schönste Mädchen der Welt und ich" von Stephan Knösel

  • Taschenbuch: 257 Seiten
  • Verlag: Beltz & Gelberg; Auflage: Originalausgabe (17. August 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3407811837
  • ISBN-13: 978-3407811837
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Inhaltsangabe:

Paul steht an einem Wendepunkt in seinem Leben und stürzt in Gefühlschaos. Für ihn ist Zoe das absolut schönste Mädchen der Welt! Sensibel und mit authentischer Stimme erzählt Stephan Knösel von der ganz großen Liebe. Nach einem Streit mit seiner Mutter ergreift der 17-jährige Paul die Flucht aus Paris, um nach München zu ziehen. Erschöpft schläft er nach seiner Reise auf einer Parkbank ein und wird von einer vermeintlichen Taschendiebin geweckt. Die schöne Zoe ist nicht auf den Mund gefallen und schon bald ist Paul völlig gefangen von ihr. Er muss Zoe beweisen, dass er der einzig Richtige für sie ist! Doch Zoe gleitet ihm immer wieder aus den Händen und ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt ... 

Autoreninfo:

Stephan Knösel,1970 geboren, lebt mit Frau und zwei Kindern in München. Er arbeitet als freiberuflicher Drehbuchautor und wurde bereits mit mehreren Preisen und Stipendien der Filmbranche ausgezeichnet. Für seinen ersten Roman "Echte Cowboys" erhielt er das Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium 2011, die Auszeichnung Buch des Monats, Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur, Volkach, Februar 2011 sowie den Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Literatur 2010. 

Meine Meinung:

Titel: Wenn die erste Liebe dich so richtig gepackt hat...

Das freche Cover mit den auffallend orangen Punkten hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Es ist der erste Jugendroman, den ich von Stephan Knösel gelesen habe, wird jedoch gewiss nicht der letzte gewesen sein.

In der Geschichte geht es um den 17 jährigen Paul, der eine Begegnung mit einer außergewöhnlichen Erscheinung hat, die da heißt: Zoe. Das zwei Jahre ältere Mädchen hat ihm den Kopf verdreht und es gibt nichts anderes mehr für ihn. Als Zoe plötzlich verschwindet, tut Paul alles dafür sie noch ein Mal zu sehen. Wird es ihm gelingen?

Die Handlung wird uns über Paul als Ich- Erzähler näher gebracht, so dass dem Leser tiefe Einblicke in seine Gedanken- und Gefühlswelt gewährt werden. Paul war mir direkt sympathisch und seine Denke hat mich gekonnt in meine eigene Jugend zurückversetzt.

Das Buch besticht vor allem durch eine geniale Jugendsprache, die mich regelrecht mitgerissen hat. Es gab zahlreiche Situationen, die mich haben herzhaft lachen lassen und andere, die mich auch durchaus bedrückten.

Die erste große Liebe wird hier sehr schön beleuchtet mit allem was dazu gehört: Schmetterlingen, Unsicherheit, Sex, ...

Fazit: Für mich ein überzeugendes Jugendbuch, das ich gern gelesen habe und daher nur zu gern weiterempfehle.


Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Nr. 5: "Wie ein fernes Lied" von Micaela Jary


  • Taschenbuch: 544 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (10. August 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492306136
  • ISBN-13: 978-3492306133
Inhaltsangabe:

Hamburg,1939: Verzweifelt sieht Marga dem Zug hinterher, mit dem ihr Jugendfreund Michael in die Ferne reist. Seit sie denken kann, ist sie in den jüdischen Klarinettisten verliebt, zahllose Stunden verbrachte sie mit ihm in den Tanzlokalen der Hamburger Swingjugend. Obwohl seine Herkunft ihn zur Emigration nach Paris zwingt, ist Marga fest entschlossen, ihn wiederzusehen. Denn ihre Liebe ist wie ein Lied, das niemals verklingt. Doch in dessen süße Melodie mischen sich schon bald die kalten Klänge des Krieges... 

Autoreninfo:

Micaela Jary wurde als Tochter des Filmkomponisten Michael Jary in Hamburg geboren. Sie wuchs in der Welt des Kinos und der Musik auf und arbeitete als Zeitungsredakteurin, ehe sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Seit vielen Jahren schreibt sie nun erfolgreich Bücher. Durch ihren Vater lernte sie viele Größen des Swing der 30er- und 40er-Jahre persönlich kennen, die sie zu dem Roman "Wie ein fernes Lied" inspirierten. Sie lebte lange in Paris und wohnt heute mit Mann und Hund in Berlin und München. 

Meine Meinung:

Titel: Wenn die Musik dein Leben bestimmt...

Nachdem ich mit großer Begeisterung "Das Haus am Alsterufer" gelesen hatte, war klar, dass ich von Micaela Jary auf jeden Fall wieder etwas lesen wollte und so freute ich mich schon sehr auf das vorliegende Buch, welches mich mitten ins Herz getroffen hat.

In der Geschichte geht es um zwei starke Frauen. Zum Einen haben wir Marga Maibach, die sich im Sommer 1939 so richtig verliebt hat und sich als Sängerin während des Krieges auf die Spuren ihres Liebsten begibt. Wird es zu einem Wiedersehen kommen? Zum Anderen haben wir Andrea Cramer, die eine merkwürdige Begegnung mit einem älteren Herrn hat. Was wollte er bloß von ihr?

Ein allwissender Erzähler führt uns durch die beiden Handlungsstränge, so dass wir aus den unterschiedlichsten Perspektiven etwas über die Geschichte erfahren. Die Handlung um Marga spielt ab 1939, die Handlung um Andrea sechzig Jahre später.

Der Autorin ist es in diesem Buch sehr gut gelungen ein detailliertes Bild vom Krieg und den darin involvierten Menschen zu zeichnen. Als Leser spüren wir sehr intensiv wie der Krieg sich immer mehr auf die Menschen auswirkt. Doch nicht nur das, hat mir Frau Jary doch auch die Swing Kids der damaligen Zeit näher gebracht, von denen ich zuvor noch nie etwas gehört hatte. Die Musik spielt im Buch eine sehr große Rolle und zur Schau gestellte Lieder verstärken dies noch. Während des Lesens musste ich immer mal wieder zu dem ein oder anderen Lied recherchieren.

Die dargestellten Akteure wachsen einem sofort ans Herz. Mir hat es vor allem Marga mit ihren Ecken und Kanten angetan. Anfänglich mochte ich sie nicht sonderlich, weil sie recht überzogen und sprunghaft agierte, aber sie entwickelt sich sehr gut im Roman. Aber auch die anderen Charaktere wie Harald mit seinem guten Herzen oder Michael mit der brennenden Leidenschaft für Musik wussten zu überzeugen.

Die Handlung in der ferneren Vergangenheit nimmt einen deutlich größeren Teil ein, was mich persönlich aber absolut nicht gestört hat, da mich die Zeit um den 2. Weltkrieg ganz besonders interessiert.

Das Ende der Geschichte lässt keine Fragen offen und hat mich zu Tränen gerührt. Selten hat mich ein Roman so emotional berührt wie dieser.

Fazit: Ich habe wieder einmal etwas dazugelernt und fühlte mich wunderbar unterhalten. Ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen.


Bewertung: 5/ 5 Sternen


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Nr. 4: "Die 100" von Kass Morgan


  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (27. Juli 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453269497
  • ISBN-13: 978-3453269491
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Inhaltsangabe:

Seit einem vernichtenden Atomkrieg lebt die Menschheit auf Raumschiffen. 300 Jahre lang hat niemand mehr die Erde betreten. Doch nun sollen 100 jugendliche Straftäter das Unmögliche wagen: zurückkehren und herausfinden, ob ein Leben auf dem blauen Planeten wieder möglich ist. Doch was die idealistische Clarke, der geheimnisvolle Bellamy und die anderen Verurteilten nach ihrer Ankunft vorfinden, raubt ihnen den Atem. Ein tödliches Abenteuer beginnt, auf das sie kein Training der Welt hätte vorbereiten können ... 

Autoreninfo:

Kass Morgan studierte an der Brown University bis zum Bachelor und absolvierte anschließend ein Masterprogramm in Oxford. Derzeit lebt sie als Lektorin und freie Autorin in Brooklyn. Noch vor Erscheinen ihres ersten Buches, Die 100, konnte sie bereits die Rechte der Serienverfilmung verkaufen. 

Meine Meinung:

Titel: Überzeugender erster Band einer neuen Dystopie- Buchreihe...

Per Zufall habe ich die ersten beiden Folgen der TV- Serie gesehen und wusste, dass ich bevor ich weiterschaue dann doch unbedingt erst einmal das Buch dazu lesen muss und begann voller Neugierde mit der Lektüre.

Die Handlung der Geschichte spielt in ferner Zukunft, wo die Menschen auf Raumschiffen leben, nachdem ein Atomkrieg die Erde verseucht hat. Doch die Menschheit will die Erde zurückerobern und schickt deshalb 100 straffällig gewordene Jugendliche auf die Erde, um zu erkunden, ob ein Leben auf der Erde überhaupt wieder möglich ist. Was wird die Jugendlichen dort nur erwarten? Gibt es überhaupt noch Leben auf der Erde?

Die Handlung wird uns über einen beobachtenden Erzähler aus vier Perspektiven näher gebracht, denn im regen Wechsel begleiten wir mal Clarke, mal Wells sowie Bellamy oder gar Glass. Gerade dieser Wechsel der Perspektiven macht den Roman noch spannender.

Dieses Buch dient in meinen Augen als perfekte Einführung in die von der Autorin erdachte Welt. Ich konnte mir die dargestellte Situation sehr gut vorstellen und was die Menschen dazu antreibt Neues zu wagen. Während die Haupthandlung auf der Erde spielt, erfahren wir über Rückblenden auch immer wieder etwas aus der Vergangenheit unserer Protagonisten und wie es überhaupt zu der Entscheidung kam, dass eine Wiederbesiedlung der Erde notwendig ist.

Die dargestellten Charaktere sind sehr unterschiedlich, so dass jeder Leser seinen passenden Gegenpart finden wird. Mir persönlich erschien Bellamy gemeinsam mit seiner Schwester am interessantesten.

Der Schreibstil der Autorin ist recht einfach gehalten ohne dabei Niveau missen zu lassen. Man kann flüssig lesen und versteht alles ohne Probleme.

Ich habe schon gehört, dass man das Buch losgelöst von der Serie sehen soll, daher bin ich froh, dass ich erst das Buch gelesen habe und meine Meinung so nicht beeinflusst wurde durch das TV- Erlebnis.

Fazit: Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und sehne nun den nächsten Band herbei. Lesenswert, ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Klasse!


Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Nr. 3: "Alles, was ich von mir weiß" von Adele Griffin


  • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
  • Verlag: Magellan (17. Juli 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3734850126
  • ISBN-13: 978-3734850127
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
Inhaltsangabe:

Als Ember einen schweren Autounfall verursacht und ihr Beifahrer Anthony dabei ums Leben kommt, ist nichts mehr so, wie es war. Ember überlebt schwer verletzt, kann sich jedoch an nichts mehr erinnern. Während ihre Eltern und Freunde nicht über die Geschehnisse reden wollen, stellt sich Ember immer wieder dieselben Fragen: Was ist in dieser Nacht passiert? Warum hat sie ihr Gedächtnis verloren? Und vor allem: Wer war Anthony? Bei der Suche nach Antworten trifft sie auf den geheimnisvollen Kai, der sie wie kein anderer zu kennen scheint. Gemeinsam versuchen sie, der Vergangenheit nachzugehen. Aber ist Ember wirklich bereit, die Wahrheit zu erfahren? 

Autoreninfo:

Adele Griffins von der Presse hochgelobte Kinder- und Jugendromane wurden mehrfach für den National Book Award nominiert und gewannen unter anderem den ALA Best Book for Young Adults Award. Sie lebt und arbeitet in New York.

Meine Meinung: 

Titel: Wenn ein Unfall dein Leben für immer verändert...

Die überaus hübsche Gestaltung des Buches und der interessante Klappentext ließen mich neugierig auf das Buch werden, hatte ich bis dato doch noch kein Buch der Autorin gelesen.

In der Geschichte selbst geht es um Ember, die einen von ihr verursachten Autounfall schwer verletzt überlebt, ihr Beifahrer jedoch nicht. Seitdem leidet sie an Gedächtnisverlust und hat Angst vor dem Leben außerhalb der Klinik. Wird sie jemals wieder leben können wie vorher?

Die Handlung wird uns über Ember als Ich- Erzählerin näher gebracht, so dass wir als Leser immer nur so viel wissen wie die an Amnesie leidende Protagonistin. Ember blieb mir im Buch lange fremd, wobei ich fast die Vermutung habe, dass das von der Autorin so gewollt ist, denn Ember ist sich ja lange selbst fremd. Ihr Handeln konnte ich nicht immer verstehen. Gerade ihr Verhalten gegenüber Holden hat mich arg geärgert.

Ansonsten spürt man in dem kompletten Buch die blanke Hilflosigkeit der Protagonistin und man mag gar nicht daran denken wie man selbst in solch einer Lage handeln wollen würde. Hier gibt es kein richtig oder falsch, sondern man muss ins Leben zurückfinden oder man hat für immer verloren.

Das Buch berührt und weckt auf. Leider sprang der Funke bei mir erst zum Ende des Buches über. Die Wende zum Schluss hat mich arg überrascht, denn damit hatte ich so gar nicht gerechnet. Der Schluss ist passend und für mein Empfinden blieb auch keine Frage unbeantwortet.

Fazit: Ein Buch über ein schweres Thema, das nicht jedermanns Sache sein wird. Ich empfehle es daher nur bedingt weiter.


Bewertung: 3/ 5 Sternen

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Nr. 2: "Die Betrogene" von Charlotte Link

  • Taschenbuch: 640 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (2. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3734100852
  • ISBN-13: 978-3734100857
Inhaltsangabe:

Um ein glückliches Leben betrogen – so fühlt sich Kate Linville, Polizistin bei Scotland Yard. Kontaktscheu und einsam, gibt es nur einen Menschen, den sie liebt: ihren Vater. Als dieser in seinem Haus grausam ermordet wird, verliert Kate ihren letzten Halt. Da sie dem alkoholkranken Ermittler vor Ort nicht traut, macht sie sich selbst auf die Spur dieses mysteriösen Verbrechens. Und entlarvt die Vergangenheit ihres Vaters als Trugbild, denn er war nicht der, für den sie ihn hielt. 

Autoreninfo:

Charlotte Link, geboren in Frankfurt/Main, ist die erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart. Ihre psychologischen Spannungsromane sind internationale Bestseller, allein in Deutschland wurden bislang über 24 Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft; ihre Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. Die Verfilmungen werden im Fernsehen mit enorm hohen Einschaltquoten ausgestrahlt. Charlotte Link lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt/Main. 

Meine Meinung:

Titel: Wenn nichts ist wie es scheint...

Als Fan der Autorin brauchte ich gar nicht lange überlegen, ob ich dieses Buch lesen werde, sondern genoss einfach jede Seite.

In der Geschichte geht es um die Polizistin Kate Linville, deren Vater daheim grausam ermordet worden ist. Was steckt hinter dieser kruden Tat? Weil die Ermittler in Kates Augen nicht genug tun, begibt sie sich bald selbst auf Spurensuche und muss feststellen, dass sie ihren Vater gar nicht kannte. Ist ihr ganzes Leben auf einem Lügengerüst aufgebaut?

Ein beobachtender Erzähler führt den interessierten Leser durch zwei sehr unterschiedliche Handlungsstränge, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Zum Einen haben wir da die Familie Crane, die nach Erholung sucht und zum Anderen Kate, die den Mörder ihres Vaters finden will. Charlotte Link gelingt es dabei sehr authentische Charaktere zu schaffen, in die man sich völlig fallen lassen kann. Sie sind absolut realistisch gezeichnet und ihr Handeln ist stets nachvollziehbar. Gerade in Kate konnte ich mich sehr gut einfühlen und ihren Schmerz nahezu selbst spüren.

Erst nach und nach finden die Fäden der einzelnen Geschichten zu einander und enden in einem Showdown, wie man ihn eben nur bei Link Krimis bekommt.

Die Spannung bleibt konstant hoch, weil beide Handlungsstränge im regen Wechsel beleuchtet werden und es oft an den spannendsten Stellen zur Unterbrechung kommt. Man liest nahezu atemlos, weil man unbedingt das Rätsel lüften möchte.

Die eingestreuten Wendungen kamen für mich unerwartet und haben mich ins Staunen versetzt, denn kaum glaubte man mehr zu wissen, waren die Würfel wieder neu gefallen.

Fazit: Für mich ein Zeichen, dass Frau Link das Krimihandwerk par excellence beherrscht. Sehr lesenswert, ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Klasse!


Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Nr. 1: "Glück und Glas" von Lilli Beck

  • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag (24. August 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764505435
  • ISBN-13: 978-3764505431
Inhaltsangabe: 

Am 7. Mai 1945 werden Marion und Hannelore in der Frauenklinik in der Münchner Maistraße geboren. Obwohl sie aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen stammen, wachsen sie wie Schwestern auf und sind unzertrennlich. Doch als Marion sich an ihrem zweiundzwanzigsten Geburtstag verliebt, zerbricht ihre Freundschaft. Während der Kalte Krieg immer mehr eskaliert, die Studenten auf die Straße gehen und die ersten Kommunen entstehen, trennen sich ihre Wege endgültig. Die widerspenstige Marion wird Fotomodel, hat großen Erfolg im Beruf, aber kein Glück in der Liebe. Hannelore studiert Jura, um Anwältin zu werden, doch das Leben hat andere Pläne mit ihr. Jahrzehnte später, am 7. Mai 2015, wollen sie ihren siebzigsten Geburtstag zusammen feiern – doch kann die Zeit alle Wunden heilen? 

Autoreninfo:

Lilli Beck wurde 1950 in Weiden/Oberpfalz geboren, wo sie auch aufwuchs und nach der Schulzeit eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau absolvierte. Ende 1968 wechselt sie nach München. Zwischendurch absolvierte sie ein Schauspielstudium, war Cutterassistentin und bekam erste TV- und Filmrollen. Durch die intensive Arbeit mit Texten begann sie, Kurzgeschichten zu verfassen. Nach der Geburt ihrer Tochter gab sie die Schauspielerei auf und wechselte hinter die Kamera als Visagistin. 2000 verließ sie die Welt des schönen Scheins, um nur noch zu schreiben. 

Meine Meinung: 

Titel: Eine Freundschaft, die Jahrzehnte überdauert...

Das Buch hatte mein Interesse geweckt, weil ich Geschichten aus der Zeit der beiden Weltkriege einfach nur spannend finde. Dies war mein erster Roman der Autorin.

In der Geschichte geht es um die beiden Mädchen Marion und Hannelore, die kurz nach dem zweiten Weltkrieg das Licht der Welt erblicken. Der Zufall möchte es, dass sie Freundinnen werden, die untrennbar durchs Leben schreiten. Doch dann tritt ein Mann in ihrer beider Leben, der alles für immer verändert. Wird die Freundschaft Bestand haben und das aushalten können?

Die Autorin hat hier eine Geschichte geschaffen, die spannende Jahrzehnte Deutschlands beleuchtet, von 1945 bis heute, was mir sehr gut gefallen hat, denn das hatte ich so gar nicht erwartet. Die Geschichte um die beiden Frauen ist sehr gut mit den Umbrüchen in Deutschland verknüpft. Ich konnte einiges für mich mitnehmen. Die sehr bildhafte Sprache der Autorin sorgt dafür, dass man sich alles gut vorstellen kann.

Ein beobachtender Erzähler führt uns Leser durch das Geschehen.

Die beiden Hauptakteurinnen sind so unterschiedlich wie Feuer und Wasser und so facettenreich, dass die Geschichte nie langweilig wird. Man kann sich durchaus mit beiden Frauen identifizieren. Beide haben jeweils ihr Päckchen zu tragen. Mir hat Hannelore ein wenig mehr gefallen, weil sie eher meinem Typus entspricht und sich nicht von wilden Träumereien leiten ließ.

Fazit: Der perfekte Roman für die anbrechenden kalten Herbsttage, der einen das stürmische Wetter schnell vergessen lässt. Lesenswert, ich empfehle den Roman gerne weiter!


Bewertung: 4/ 5 Sternen  

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